16.02.08 Etappe 8: Tag der Wahrheit

Das Ergebnis hatte ich mir vor der Etappe etwas anders vorgestellt. Nach 120km Transfer, bei den ich schon mächtig ins schwitzen kam, weil die Klimaanlage unseres Busses nicht funktionierte und auch noch das Einschreiben vergaß.
Der erste Teil der Strecke ging zwar kontinuierlich bergauf, doch nur sehr leicht und das Tempo wurde kontrolliert hoch. Erst die letzten 25km waren etwas steiler, doch die Geschwindigkeit wurde weiterhin sehr hoch gehalten. Ich bemühte mich, eine gute Position zu halten und Alex auch vorne zu halten. Leider bekam ich so langsam meine Probleme, das wenige Training macht sich wohl doch endlich bemerkbar. Ich nutzte die restlichen Kilometer des Anstiegs noch zum K3, letztendlich wurde ich nur 77ter, verlor ca. sechs Minuten.
Morgen steht in Kuala Lumpur die letzte Etappe, ein 80km Kriterium auf dem Programm, danach geht’s via Frankfurt nach Hause :-)

15.02.08 Etappe 7: Sturz auf der Zielgeraden

... aber zum Glück bin ich verschont geblieben. Los ging es zunächst heute morgen schon um 8:55 über 126,6km. Doch zunächst ein paar Worte zu gestrigen Tag, da ich leider keinen Internetzugang hatte um einen Bericht hoch zu laden.
Es war die zweit längste Etappe (182,8km) auf hügeligem Profil, einer Bergwertung und viel viel Wind. Ich hielt mich die meiste Zeit im vorderen Teil des Feldes auf, da ich früher oder später einen erfolgreichen Ausreißversuch erwartete. Leider war ich dennoch etwas zu passiv, bin nicht immer mitgegangen und verpasste so die 16 Mann die sich erfolgreich bis ins Ziel absetzten. Stefan musste der weilen erschöpft das Handtuch schmeißen, wir sind also nur noch zu viert.
Der heutige Abschnitt war wieder tellerflach und von vielen Attacken geprägt, da die Führenden in der Gesamtwertung nur eine Sekunde auseinander lagen und Bonussekunden bei den Zwischensprints zu holen waren. Ich sprang wie jeden Tag ab und zu mit – erfolglos – am Ende kam es zur Massenankunft, bei der ich auch etwas mit rein hielt. Wenige Meter vor der Ziellinie krachte es, ich konnte nur knapp ausweichen und wurde noch 18ter.
Morgen steht die Bergankunft aus dem Programm, bei der ich Alex „Coutsie“ so gut wie möglich unterstützen werde, da er in der Gesamtwertung vorne noch alle Chancen hat!

13.02.08 Etappe 5: Same Shit, Diffrent Day

Nur weil die Etappe heute mit knapp 140kmetwas kürzer war, sollte sich das Rennen kaum anders gestalten. Mit viel Wind und Wolken (für die ich sehr Dankbar war) war es wie immer von Kilometer Null an schnell, zur Abwechslung aber mal auf leicht hügeligem Terrain.
Zwar schaffte es die eine oder andere Gruppe sich aus dem Feld zu lösen, aber von langer Dauer war dies nie. Ich sprang ebenfalls ab und an mit, aber meine Aktionen waren auch nicht vom Erfolg gekrönt.
Im Spurt konnte sich Stefan, der seit zwei Tagen mit Magenproblemen kämpft, auch nicht mehr einschalten. Ich erwischte diesmal keine Lücke und rollte somit nur ins Ziel. Danach bin ich noch etwa ne Stunde locker ausgefahren, mir die Gegend angeschaut und mir Gedanken über meinen Bericht gemacht.

12.02.08 Etappe 4: Ein Platten und Platz 13

Die Vorbereitung auf den heutigen Renntag bestand für mich darin, möglichst viel Sonnencreme auf meine Arme zu bekommen. Hat auch recht gut geklappt, meine arme glänzten schön weiß, als ich mich um 12:30 an den Start stellte.
Heute kehrte gar keine Ruhe ein... Ständig wurden irgendwelche Attacken gefahren, egal ob vorne ne Gruppe raus war oder nicht und es gab leider kein Team, dass die Kontrolle übernehmen wollte. Irgendwann, es war mal wieder richtig schnell und alles Einerreihe, erwischte mich und ein paar andere ein Schlagloch. Ich hatte hinten platt und es dauerte eine kleine Ewigkeit, bis ich ein neues Hinterrad drin hatte. Als es endlich soweit war, war gleich ein Kommissar zur Stelle und sorgte dafür, dass ich bloß nirgendwo Windschatten bekam. So brauchte ich ca 15km bis ich wieder, ziemlich grau, im Feld war.
Dort angekommen, konnte ich mich zunächst auch nicht erholen, dass Tempo war weiterhin hoch, so dass auch nicht mehr viel passierte bis ins Ziel. Dort wollte ich es mal im Spurt versuchen, hielt mich vorne auf und im Finale konnte ich auf Platz 13 sprinten. Es gewann der Deutsche Danilo Hondo, sein erster Sieg seit Ablauf seiner Sperre.

