Foto Kite Connection Brazil


Römö by Bus

Die Ausbau Story des Kite-Mobils (T4 hoch/lang)
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Der Bus war ein Servicefahrzeug einer Medizintechnikfirma und damit in super Zustand. 2,5l Hubraum mit 103 PS, damit man auch mal nach der Arbeit schnell am Wasser ist...Standheizung, Hochdach und Armlehnen waren schon vorhanden. In Summe 126Tkm gelaufen, Scheckheftgepflegt mit neuem Zahnriemen und anderen neuen Verschleißteilen. Gute Voraussetzungen also...

Der Bus vor dem Ausbau


Ziel war es ein Wohnmobil zu bauen das auch Wintertauglich ist, also mußte eine gute Isolierung her.
Aber zuerst....wie bei "pimp my ride": Strippen - Alles muß raus!



Die Isolierung ist Extremisolator von TroPlast, teuer aber gut. Es ist Brandhemmend (TÜV!), zieht keine Feuchtigkeit und verliert keine Glasfasern (Glaswolle) die man später einatmet. Die Angaben für den Kleber passen allerdings nicht. Der Verbrauch an Bostik Kleber ist sehr hoch, da das Material ziemlich saugt!
Extremisolator gibt es bei REIMO.de oder www.freizeitwelt-dreye.de in Bremen. Passenden Kleber gibt es dort auch. Habe alternativ später Pattex aus der Dose verwendet den es in jedem Baumarkt gibt. Achtung lüften! Sonst sieht man schnell bunte Bilder ;-)


Nach dem Zuschnitt der Isolatormatten mußte noch eine Dachluke für frische Luft rein. Wie sich später herausstellte habe ich dabei einen Fehler gemacht den noch andere Ausbauer gemacht haben. Im GFK Dach ist eine "Vorbereitung" für eine Dachluke drin die ich dankend genutzt habe. (Dachspriegel gehen nicht durch und eine Aussparung ist vorgezeichnet). Beim weiteren Ausbau und bei der jetzigen Nutzung hat sich herausgestellt, daß die Dachluke ein Feld weiter vorn, also ca. 30 bis 40 cm weiter in Richtung Fahrerhaus hätte sein müssen. Da ich eine Zwischendecke eingebaut habe (bei mir Stauraum, kann aber auch für ein Bett sein) ist die Dachluke jetzt fast abgedeckt, schlauer ist es aber die Luke direkt über dem Küchenblock zu haben.


Pünktlich nachdem ich das Loch im Dach hatte fing es unglaublich an zu schneien! Da der Bus nicht in die Garage paßt mußte eine Alternative her um das Loch mit der Dachluke zu schliessen....

Ausbau Dachluke
Also Sonnenschirm raus und im Schneesturm (!) die Dachluke rein...


Dachluken gibt es wie Sand am Meer, da mein Bus nicht der Langsamste ist habe ich mich für eine etwas teurere "Fiamma Vent" entschieden, da sich normale Dachluken sich bei höherer Geschwindigkeit aufziehen. Auch bei mir war das noch leicht der Fall. Durch Montage eines Spoilers (Fiamma) vor der Luke ist das aber kein Problem mehr. Müßte ich nochmal eine nehmen würde ich allerdings zum Fliegengitter auch noch ein Rollo nehmen...


Für die Verkleidungen habe ich Schrankrückwand verwendet. Das gibt es in fast jedem Baumarkt und ist deutlich kostengünstiger als die Reimo Sperrholzplatten. Allerdings hat die Baumarktvariante den Nachteil, daß Sie nicht so stabil ist (Achtung beim zuschneiden!) und die Temperaturunterschiede nicht so gut mitmacht. Allerdings ist das nur bei sehr schmalen Streifen wie am Dachholm innen ein Problem (wird leicht wellig). Befestigt habe ich die Platten mit Spreiznieten die es im VW Zubehör gibt (15ct/Stück). Hat den Vorteil, daß die sich sehr leicht wieder lösen lassen, würde ich nächstes Mal aber mit normalen Blechschrauben machen, die gibt es im Campingzubehör auch mit Kunststoffabdeckungen. (kostengünstiger!)


Das Kite-Mobil sollte ausreichend Schlafplatz für zwei Personen haben, aber auch die Möglichkeit bieten mal im Bus zu sitzen (auch mit mehr Leuten) wenn das Wetter mal nicht so mitspielt. Ich habe mich deshalb für eine U-Variante entschieden, die bei der langen T4 Version sogar in Kombi mit Küchenblock (Spüle, Kocher, Kühlschrank) möglich ist. Das Bett ist aufgrund meines großen Kühlschranks zwar nur 1,90m lang, ist aber für mich mit 1,83m völlig ausreichend. Außerdem entschädigt die Breite von 1,65m ;-)
Ich habe alle Teile einzeln gezeichnet und mir die Teile dann von Freizeit-Dreye zuschneiden lassen soweit das möglich war. Die Anpassungen habe ich dann direkt im Wagen gemacht. Pappschablonen und gebogener Draht als Konturhilfen. (...und die Stichsäge im Anschlag...)
Die Holzplatten sind beschichtet aber nicht kratzfest. Im Nachhinein würde ich die deutlich teureren kratzfesten empfehlen, Finnen hinterlassen beim Einschlag böse Schrammen! (www.Freizeit-Dreye.de oder Reimo)




Bei meiner Variante entsteht ein Kofferraum wie beim "normalen" T4, der nur über die Hecktüren zugänglich ist. Die Kofferraumplatte muß allerdings über einen Rahmen abgestützt werden, da die relativ große Platte sonst bricht.



