Grenville,das Handelzentrum der Ostküste. Hier wollten wir uns die Nutmeg Processing Station,die Mußkatnussfabrik, ansehen.Außerdem
soll die Stadt laut Reiseführer einen überaus döflichen Charakter haben.Fast eine Stunde waren wir unterwegs. Nirgend fanden wir Straßenschilder.Gerd mußte sich auf meinen Orientierungsinn verlassen. Ich lotste in immer in "gefühlte" Richtung Grenville. Ich war direkt überrascht
,das wir dann tatsächlich die Stadt ohne Um-Irrwege erreichten.Natürlich mußten wir auch hier raten. Denn ein Ortsschild gab es nicht.
In Grenville angekommen war es dann gar nicht so leicht ,einen Parkplatz zu finden. Die Stadt war überaus quirlig. Gerade war auch
in allen Schulen des Ortes grosse Pause . Unzählige Kinder in verschiedenen Altersgruppen füllen die Straßen.Unsere Klimaanlage im
Vitara funktionierte nicht. Wir hatten die Scheiben heruntergedreht. Es war drückend heiß. Bei der nächstbesten Möglichkeit parkten
wir das Auto. Wir hatten nun auch Hunger. Überall gab es Gewürzstände ,von denen es nach Zimt ,Mußkat,Nelken usw. duftete. Touristen
sahen wir nur ganz wenige. Hier waren die Grenadier wohl unter sich.Wir wurden von der "Dorf" Bevölkerung auch interessiert beäugt.
Als wir an der Mußkatnussfabrik vorbeikamen,die im Stadtzentrum liegt,sahen wir ,das der Bau wohl Ivan zum Opfer gefallen sein mußte.
Die Fabrik war total zerstört. Dann fanden wir einen Kentucky Fried Chicken. Wir bestellten uns zwei Burger und etwas zu trinken.
Da es hier keine Außenplätze gab (schade),setzten wir uns dann in den ersten Stock zum essen.Wir waren ganz allein. Die Einheimischen
versorgten sich wohl eher auf dem Fisch und Obstmarkt.
Nach dieser Stärkung zogen wir dann noch ein bischen durch den Ort und fuhren dann in Richtung Norden weiter.
Im Reiseführer wurde ein stillgelegter Flughafen erwähnt,Pearls Airport. Der war nur 3 km von hier entfernt. Da wir sowiso in diese
Richtung wollten,machten wir einen Abstecher dorthin.Der Flughafen wurde in den 40 er Jahren erbaut und 1984 stillgelegt.Die kurze
Landebahn und das fehlen von technischen Einrichtungen beschränkte den Flugverkehr auf kleine Propellermaschinen.Am Airport findet
man heute noch 2 Flugzeuge,die sich im laufe der letzten Jahre wunderbar in die Landschaft angepasst haben.Dahinter ,an der kurzen
Landebahn liegt der wildromantische Pearls Beach. Total einsam ,zum schwimmen ungeeignet,aber wunderschön,mit hohen Palmen am rauhen
Atlantik.
Wir beobachteten hier ein paar Vögel ,die es sich in den alten Flugzeugen bequem gemacht hatten und fuhren dann weiter.
Unser nächstes Ziel war die River Antonie Rum Distillery. Es hieß : nördlich des Flughafens gelangt man nach Tivoli. Wer hier scharf
rechts abbiegt ,erreicht nach einem Kilometer die Destillerie, die inmitten herrlicher Zuckerrohrfelder liegen soll.
Das wäre nun so einfach gewesen,hätte Tivoli ein Ortsschild gehabt.So fuhren wir durch 2 - 3 kleine Ortschaften ,bei denen uns nicht
mal die Einheimischen auf der Karte zeigen konnten ,wo wir uns befinden. Wie die Orte hießen ,bekamen wir auch nicht heraus. Einer
nannte uns nur den District. Er meinte ,ja ,hier in der Nähe wäre die Destillerie.
Bestimmt eine Stunde suchten wir die Gegend ab. ( erinnerte mich an die Suche nach Chicken Rita auf Barbados).Durch Zufall standen
wir dann auf einmal vor der Brennerei.
1785 erbaut ,völlig intakt, am Herstellungsverfahren hat sich bis heute kaum etwas verändert. Wie auch ,wir befinden uns in der Karibik.Veränderungen gibt es da eher selten.!!Für 5 ECS bekamen wir am Eingang zur Destillerie einen Guide zugeteilt.Die nette Frau erzählte
uns dann in interessanten 20 Min. nicht nur ihre gesammte Lebensgeschichte ,sondern auch sehr viel über die Rumherstellung.Am Ende
wurden wir mit einem Schluck 80 % Rums belohnt ,der uns eine Stunde später noch immer in der Kehle brannte. Auch hier waren wir ganz
"unter uns". Kaum Touristen, außer uns nur eine kleine Gruppe.Draußen ,an der Einfahrt wurde gebaut. In kürze soll hier ein Restaurant
/Cafe für Besucher entstehen. Grenada rüstet sich für Gäste.....