11.02.08 Etappe 3: 210 km bei 40°C

Ddas war ein langer Tag! Die längste Etappe führte uns von Sitiawan nach Banting (für Malaysia-Kenner) über 210km. Nach der Neutralisation legten wie jeden Tag die Attacken los und erst nach etwa 80km war etwas Ruhe im Feld. Scheinbar haben sich die großen Teams etwas verschätzt, oder die fünf Ausreißer hatten einen guten Windschatten. Denn 50km vor dem Ziel war ohr Vorsprung noch knapp über vier Minuten, die Teams machten Ernst und reihten sich vorne ein. Doch 30km später waren es noch immer 3:50 und es wurde klar, dass das Hauptfeld den kürzeren ziehen würde.
Trotzdem wurde eine schnelles Finale gefahren, wir unterstützten Stefan so gut es ging, jedoch befanden wir uns auf den letzten 500m auf der falschen Seite des Peletons und er kam nicht zum Zug. Jetzt haben wir ein drittel der Rundfahrt geschafft, nur noch sechs Tage und 820km.... Das wird wohl noch ein heißes hartes Stück Arbeit.

10.02.08 Etappe 2: Die nächste Hitzeschlacht

Heute schienen alle asiatischen Teams den Befehl gehabt zu haben, mindestens einen vorne in der Spitze zu haben, was zu einem sehr hektischen und schnellen Start führte. War dann einmal solch eine Konstellation mehr oder weniger erreicht, war die Gruppe den großen Mannschaften scheinbar wieder zu gefährlich und es wurde wieder hinterher gefahren.
Erst nach etwa 80km kehrte endlich etwas Ruhe ein, als zwei Japaner einen erfolgreichen Angriff starteten. Der Vorsprung wuchs auf maximal 4:30, wurde dann aber auf zwei Minuten zurückgebracht. Komischerweise beendeten die Sprinterteams mit 15km zu vor dem Ziel ihre Jagd und die Attacken gingen von vorne los. Ich sprang auch das eine oder andere Mal mit, verpasste jedoch die entscheidende Gruppe von ca 10 Mann.
Im Spurt konnte sich Stefan den dritten Platz vom Feld sichern, man kann sich also auf die erste richtige Massenankunft freuen. Auf die Sonne morgen freut sich hier mit Sicherheit niemand! Ich werde röter und röter...

09.02.08 Etappe 1: Lang und heiß

Start der ersten Etappe war heut morgen um 12:00 in Alor Setar über 182,6km. Am Tag zuvor gab es erstmal eine kleine Schrecksekunde, da der Mechaniker unter, etwas im Chinesischen Neujahres Rausch, mein Rad in Taiwan vergessen hat. Glücklicherweise kam es dann doch auf irgendeinem weg gut in Malaysia an.
Wie erwartet gingen die Attacken nach 10km Neutralisation bei Kilometer Null los! Nach einigen erfolglosen Ausreißversuchen, bildete sich nach ca 30km eine 19 Mann starke Gruppe, von uns war Alex Coutts dabei. Danach war erstmal Stillstand im Feld und mit der Zeit wuchs der Vorsprung auf über 20 Minuten. Ab und an machte die eine oder andere Mannschaft zwar einen verzweifelten Versuch die Gruppe wieder zurück zu holen, aber das Rennen war gelaufen.
Alex kam am Ende zwar nur auf einen 18 Platz, aber der Bergspezialist hat dennoch gute Chancen auf Etappe neun nochmal vorne rein zu fahren. Wir gab es noch meine erste Dopingkontrolle, mein ersten Sonnenbrand und meine erste hektische Fahrt auf asiatischen Autobahnen für 2008!

07.02.08 Zum ersten Mal in Asien

Zum ersten mal hatte ich heut morgen um 6:50 Ortszeit asiatischen Boden unter den Füßen. Nach zwölf Stunden Flug und weiteren vier Stunden am Flughafen erreichte ich Kuala Lumpur. Hier werde ich ab Samstag mit meinem neuen Team, Giant Asia Racing, mein erstes Saisonrennen bestreiten, die Tour de Lankawi.
Nach zwei erfolgreichen Jahren beim Team Lamonta, mit einem Profisieg in Spanien, zahlreichen Podiumsplätzen und der Qualifikation für Olympia, habe ich mich einer neuen Herausforderung gestellt. In Asien wo die Radsportwelt (noch) in Ordnung ist werde ich mich nun im Laufe des Jahres öfters unter Beweis stellen. Trotzdem bleibt mein Wohnsitz in Stuttgart, wo ich über den Winter endlich mein Praktikum für das Elektrotechnik Studium durchzog.
Über vier Monate erstreckt sich dieses Praktikum bei der Firma Lapp Kabel, mit 40 Stunden pro Woche eine wahre Herausforderung, wenn noch nebenbei irgendwie Rad gefahren werden soll. Dank viel Unterstützung, Beistand und Geduld meiner Freundin konnte ich mich doch recht gezielt vorbereiten und freue mich auf die endlich startende Saison.
Bei der Tour de Lankawi werde ich zunächst ohne Ambitionen fahren, es soll ein „Trainingsrennen“ mit wertvollen Kilometern und ein Kennenlernen der asiatischen Bedingungen und des Teams werden. Die Rundfahrt erstreckt sich über 1400km in 9 Tagen bei 35°C und 100% Luftfeuchtigkeit über die gesamte Insel. Ich würd sagen: Optimale Bedingungen, wenn ich für die Sauna-Rennmeisterschaften trainieren würde.
Im Moment bin ich noch am Flughafen in der malaysischen Hauptstadt, in knapp zwei Stunden geht’s weiter nach Alor Setar, Startort der ersten Etappe über 187km. Wie immer am Anfang der Saison bin ich hoch motiviert meine Webseite aktuell zu halten... lasst euch überraschen!!