Nachdem die Möbel zusammengebaut waren mußte alles wieder raus, weil noch ein pflegeleichter (und gutaussehender) Fußboden rein sollte.
Der Fußboden ist eine Industriebeschichtung wie sie in Produktionsbetrieben verwendet wird. (falls ich mal mit dem Gabelstapler rein muß, hält er auch aus...)
Die Beschichtung ist extrem beständig, Wasserfest und sieht auch noch gut aus! Kann mir keinen besseren Boden vorstellen! Besen raus, ausfegen, sauber. Für die Nacht gibt es einen Teppich vor das Bett.
Ausführung: Fa. Malien Kunststoffbeschichtungen www.malien.de


An dieser Stelle noch mal vielen Dank an Schicko für die "saubere" Arbeit!


Wie man sieht hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon einen Teil der Elektrik verlegt. Schaltzentrale ist später neben dem Küchenblock in der Seitenbox in der auch die Zweite (Gel) Batterie Platz finden wird.


Danach folgte der größte Horror! Verkleidungen in das Trapezförmige und mit abgerundeten Ecken versehene Dach.... Hier habe ich Pappelsperrholzplatten von Freizeit Dreye (oder Reimo) verwendet. Diese Rundungen sind mit Schrankrückwänden nicht mehr zu machen. Befestigung mit Blechschrauben und Kunststoffkappen.

In der Mitte sieht man den Hubtisch, der über einen Hebel nach oben ausfährt (Ebay). Das fehlende Stück am Bett (Bettverlängerung) wird mit einer Klappstütze (braun) am Bettkasten und ausfahrbaren Stützen am Tisch befestigt


Weitere Frischluft gab es dann noch für den Kühlschrank mit großen Lüftungsgittern (Camping Wunderlich HH) und über Schiebefenster (Ebay).


Das war dann der zweite Horror...Löcher sägen ind das "neue" Auto...
Auch die Steckdose für 230V fand hier Platz (Baumarkt oder Camping Wunderlich HH) Achtung! Wer keine Ahnung von Elektrik hat: Finger weg! Die Dose muß abgesichert werden, da es auf dem Campingplatz auch mal nass werden kann und dann gibts nen sauberen Schlag oder der frisch gebaute Wagen fackelt ab. Lieber jemanden Fragen der sich damit auskennt!

Die Polster sind von Schaumstoff Lübcke Hamburg. Der Stoff stammte von Ebay. Schaumstoff Lübcke schnitt den Schaumstoff und bezog die Polster mit Stoff. Ich habe einen Samtstoff gewählt. Kann ich aber nicht sooo sehr empfehlen, da man jeden Krümel darauf sieht, was beim Kiten nicht ideal ist. Also lieber groben Stoff nehmen.
Gardinen nähte mir eine Freundin (Danke Kerstin!), der Stoff dazu kommt von IKEA. Befestigt habe ich sie mit Spiraldrähten und Druckknöpfen die es in jedem Campingbedarf gibt.
Kühlschrank von Ebay. Der Schrank in dem der Kühlschrank sitzt muß absolut Luftdicht sein, sonst pfeift einem ständig der Wind um die Ohren! Außerdem weht einem der ganze Sand am Strand rein.
Spüle, Kederleisten, Türschlösser, Lampen usw. von Freizeit Dreye Bremen oder Freizeit Wittke in Berlin Tegel.
Schranktüren halb aufgesetzt, würde ich nie wieder machen! Zuviel Arbeit! Einfach aufsetzen, wesentlich einfacher und schneller.
Spüle und Kocher ist nett, kommt aber recht selten zum Einsatz. Der Frisch- und Abwasserkanister sitzen unter der Spüle im Schrank.
Campingstühle aus dem Baumarkt (Anglerstühle), 2 normale plus 1 Liegestuhl passen in die eine Bettkiste.
Thermomatten für die Fenster (auch für die großen Heckfenster) gibt es beim "Berliner Campingprofi".

Hier ein paar Bilder vom fast fertigen Ausbau. Inzwischen ist noch einiges dazugekommen. Back to back Sitz, Einstieg in Tropfenblech mit blauen Neonröhren, Kocherabdeckung, weiße Blinker usw.
So richtig fertig ist es ja nie......


Im "Alltagsbetrieb" zeigt sich das die Lagerung des Kitematerials im Dach nicht so optimal ist. Man schleppt halt den Sand immer durchs Auto. Wenn man ein festes Bett baut, das höher eingebaut ist kann man das Material von hinten durch die Hecktüren "unter das Bett" werfen. Allerdings fällt dann die schöne Sitzecke weg. Hat halt alles Vor- und Nachteile. Ich bin jedenfalls bisher zufrieden und hoffe ich konnte einige Anregungen für den Ausbau bieten.