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.... Heiko Klimmer |
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Trainings Update 25.08.08 - Kiel Die letzte Woche verlief, planmäßig ruhig - zur Umsetzung des Trainings. Ich bemühe mich nun vorsichtig anzuziehen. Wenn es gut geht, wird es ein Belastungsblock über drei Wochen. Das liefe auf 13 Tage Regeneration vor dem Berlin-Marathon hinaus. Für mich ist das die beste Variante. Zumindest für dieses Jahr. Sollte es erforderlich werden, kann ich den jetzigen Belastungsblock auch nach zwei Wochen beenden. Die letzten 20 Tage muss ich dann entsprechend anders trainieren. Bei dieser Möglichkeit, würde ich auf jeden Fall einen 30-km-Lauf innerhalb der letzten zwei Wochen laufen. Sonst wahrscheinlich nicht. Da ich bisher nicht viel trainieren konnte, werde ich mit Ausnahme des Kiel-Laufes am 14. September (10,5km) an keinen Wettkämpfen teilnehmen. Ich habe nichts drauf und würde mich dabei nur selbst abschießen. (Insbesondere auf längeren Wettkampfstrecken) Für Berlin bin ich trotzdem optimistisch. (Vielleicht wieder eine Zeit unter 2:40 Std.) Dazu muss ich noch etwas häufiger trainieren, längere Strecken laufen und ein höheres Tempo... Natürlich aber arbeite ich nach dem Minimalprinzip, denn eigentlich habe ich keine Zeit für ein Marathontraining. |
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Why Does It Always Rain On Me? 20.08.08 - Kiel Als ich heute vom Training kam, lief dieser Travis-Song gerade im Radio. Nichts war in dem Moment passender. Über die Hälfte meiner Trainingsläufe findet zurzeit im Regen statt. Aber Regen ist in Kiel nichts besonderes. In keiner anderen Stadt sieht man so viele Menschen mit Goretex-Jacken auf den Straßen. Manche Kieler gehen nicht ohne Gummistiefel aus dem Haus. Es ist nicht auszuschließen, dass Travis hier in Kiel (Schleswig-Holtstein) inspiriert wurden. Einmal war ich im Urlaub in einer noch feuchteren Gegend. Das war in Afrika, Rwenzori Gebirge (Uganda) mit einer Regenwahrscheinlichkeit von 90% während der "Trockenzeit". Gefühlt kommt Kiel da ganz dicht ran. Mein Training dieser Woche dient der Regeneration. Die letzten 10 Tage waren ziemlich hart. Ich muss dann noch mal 2-3 Wochen durchziehen, um für Berlin in Form zu kommen. Trotz der Verletzungswochen sollte das zu schaffen sein. Meine Meldebestätigung ist schon eingegangen und das Hotel ist gebucht. |
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Punkt e sammeln 10.08.08 - Kiel Überall gibt es Punkte. Vorausgesetzt man benutzt die passenden Kundenkarten und konsumiert viel, bekommt man für Umsätze Punkte zurück. Jedes Mal wenn ich mit der Kreditkarte bezahle gibt es "Payback-Punkte". Beim Telefonieren "Vodafone-Stars-Punkte", bei der Deutschen Bahn "Bahn-Bonus-Punkte" und beim Tanken "Shell-Clubsmart-Punkte". Mehr habe ich nicht. Zum Jahresende kommen von verschiedenen Stellen noch ein paar Gutscheine und Bonuscodes dazu. Für die nächsten Einkäufe. Die Bonuspunkte auf den Karten muss man irgendwann in Prämien einlösen. Man bekommt gewissermaßen ein kleines Geschenk dafür, dass man dem jeweiligen Anbieter konstante Umsätze bescherte. Beim Tanken habe ich mich manchmal geärgert, dass ich einen sparsamen Diesel fahre. Die guten Prämien gibt es erst ab etwa 10.000 Punkten. Ich brauchte fast drei Jahre um mir jetzt einen iPod-shuffle abzuholen. (8.999 Punkte) Der iPod ist natürlich super hip und erst jeder zweite Läufer, der mir sonntags an der Kiel-Linie entgegen läuft, hat so ein Ding. Der Mini-iPod liefert perfekten Sound und wiegt fast nichts. Ideal zum dauerlaufen. Leider sind meine Ohren für die Kopfhörer ungeeignet und rutschen die Dinger oft raus. Trotzdem hatte ich heute einen kurzweiligen Lauf, mit "La Radiolina" von Manu Chao. Mein Tempo lag immerhin bei 4:25/km. Ohne iPod hätte ich 10 sec/km schneller sein können. |
