Subnotebooktest HP 2510p

Vorab
Notebookkauf ist eine ziemlich komplizierte Angelegenheit: Im Gegensatz zum Desktop-PC, bei dem man sich die Komponenten nach eigenem Gusto zusammenstellen kann, ist man beim Notebook auf Gedeih und Verderb auf die eingebauten Komponenten des Herstellers angewiesen. Das einzige was sich normalerweise austauschen lässt: Arbeitsspeicher und Festplatte, unter Umständen noch das optische Laufwerk. Formfaktor, Lautstärke, Akkulaufzeit, Display, Tastatur, Design usw. usw., alles ist vorgegeben. Wenn die eigenen Vorstellungen eines optimalen tragbaren Computers dann noch etwas aus der Reihe fallen, ist es wirklich schwer ein passendes Gerät zu finden. Die Eckdaten meines Wunschnotebooks lauteten: nicht spiegelndes 12" Widescreen Display, möglichst klein und leicht (deutlich unter 2kg), integriertes optisches Laufwerk, lange Akkulaufzeit (am besten verschiedene Akkuoptionen für möglichst lange Laufzeit/möglichst geringes Gewicht), eine ordentliche Tastatur mit möglichst normalgrossen Tasten und eine möglichst umfassende Konnektivität, um überall ins Netz gehen zu können. Diese Kriterien schienen mir nicht besonders ausgefallen, schliesslich ist ein Notebook nun einmal dazu da, mitgenommen zu werden, und Unterwegs möchte man am liebsten genauso wie Zuhause arbeiten ohne einen ganzen Fuhrpark an weiteren Geräten mitnehmen zu müssen.

Ich war daher nicht wenig überrascht, dass es kaum Notebooks gibt, auf die diese Kriterien zutreffen! Nach langer Suche ist es schliesslich ein HP 2510p geworden. Die Tabelle am Ende der Seite zeigt die wichtigsten Ausstattungsmerkmale und man kann hier wirklich von Vollausstattung sprechen, es gibt kaum Subnotebooks die mehr bieten.

Verarbeitung
Eine der grossen Stärken des 2510p. Es gibt auf dem Markt durchaus leichtere Subnotebooks, z.B. von Sony und Toshiba. Diese schienen mir aber nicht besonders robust, trotz Carbongehäuse o.ä., insbesondere die extrem dünnen Displaydeckel wirken nicht sehr vertrauenserweckend und auch die Gehäuse lassen sich an verschiedenen Stellen erschreckend leicht eindrücken. Bedingt durch das Magnesiumchassis und das nicht ganz so flache Gehäuse macht das 2510p einen extrem robusten Eindruck, nichts knarzt, knackt oder verzieht sich und die 3 Jahre Vor-Ort-Garantie scheinen nicht übertrieben zu sein. Im Gegenteil, diesen Zeitraum sollte das 2510p ohne Probleme überdauern.



links: 2510p geöffnet, rechts: Ansicht des Notebookbodens (Klicken öffnet grosses Bild in neuem Fenster).

Display
Das 12,1 Zoll Display im 16:10 Wide Format zeigt klassenübliche 1280*800 Pixel an, was eine Punktdichte von 125 dpi ergibt. Diese Auflösung ist für die meisten Anwender ein guter Kompromiss aus Auflösung und Displaygrösse (so auch für mich). Die Beleuchtung erfolgt über LEDs, die eine gleichmässigere Ausleuchtung, ein helleres Bild und geringeren Stromverbrauch versprechen. Wahlweise kann die Helligkeit manuell oder über einen in den unteren Displayrand integrierten Helligkeissensor gesteuert werden. Bei aktivem Sensor kann die Helligkeit in einem relativ weiten Bereich noch zusätzlich manuell reguliert werden. Dadurch ist die Helligkeitsspanne bei aktiviertem Sensor über einen weiteren Bereich regelbar. Die dunkelste Einstellung stört auch bei schwacher Beleuchtung oder im Dunkeln kaum. Die hellste Einstellung sorgt für eine gut lesbare Anzeige auch unter freiem Himmel, bei deaktiviertem Sensor ist der Schirm aber etwas zu dunkel. Durch die LED Beleuchtung reagiert die Helligkeitsregelung extrem schnell. Wie fast alle Notebookdisplays nimmt der Kontrast in vertikaler Richtung schnell ab.

