Langsam beginnt die Nachfolgeorganisation der Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen (BAG-SHI), die Bundesarbeitsgemeinschaft Prekäre Lebenslagen - Gegen Einkommensarmut und soziale Ausgrenzung (BAG-Plesa) mit Leben zu füllen. Es existiert ein Email-Verteiler (Rundbrief) und nach und nach wird der Internetauftritt umgestaltet werden. So gibt es mittlerweile einen neuen Banner und Aktualitäten!

Es brauchte wohl nach der BAG-SHI-Pleite etwas Zeit, doch wichtig war es alle Mal, dass es eine Dachorganisation im Kampf gegen Hartz IV gibt. Wichtig ist dabei, dass Kontakte zur Politik und deren Vertretern wieder aufgenommen wird.
Arbeitsschwerpunkte der BAG-PLESA sind die Schnittstellen-Funktionen für unabhängige Initiativen, Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen, sowie Rechtsdurchsetzung, Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit und politisch motivierte Selbstorganisierung. Die Mitglieder und Aktiven der BAG-PLESA unterstützen die Bildung lokaler Selbsthilfeinitiativen, leisten öffentlichkeitswirksame Aufklärungsarbeit, engagieren sich mit Rat und Tat für Sozialleistungsbeziehende oder geben entsprechende Leitfäden heraus, wie sich die BAG-Plesa selbst auf die Fahnen schreibt.
Selbstverständlich hängt die Arbeit auch von den finanziellen Mitteln ab, die zur Verfügung stehen. So wird für Initiativen, als auch Einzelkämpfer, die sich der BAG-Plesa anschließen wollen, ein Beitrag erhoben. Doch im Hinblick auf die Einzelkämpfer ist dann die Erhebung eines Mitgliedsbeitrags kritisch zu betrachten, wenn z. B. Einzelkämpfer sich keine Beiträge leisten können, um sich dort zu vernetzen. Da die BAG-Plesa eine Bündnispolitik mit allen gesellschaftlich Gruppen, Verbänden, Gewerkschaften sowie sozialen Zusammenhängen anstrebt, die unseren Sozialstaat positiv im Sinne der Betroffenen verändern wollen, ist es notwendig, Erwerbstätige und Erwerbslose zu einer wirksamen Zusammenarbeit zu ermutigen und gemeinsame Anliegen herauszustellen. Solidarisierung miteinander soll so neue Nahrung bekommen und neue Wege sollen gefunden werden. Dies wäre dann besser möglich, wenn Einzelkämpfer sich kostenlos mit der BAG-Plesa vernetzen könnten.
Vertreterinnen und Vertreter unabhängiger Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen waren am 09. November in Meppen zusammengekommen, um einen neuen unabhängigen bundesweiten Dachverband zu gründen. Die Gründung war notwendig geworden, nachdem die Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen e.V., BAG-SHI, Insolvenz anmelden musste.
Die Anwesenden waren sich darüber einig, dass sich bisherige Fehler
nicht wiederholen dürfen und haben beschlossen, einen kollektiven Vorstand zu wählen.
Ein nahtloser Übergang der inhaltlichen Arbeit und die Vernetzung mit
Initiativen und Bündnissen soll so gewährleistet werden. Gleichzeitig sollen
zukünftig auch die Interessen von Betroffenen in prekärer Beschäftigung
und prekären Lebenslagen vertreten werden, da durch immer neue Verschärfungen
der Hartz IV-Gesetze noch mehr Menschen von Armut und damit auch von sozialer
Ausgrenzung bedroht sind.
Die Zielgruppen des neuen Verbandes werden damit auf Erwerbslose, Erwerbstätige
mit geringfügigen Einkommen, Sozialleistungs-BezieherInnen und alle prekär
Lebenden ausgeweitet. Das spiegelt sich auch in der
Namensgebung des neuen Dachverbandes wieder. (©Hartzkritik,
04.05.2009, Schlagwörter:
HartzIV, BAG-Plesa, Bundesarbeitsgemeinschaft, Sozialberatung, Lebenslagen,
prekär)