Benedikt Hebenstreit hatte, zwei Söhne namens Ludwig und Georg. Ihnen wurde von Kaiser Rudolf II. mit Datum Prag, 19. März 1607, ein Wappenbrief verliehen, in dem sie für die getreuen, gehorsamen und willigen Dienste belohnt werden, „so nit allein Ihr Vatter Benedikt Hebenstreit, alss gewesener Bürger und Hantelssmann in Unserer Statt Linz uns und Unserem löblichen Haus Oesterreich in befürdern und mehrung unseres Chamergutes bey den Mauthen und Aufschlägen underthenigst erzaigt und bewisen, sondern auch Sy die Hebenstraits Gebrüder zur gleicher Nachuolg gehorsamist erpüttlich seyen auch wol mögen und sollen“. Interessant ist nur, daß die Brüder und Bürger zu Linz als Ludwig und Georg „von“ Hebenstreit bezeichnet werden. Wie diese Bezeichnung „von“ in das Diplom kam, ist unerklärlich, da es sich hier keineswegs um eine Nobilitierung handelt. Das verliehene Wappen ist jenes, dem wir bald darauf in den verschiedenen Siegeln Ludwigs, zunächst noch mit geschlossenen Helm, begegnen. Es wird im Wappenbrief folgendermaßen beschrieben: I.)„Mit Namen ain Schilt, in Mitte Überzwerchs in zway gleiche theil abgetailt, dessen unter in sechs gleiche Strassen, der schwer nach einwerts alss unterscheaiden ist, dass deren erste, dritt und fünfte weiss oder Silber und die anderen Plaw oder lasurfarb seindt. Deroben aber der lengs nach wiederumb in zway gleiche theil abgethailt ist, deren das hinter gelb oder Goldfarb und vorder schwarz ist, darinen fürwärts aufrecht erscheint eines Jünglings gestalt ohne Fuß, geklaidet ist, vornen herab mit vier gelbe Knöpfeln eingethan und umb die Weiche mit ainer des Schilts Farben nach und zurückfliegenden Enden umgethan, seine Linke in die Hüfft schwingendt, rechten Hand aber über sich zum straich gerichtet ain Streitkolben und auf seinem Haubt ain Sturmhaben habentd, auf dem schilt ain Stechhelm, zur linken mit weiss und Plawer und rechten Seite schwarzer und gelber Helmdecken und darob von derselben Farben ainen gewundenen Pausch geziert, darauf zwischen zwayen aufgethane mit den Sachsen einwerts gekehrte und in Mitte überzwerchs gleich angethailten Adlersflügeln, davon die hintere untern weiss oben Plaw, die vordern unten schwarz und oben gelb oder Goldfarben ist, erscheint abermals ain Jünglings-gestalt allerdings wie unt im Schiltt.“ Und nun sehen wir ganz deutlich: das Stammwappen der Hebenstreit aus Rothenburg II.) wurde vermehrt. III.-IV.) Ludwig 1624 erhielt er vom Kaiser Ferdinand II. eine Nobilitation, nach der er mit rotem Wachs siegeln und sein Wappen drucken durfte.151 „Ein quadrierter Schilt, in dessen hinder unnder und vorder obern jedwede schwarzen quartier ain gelber Schwan mit Rotem Schnabl gegen die rechte Seit aufrecht stehend, in den andern beiden weiss oder Silberfarben Quartier aber die Gestalt eines Jünglings bekleidet in engen nach der lengs und überzwerch in Viertheil getheilt Rocks, also dass der hinderunder und vorder ober Rot, und die andern beide weiss oder silberfarb. Auf dem Haubt bedeckt mit ein nach der lengs gleich abgeteilt Kappel, also dass der vorder Theil weiss oder silberfarb und der hinder rot, in der recht Hand ein zuruck geschickter Hammer anein gelb Stil, über sich gleichsam zum Streich haltend und die Linke an die Seit schwingend, ob dem Schilt ein freyer offener adelicher Turnierhelm das zur recht mit schwarz und gelb oder goldfarb und zur linken mit Rot und weiss oder Silberfarben Helm decken und ein gelber oder Goldfarbener königlichen Cron geziert. Darob oben noch ein Jüngling allerdings im Schilt gestaltet.“ 151) 16. August 1624, Solbuch etc. Gratiolsdus, Haus- und Staats-archiv Wien. Qwelle: http://www.ooegeschichte.at/uploads/tx_iafbibliografiedb/hjstl_1964_0011-0040.pdf |