Performance
Der 1.2 GHz Core2Duo ist sicherlich nichts für Performancehungrige. Alle üblichen Anwendungen (Office, Internet, einfache Bildbearbeitung, DVDs, DVB-T Empfang etc.) verrichtet der Prozessor aber ohne Probleme. Auch Full HD Videos laufen absolut flüssig. Die 1,8" Festplatte mit 100GB von Toshiba stellt normalerweise kein grosses Problem dar. Erst wenn mehrere Anwendungen gleichzeitig auf die Festplatte zugreifen, spürt man, dass die Platte nicht die schnellste ist. Die Chipsatzgrafik X3100 erledigt alle anfallenden Aufgaben ohne murren. Warcraft 3 läuft auf maximalen Details problemlos, mehr habe ich bisher nicht getestet.

Konnektivität
Auch hier spielt das 2510p seine stärken aus. Von Gigabit Ethernet über Bluetooth 2.0 EDR bis hin zu WLAN A/B/G/N und dem eingebauten UMTS/HSDPA Modem: die Anbindung ans Internet und andere Netzwerke ist in fast jedem Fall gewährleistet (im Gegensatz zu "luftigen" Mitbewerbern hat man hier eine tatsächlich umfassende drahtlose Konnektivität). Ich benutze eine Bluetooth Maus (MS Notebookmaus 5000), die sich sehr einfach und ohne Probleme in Betrieb nehmen liess und klaglos ihren Dienst verrichtet, auch nach dem Aufwachen aus dem Standby funktioniert die Maus nach wenigen Sekunden einwandfrei, das WLAN Netzwerk ist ebenfalls wenige Sekunden nach dem Aufwachen empfangsbereit. Auch das UMTS Modem macht keine Standby Probleme. Ich war überrascht, wie einfach sich das UMTS Modem in Betrieb nehmen lässt: SIM Karte einstecken (in meinem Fall von ALDI Mobile, die ständig im Notebook verbleibt), Akku rein, HP Connection Manager starten, PIN eingeben und den Button "Verbinden" drücken, das wars. Alle Einstellungen werden automatisch vorgenommen. Auf einer S-Bahn Fahrt quer durch Berlin (in den dünnbesiedelten Nordosten, nach Buch), gab es keine Empfangsprobleme und die Geschwindigkeit ist sehr gut, fast so, wie Zuhause über DSL surfen.

Mobilität und Akkulaufzeit
Wie bereits erwähnt, ist das 2510p nicht das leichteste 12" Notebook auf dem Markt aber sicherlich eines der stabilsten. Eine interessante Option sind die drei verschiedenen Akkukapazitäten mit 3, 6 oder 9 Zellen. Die durchschnittliche Laufzeit beträgt dabei 3, 6 oder 9 Stunden bei aktiviertem WLAN und mittlerer Displayhelligkeit. Die Laufzeit kann bei minimaler Helligkeit und deaktivierten drahtlosen Netzwerken auf bis zu 13 Stunden (mit 9 Zellen Akku) erhöht werden, beeindruckend. Das Gewicht beträgt mit Akku (und integriertem DVD-Brenner!) 1450, 1596 bzw. 1763g. Wer das Laufwerk nicht benötigt kann es mit zwei Schrauben entfernen (leider nicht im laufenden Betrieb) und so noch einmal 146 Gramm sparen. Mit dem kleinsten Akku ist man somit bei 1,3 Kilo. Das 2510p ist durch den schmalen Displayrand etwas kleiner als DIN A4 (28,2*21,3cm mit kleinstem Akku, die grösseren stehen hinten über) und lässt sich somit problemlos in einen Rucksack oder eine Tasche verstauen. Für die Sicherheit der Festplatte unterwegs sorgt eine Software, die den Lesekopf der Festplatte bei plötzlicher Beschleunigung parkt (HP 3D Drive Guard). Eine sinnvolle Erweiterung, wenn man bedenkt, dass bei Subnotebooks ein Festplattendefekt der häufigste Reparaturgrund ist (Mobilbetrieb!).



links: "Akkuparade", 9, 6 und 3 Zeller, mitte: Screenshot Akkulaufzeit mit 83Wh Akku, rechts: mit kleinem Akku auf der Digitalwaage (mit 3rd party Akku, deswegen etwas leichter).