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running high 05.08.08 - Kiel Der Österreicher Christian Stangl ist Extremsportler. Oder Abenteurer. Eine Mischung aus beidem trifft es am Besten. Er selbst nennt sich Skyrunner. Christian Stangl läuft hohe Berge hinauf. Vorzugsweise Berge über 6.000 Meter und in wenig einladenden Regionen, im ewigen Eis und Salzwüsten. Meistens stellt er dabei Weltrekorde auf. Keine Kunst, wer macht das sonst noch...? Von den richtigen Bergsteigern wurde Stangl lange Zeit belächelt. Vielleicht weil er noch keinen 8.000er bestiegen hatte. Das ist so ähnlich wie Ultraläufer, die im Marathon nie unter 2:20 Std. blieben. Dann rannte Stangl in 16:42 Std. auf den Mt. Everest (8.848m). Höher geht es nicht. Normalerweise benötigen gute Bergsteiger für diesen Aufstieg 5 Tage. Fast alle verwenden künstlichen Sauerstoff. Das erhöht die Gipfelchance und verringert die Risiken in der Todeszone, oberhalb von 8.000 Metern. Nur eine Handvoll noch lebender Bergsteiger, schaffte den Everest ohne Flaschensauerstoff. Christian Stangl gehört dazu. Keine Sauerstoffflaschen, keine Hochlager, keine Sherpas, kein unnötiges Gewicht. So ist sein Stil. Nicht zum Nachahmen, wie er selber sagt. Vor dem Everest, hatte Stangl auf diese Art bereits Kilimanjaro, Aconcagua und Elbrus bestiegen. Die höchsten Berge Afrikas, Südamerikas und Europas. Es fehlten noch die höchsten Punkte von Nordamerika (Denali), Australien/Ozeanien (Carstensz-Pyramide) und Antarktika (Mt. Vinson). Inzwischen sind auch die geschafft und die "Seven Summits" komplett. Auf 4-seasons.tv kann man einen Film über das Training des "Skyrunner" und der Expedition zur Carstensz-Pyramide sehen: |
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Verletzungspech 29.07.08 - Kiel Verletzungen kommen eigentlich immer ungelegen. 8 Wochen vor dem geplanten Marathon ist mit Sicherheit kein guter Zeitpunkt. Besonders wenn man noch nicht so richtig mit der Marathon-Vorbereitung begonnen hat. Leider ist mir das gerade passiert. Seit einer Woche kann ich wegen einer heftigen Zerrung nicht mehr vernünftig laufen. Vielleicht ist es auch ein Muskelfaserriss. Wahrscheinlich.. Es ist jedenfalls der rechte Oberschenkelbeuger betroffen. Nach meiner Hypothese hängt es damit zusammen, dass ich insgesamt zu wenig trainiere und wenn dann immer gleich zu hart. Vielleicht bin ich auch zu alt. Möglicherweise ist es eine Mischung aus beidem. Ich muss warten, bis es wieder geht. Manchmal jogge ich ein wenig um zu fühlen, wie sich die Heilung entwickelt. Das Tempo reicht gerade aus, um nicht von den Nordic-Walkern überholt zu werden. Ein angenehmes Tempo. Ich beginne mich damit anzufreunden. Die Schmerzen lassen allmählich nach. Ich schätze in einer Woche ist es wieder gut. |
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born to run 27.07.08 - Kiel "Born to run" , so heißt ein Buch über Achim Heukemes. "Zum Laufen geboren". Heukemes läuft nicht 10km oder Marathon. Er läuft längere Strecken: 100km, 24-Stunden, 6-Tage, 1.000km, 1.000-Meilen... Dirk, ein Lauffreund aus Kiel, lieh mir dieses Buch. Es lag ein paar Wochen unter anderen Büchern in meiner Wohnung und irgendwann habe ich darin gelesen. Autor ist Ufilas Meyer, ein laufender Nachbar von Achim Heukemes. Im Hauptberuf ist Meyer Psychotherapeut. Wahrscheinlich keine schlechte Vorraussetzung, wenn man etwas über Extremsportler schreiben will. Das Buch enthält auch Zeitungsberichte, Gespräche und