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Gesundheitstraining
24.06.09 - Kiel

Mein kleines Fitnessprogramm ist nun wieder angelaufen. Neben lockeren Dauerläufen, mache ich anschließend meistens auch etwas Krafttraining für Rücken, Bauch, Beine, Po... Körperlich habe ich auf dem hohen Berg etwas abgebaut. Aber vorher war ich auch schon nicht richtig fit. (Rückenschmerzen usw.) Ich werde diese Problemfelder bearbeiten und das Lauftraining zum Entspannen nutzen.

Es gibt daher noch keine Wettkampfziele oder neuen Berge in Vorbereitung. Ich denke, dass Zielstellungen wichtig sind. Aber man sollte sich nicht ständig, in enger Abfolge, immer ehrgeizigere Ziele auferlegen, alles steigern und noch verbessern wollen. Kleine Pausen sind nicht schlecht. 

Kommentar


No shortcuts to the top
18.06.09 - Kiel

Hier noch ein paar Fotos der Denali-Besteigung, von Ende Mai und der Bericht.  
Wie ungefähr 1.000 anderer Bergsteiger hatte ich mir am Anfang des Jahres ein Permit für den höchsten Berg Nordamerikas ausstellen lassen. Insgesamt waren wir in einer Gruppe von 14 Leuten unterwegs, wobei wir der Übersicht halber in mehreren "Expeditionen" registriert waren. Wir (Paul, Eberhard, Alex und ich) bildeten die "Germany's Westend Expedition". Wir kooperierten am Berg mit den Jungs von "Werk4", "Wiener Glück und den "Wilden Kerlen". Allerdings agierten Alex und ich bald zu zweit, um schneller zu sein, unter dem Namen "Die Durstigen". Unseren neuen Namen verdienten wir uns an den beiden ersten Abenden in Anchorage.



"Die Durstigen" machten aber nicht nur am Tresen eine gute Figur. Zielstrebig und schnell arbeiteten wir unsere Bergetappen ab. Notfalls auch bei schlechtem Wetter. Auch ein Name wie "Die Schnellen" wäre erlaubt oder wegen unseres minimalen Gewichtes (kurzerhand vergruben wir in Lager 3 ein Großteil unseres Gepäckes): "Die Ultraleichten". Wir brauchten wirklich nicht viel und sind oft mit einer täglichen Mahlzeit ausgekommen. Am Morgen des Gipfeltages reichten uns je zwei Schokokekse und eine Tasse Tee für 1.000 Höhenmeter.


"Squirrel Hill"

Wir hatten ziemliches Glück: der Berg hat sich nicht ernsthaft gewehrt. Zwei härtere Sturmtage fielen zufällig mit unseren geplanten Ruhetagen zusammen. Und als wir gipfelbereit waren öffnete sich das Wetterfenster für zwei Tage. 
Naja - an unserem Tag war es kein komplettes Traumwetter (-35 Grad, oben: dichter Schneefall und keine Sicht), aber man konnte gehen. Andere mussten am Denali wochenlang warten.


West Buttress

"Die Durstigen" schätzten ihre Fähigkeiten realistisch ein und wählten von Anfang an, wie fast Alle die Normalroute ("Washburn Route") über den West Buttress. Es gibt sonst noch einiges an Abkürzungen um auf den Gipfel zu kommen. Diesen Routen, mit klangvollen Namen, wie "Messner Couloir", "Czech Direct", "Orient Express", führen fast senkrechte Eiswände hinauf und durch lawinengefährdete Querungen. Ab und zu konnte man dort Bergsteiger beim Klettern beobachten. Aber auch ein Aufklärungsflugzeug und ein Helikopter, tagelang auf der Suche nach Vermissten. (erfolglos)


West Buttress

Was der Berg nicht verhinderte, hätte ich durch mein Ungeschick vielleicht schaffen können. Hier die Hitliste meiner Fehltritte:

- am ersten Tag riss ich mir ein 30cm großes Loch in die Gore-Tex-Hose. Genau am Arsch. Das war natürlich unangenehm (eiskalt) Den Rest der Tour stopfte ich ein Schaumstoffkissen in die Hose.

- Nach den ersten 200 Metern mit meinen neuen Schneeschuhen hätte ich Diese am liebsten in eine Gletscherspalte geschmissen, weil total unbrauchbar in Kombination mit meinen Expeditionsstiefeln. Also die Dinger zwei Tage geschleppt und in Lager 3 vergraben. Beim Aufstieg war der Schnee fest und alles kein Problem. Leider gab es beim Abstieg, 10 Tage später, Neuschnee. Meistens bin ich nur bis zu den Knien eingesunken, manchmal aber bis zum Bauch...