Eingabegeräte
Die Tastatur im 2510p hat, eine Seltenheit für 12" Notebooks, normalgrosse Tasten im 19*19 mm Raster. Die Taste 1, shift links und Caps Lock sind etwas kleiner. Die Funktionstasten ziemlich klein. Alle Tasten haben einen sehr guten Druckpunkt. Die Tastaur biegt sich unter Druck kaum durch. Die Qualität ist insgesamt sehr gut und auch Vielschreiber werden problemlos damit zurechtkommen. Zur Steuerung der Maus gibt es sowohl einen Pointing Stick, als auch ein Touchpad. Die zum Stick gehörigen Maustasten sind gummiert und somit sehr griffig, recht leise und bieten einen wohldefinierten Druckpunkt. Das Touchpad reagiert präzise ist aber recht klein, mehr Platz ist einfach nicht in dem kleinen Gehäuse. Sehr praktisch ist die Scrollleiste am rechten Rand des Touchpads. Umfangreiche Konfigurationen können in der Synaptics Software vorgenommen werden. Die Tasten des Touchpads klappern ein wenig und wären besser als Mikroschalter gefertigt worden.



Tastatur mit Trackpoint und Touchpad.

Anschlüsse
Aufgrund des kleinen Gehäuses bieten Subnotebooks relativ wenige Anschlüssmöglichkeiten. Da das 2510p schon viele Merkmale integriert hat, fällt dies nicht so stark ins Gewicht. Vorhanden sind zwei USB Anschlüsse, je einer links und rechts (praktisch, damit sich beide Anschlüsse nicht im Weg sein können). AUf der linken Seite finden sich weiterhin der DVD Brenner, Modem und Netzteilanschluss. Rechts befindet sich ein PC-Card Slot, ein SD/MMC Slot, FireWIre 400, Kopfhörer und Mikrofonanschluss, sowie VGA und Dockinganschluss. An der Rückseite sind Ethernet und Kensingtonschloss untergebracht. Der VGA Anschluss liefert auf meinem 20" TFT mit einer Auflösung von 1680*1050 ein sehr ordentliches Bild, sodass der fehlende DVI kein grosses Manko darstellt.



Anschlüsse links und rechts.

Geräuschemissionen
In Sachen Geräuschemission bin ich recht empfindlich. Das 2510p ist in dieser Hinsicht sehr angenehm, bis auf einen kleinen Designfehler (dazu später mehr). Der Lüfter läuft nach kurzer Zeit mit geringer Drehzal. Dabei ist er aber so leise, dass er nur in sehr ruhiger Umgebung erst ab einem Ohrabstand von 30 cm überhaupt wahrzunehmen ist. Ich persönlich finde diese Lösung besser als ein abgeschalteter Lüfter, der alle paar Minuten hochdreht, um kurz darauf wieder zu verstummen. Noch besser wäre natürlich kein Lüfter, dann muss man sich allerdings mit gedrosselten Prozessoren oder unangenehm heissen Gehäusen herumplagen. Wie sich der Lüfter bei hohen Aussentemperaturen (über 25°) verhält, bleibt abzuwarten. Unter Last dreht der Lüfter auf mittlere Lautstärke, die bei üblicher Bürolautstärke gerade noch wahrnehmbar ist, wenn man mit Notebook arbeitet. Die Festplatte ist sehr leise und nur in ruhiger Umgebung überhaupt zu bemerken. Der DVD-Brenner hat eine für otpische Laufwerke übliche Lautstärke, beim DVD schauen regelt sich der Brenner auf einfache Geschwindigkeit herunter. Zum Designfehler: Wenn das Notebook plan aufliegt, hat der Luftschlitz nur einen sehr geringen Abstand zum Boden, sodass er nicht optimal Luft ansaugen kann, was dazu führt, dass der Lüfter länger läuft als nötig. Ich lege dann meist etwas hinten unter den Akku.

Fazit
Für mich das fast perfekte Notebook. Wenn man auf der Suche nach einem stabilen, kleinen, leichten Notebook mit möglichst guter Ausstattung ist, sollte man das 2510p auf jeden Fall in die engere Wahl nehmen. Einen Wermutstropfen gibts dann doch: in dieser Konfiguration kostet das Book fast 1800 Euro, Einstiegspreis mit kleinerer Platte und weniger RAM ist 1500 Euro.