Interviews über und mit dem Extremläufer. Was Heukemes selbst sagt, sind die besseren Stellen im Buch: einfache und verständliche Sätze: Frage: Wie wird man Dauerläufer? A.H.: "In dem man sich auf längere Strecken begibt, die länger als Marathon sind." Achim Heukemes, ein ehemaliger Trucker und Schichtführer einer Druckerei kündigte mit 48 Jahren seinen Job und beschloss Profiläufer zu werden. Davor war er zweimal verheiratet und geschieden, bevor er mit 34 Jahren den ersten Marathon lief. Die Strecken wurden immer länger und irgendwann fehlte die Zeit, um neben Training und Wettkampfreisen einer geregelten Arbeit nachzugehen. Die Projekte mussten immer spektakulärer werden, wegen der Öffentlichkeit und der Sponsoren. Auf seiner Homepage gibt Heukemes bis jetzt 250 Millionen Medienkontakte (Print) und 650 Sendeminuten im TV an. Die Medienkontakte sind ausschlaggebend für die Sponsoreneinnahmen. Was gehört alles neben dem Laufen zu deinen beruflichen Pflichten? A.H.: "Erstens ist es die Geldbesorgung, Sponsorenbesorgung, dann, sich neue Events, also Höchstleistungen auszudenken. Dazu kommen: Terminplanungen machen, Geschäftsgespräche führen, auf Veranstaltungen gehen, sich präsentieren, Autogrammstunden geben und so weiter..." Darum dreht es sich: Sponsoren eine Öffentlichkeit bieten und deren Geld wieder in öffentlichkeitswirksame Ausdauerleistungen investieren. Was wird von dir erwartet? A.H.: Erwartet wird, dass ich mit meinen sportlichen Leistungen in Presse und TV bin und dass ich hier und da eine Meisterschaft erringe, entweder eine deutsche oder mit dem Nationalteam irgendwas erreichen, und dass ich irgendwann mal - also es sollte schon alle 2 Jahre passieren - eine Weltbestleistung aufstelle." Zurzeit hält Achim Heukemes noch die Weltrekorde in der M50 im 6-Tage-Lauf (Straße) und über 1.000 Kilometer und 1.000 Meilen. Viel Konkurrenz gibt es nicht. A.H.: "Es ist nicht so wie in der Marathon-Szene, wo sich Hunderte tummeln, die alle unter 2:10 laufen. Bei uns ist die Auswahl mehr handverlesen. Es gibt 10 ungefähr in der Welt, die diese Distanzen laufen, die ich mache." |
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7 Minuten Laufschuhkauf 22.07.08 - Kiel In den letzten Wochen habe ich mir zweimal neue Laufschuhe gekauft. Zuerst ein Paar Brooks "Axiom" und vorige Woche ein Paar Brooks "Dyad". Der Axiom ist ein leichter Trainingsschuh und auch für Wettkämpfe geeignet. Der Dyad ist sehr stabil, etwas klobig. Ich habe bemerkt, dass ich mich beim Laufschuhkauf sehr schnell entscheiden kann. Schneller jedenfalls als die meisten Schuhkäufer. Mir genügt es eigentlich den Schuh kurz am Fuß zu fühlen und ich kann eine Entscheidung treffen. Beim ersten Kauf war ich keine 7 Minuten im Laden. In dieser Zeit habe ich 4 leichte Laufschuhe anprobiert und dann den Brooks genommen und bezahlt. Inzwischen bin ich ein paar Mal mit dem Schuh gelaufen. Er ist eine ausgezeichnete Wahl. Wäre es nach der Verkäuferin gegangen, hätte sie meine Füße genau untersucht, was mir wegen des Geruches peinlich gewesen wäre. Ich hätte Angaben zu meinem Training machen und auf einem Laufband laufen müssen. Das hätte mir vielleicht das Gefühl gegeben, ganz individuelle Füße zu besitzen und vielleicht den Preis von 120 Euro gerechtfertigt. Die üblichen Erklärungen über Pronation / Supination konnte ich mit dem Wort "Neutral" umgehen. Materialien und Härtegrad der Schuhe seinen mir solange egal, wie ich mich in den Schuhen wohl fühle. Der zweite Schuhkauf dauerte 12 Minuten. Ich habe noch ein paar Socken und einen Slip mitgenommen. Auch dafür kann man sich beraten lassen. Nebenbei beobachtete ich, den sich anbahnenden