-  Beim Fotografieren am "West Buttress" konnte ich erstaunlicherweise einen abgestützten Trekkingstock zurückholen. Normalerweise ist alles verloren, was am "West Buttress" über die Kante kippt. Mein Stock rollte komischerweise nur 30 Höhenmeter und stoppte dann vor einer Spalte. Oberhalb 5.000 Metern ist es nur lästig wieder abzusteigen, um einen Stock zu holen.

- Im Highcamp, am Abend vor dem Gipfeltag trat ich mit dem Steigeisen auf meine luftgefüllte Iso-Matte. (das Flickzeug war 800 Meter tiefer) Hätte Tilo nicht eine zweite Matte gehabt, ich hätte absteigen oder sehr stark frieren müssen.


Gipfeltag ca. 6.000 Meter (beim Abstieg aufgenommen)

- Beim Traversieren zum Denali-Pass (am Gipfeltag) verlor ich mitten im Hang meine Mütze, während ich versuchte die Schneebrille eisfrei zu machen. Ich konnte den Aufstieg mit der Sturmhaube fortsetzen. Schön ist es trotzdem nicht, wenn die Ausrüstung weniger wird.
Vor den Verlusts der Daunenhandschuhe hatte ich mich diesmal durch eine Art Kindersicherung geschützt, indem ich ein langes Band durch beide Ärmel und über den Rücken legte, an welchen beiderseits die Handschuhe befestigt waren. (Am Aconcagua musste ich voriges Jahr auf 6.500 Metern einem davonfliegenden Handschuh nachlaufen)


White out am Gipfel ...

- Ganz schön hart war es für Alex, Klaus und mich, dass wir den Gipfel zwar als erste des Tages erreichten, aber genau zum falschen Zeitpunkt. Im Aufstieg konnten wir noch etwas sehen, nach dem Abstieg auch ein wenig, aber leider auf dem Gipfel fast überhaupt nichts. Eine Stunde später sollen die Bedingungen akzeptabel gewesen sein. Tags darauf traumhaft... Man kann es sich nicht aussuchen.

Hat man den Gipfel in der Tasche, will man so schnell es geht runter. Dabei nervte das Wetter wieder gewaltig. Das wir tags darauf 30 Kilometer im Tiefschnee und einer Sicht von wenigen Metern den "Kahiltna Gletscher" abgehen mussten war o.k. Um an das gute "Alaskan Amber Beer" zu kommen, braucht man ab "Kahiltna Basecamp" aber fliegerische Unterstützung aus Talkeetna. Die kleinen Maschinen (Twin Otter) können aber nicht bei jedem Wetter fliegen.  

In unserem Fall, konnten sie es 4 Tage nicht. Zwischendurch haben sie es immer mal versucht. Dann haben wir schnell unser Zelt abgebaut und alles eingepackt. An drei Tagen haben wir das gemacht. Mehrmals sollten Flugzeuge kommen, wurde uns gesagt. Immer sind sie wegen des Wetters abgedreht. Am vierten Tag, langsam setzte im Basecamp ein Handel mit knappen Lebensmitteln ein, sollten wieder Flieger kommen. Niemand nahm diese Funkmeldung mehr ernst. Alex und ich machten uns gerade fertig zur Nachtruhe, als Motorengeräusche zu hören waren. Also schneller haben wir das Zelt nie abgebaut. 2 Stunden später saßen wir mit anderen "Geretteten" in Talkeetna beim Bier.

>> mehr Fotos Denali

>> Denali Statistik 2009

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Aller Anfang ist schwer
12.06.09 - Kiel

Nach 1 Monat ohne Lauftraining und 10 Tagen konzentrierten "Fressen & Saufens" ist es nicht schlecht wieder mit dem Lauftraining zu beginnen. Beim ersten Lauf am Dienstag und auch heute, hatte ich kein Gefühl. Unkoordiniert stolperte ich die Straße entlang und hechelte nach Luft. Meine Schritte setzte ich unökonomisch und meine Arme baumelten hilflos in der Luft. (in Suche nach den Trekkingstöcken)
Die nächsten Wochen werde ich noch weiterhin wenig trainieren und wenn meist lockere Dauerläufe. (Angewöhnungsphase) Die verbleibende Zeit bis zum Herbst erscheint mir zu kurz für eine Marathonvorbereitung. So werde ich meine Ziele in das Jahr 2010 verlagern.

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Lebenszeichnen
From: hklimmer@aol.com,  Date: Mon, 1 Jun 2009 18:49:08 -0400

Hallo,

herzliche Gruesse aus Talkeetna (Alaska). Wir sind gestern zurueck vom Denali (Mt. McKinley) Alles ist gut. Alle haben den Gipfel geschafft. Keine Unfaelle, nur einige leichte Erfrierungen... Aber selbst diese habe ich nicht.  Also ich bin 100% o.k.