Schuhkauf eines jungen Mannes. Er stellte sich mit präzisen Angaben zu seinem Training vor und wir haben erfahren, dass er im Frühjahr seinen ersten Marathon in Hamburg (3:37 Std.) lief. Nun soll eine Zeit unter 3:30 Std. angepeilt werden. Der Läufer war etwa 20 Zentimeter kleiner als ich. Trotzdem bekam er die selbe Schuhauswahl gereicht, wie ich beim letzten Mal. Seine Entscheidung habe ich nicht mehr mitbekommen, weil mein Einkauf beendet war. Einen Moment lang malte ich mir aus, dass Haile Gebrselassie zur Tür rein kommt. "Hallo ich bin Haile, laufe 280 Kilometer wöchentlich und will im Herbst unter 2:04 Std. bleiben...." Bei der Laufbandanalyse wäre aufgefallen, dass Haile Vorfußläufer ist. Wahrscheinlich jedoch hätte er trotzdem unter den selben Schuh-Modellen auswählen müssen. |
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"Besen-Wagen" 10.07.08 - Hannover Im Olympiajahr 1992 war ich 27 Jahre jung und wollte in Hannover die Olympia-Norm laufen. Die Strecke verlief damals unweit des Hotels, aus dem ich gerade schreibe. Meine Vorbereitung war soweit ganz gut. Anfang März lief ich in Frankfurt 1:03:54 über Halbmarathon. Es hätte reichen können. All die Jahre als Leistungssportler quälten mich meine Achillessehnen. Meistens so stark, dass ich nicht normal laufen konnte. Stephan Freigang fragte mich mal, ob ich einen Hüftschaden hätte. Nein - es waren nur die Achillessehnen, wegen derer ich so abgehackt lief. Die letzten 3 Wochen vor dem Hannover-Marathon konnte ich nicht mehr trainieren. Ich habe es trotzdem versucht und bin in der Spitzengruppe bis 12 km gekommen. Dann setzte ich mich an den Straßenrand und wartete auf den sogenannten "Besenwagen". Die "Besenwagen" fahren bei den großen Marathonläufen hinter den letzten Läufern her und sammelt die ein, die nicht weiter können. Statt "Besenwagen" sagt man manchmal auch "Lumpensammler". Ich wartete eine gute Stunde darauf, dass ich eingesammelt werde. Trotz großer Mengen Schmerzmittel in meinem Körper, wäre es für mich nämlich unmöglich gewesen die 12 Kilometer zurück zu laufen. Ich saß also am Straßenrand und beobachtete all die Läufer, die an mir vorbei zogen. Ziemlich viele Sportfreunde aus Halle darunter, welche ich normalerweise daheim abhängte. An dem Tag, waren sie eindeutig erfolgreicher. Auch die übergewichtigen Läufer und die Rentner, die dann kamen. Sogar ein Läufer mit Unterbein-Prothese lief an mir vorbei. Als der "Lumpensammler" meinen Beobachtungsplatz erreichte, war er schon ganz gut gefüllt. Ich staunte darüber nicht schlecht, weil es ja erst 12 km waren. Die Läufer im Wagen waren alle gut gelaunt. Einer war in dem Jahr schon zweimal eine Marathonstrecke im Besenwagen abgefahren und hatte viel zu erzählen. Mich nervte der Transport wegen seiner Langsamkeit. Man muss sagen, dass wir konsequent hinter dem letzten Läufer des Feldes blieben. Vielleicht ein Tempo von 8 Min/km und immer anhaltend, wenn der Läufer eine Gehpause machte oder Verpflegung brauchte. Natürlich haben wir versucht den Mann zum einsteigen zu bewegen, aber er hielt sich standhaft und glaubte den Marathon zu schaffen. Ob er ins Ziel gekommen ist kann ich nicht sagen. Am 20-km-Punkt verließ ich das Fahrzeug, weil dort eine U-Bahn-Station war und ich so viel schneller zurück kam. Insgesamt bin ich bisher bei 2 Marathonläufen ausgestiegen. 18 mal erreichte ich das Ziel. Eigentlich keine schlechte Bilanz. Ich glaube drei deutsche Läufer unterboten 1992 die Olympianorm von 2:13:40. Zwei verletzten sich anschließend ebenfalls, einer holte die olympische Bronzemedaille. Es war Stephan Freigang aus Cottbus. |
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