Mit meinem Zeltpartner Alex erreichte ich nach schnellem Aufstieg am 25.05. den hoechsten Punkt Nordamerikas (6.180)  Leider im dichten Schneefall und einer Sichtweite <50m. In dem Moment war es uns lieber als Sturm, wie am Tag zuvor. Leider war alles so, wie ueber den Kinley gesagt wird, ein ziemlich harter Berg...




Da wir unsere Reservetage nicht brauchten, haben wir nun noch 5 Tage Urlaub im Flachland. Wir versuchen mit Bier & Burger unser Normalgewicht aufzubauen. (zurzeit 10kg minus)

Alles Gute und bis bald,
Heiko

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Denali – nicht um jeden Preis

11.05.09 - Halle (Saale)

Fotos des Mt. McKinley (Denali) sah ich zum ersten Mal vor 20 Jahren in Stary Smocovec (Slowakei) in einer Fotoausstellung des tschechisch-slowakischen Bergsteigerverbandes. Freunde erklärten mir, dass der McKinley der kälteste Berg der Erde sei, der höchste freistehende Berg (6.194m.), mit bösen Stürmen usw. Aber ziemlich weit weg, wenn man hinter einer Mauer lebte wie wir. Ich kaufte ein Plakat des McKinley und hängte es mir eine Weile übers Bett. Irgendwann ist das Poster abgefallen. Vorübergehend verlor ich den Berg aus den Augen. 


Die ersten 11 Jahre nach der Wende beanspruchte der Marathonlauf meine ganze Konzentration. Und ich hätte damals nie genug Geld für eine Fernreise gehabt. Alle Berge waren zurück gestellt. Auch heute gibt es sicher viele Gründe *nicht* zum McKinley zu fahren und kaum (vielleicht nicht einen einzigen) vernünftigen Grund es zu tun. 

Unsere Expedition („Germany’s West End Expedition“) fliegt morgen von FM nach Anchorage (Alaska). Nach einem Ruhetag reisen wir weiter nach Talkeetna. Hier geht es mit einem Gletscher-Flugzeug zum Basislager auf 2.160 Meter Höhe. Von dieser Stelle aus müssen wir (Taktik 2 vor, 1 zurück) insgesamt 5 Hochlager einrichten. Jeder Teilnehmer transportiert seine Ausrüstung, Zelt, Verpflegung selbstständig den Berg hinauf und inkl. aller Abfälle wieder hinunter. Dabei sind wir nicht allein mit uns und dem Berg. In diesem Jahr haben sich insgesamt 930 "Bekloppte" aus der ganzen Welt ein Permit ausstellen lassen. Die Meisten werden in der Zeit von Mai bis Juli und auf der Normal Route unterwegs sein, genau wie wir.


Am Anfang (bis zum geplanten Lager 4) geht es immer den Gletscher entlang aufwärts. Zwischen Lager 4 und 5 muss die Eisflanke zum Westgrat geklettert werden. Oberhalb der Flanke führt der Aufstieg über den Westgrad zum geplanten Lager 5 und weiter zum Gipfel. Dieses Stück biete, wie der amerikanische Autor Jon Krakauer schreibt, zwar nur „alle technische Herausforderungen eines langen Spaziergangs im Schnee…aber es trifft auch zu, dass man, wenn man bei diesem Spaziergang im falschen Augenblick beispielsweise auf einen Schnürsenkel tritt, wahrscheinlich ums Leben kommt…auf der einen Seite fällt es 600 Meter steil ab, auf der anderen Seite 900 Meter.“
Die Frage ist, ob wir überhaupt so weit kommen.

Das Wetter am Denali soll so unbeständig sein, dass ein Aufenthalt oberhalb 5.000 Meter oft unmöglich ist. Die Temperaturen können auf -45°C. fallen und orkanartige Stürme ohne Unterlass toben. Nicht wenige langjährige Freundschaften wurden am Denali auf eine ernsthafte Probe gestellt, weil man tagelang im Zweimann-Zelt miteinander aushalten musste.
Es ist ein Lotteriespiel. Etwa die Hälfte der Bergsteiger ziehen eine Niete und steigen genervt wieder ab, ohne den Gipfel aus der Nähe zu sehen. Eine Hälfte von der anderen Hälfte erreicht den Gipfel und holt sich Erfrierungen oder wird Höhenkrank.


Wir wollen natürlich zu den Glücklichen gehören, welche den Gipfel erreichen und gesund zurück kommen. Der Gipfelversuch könnte zwischen dem 25. und 30. Mai stattfinden, wenn Wetter und Akklimatisation stimmen. Aber der Gipfel ist rein freiwillig und ich habe beschlossen, nicht um jeden Preis dort oben zu stehen

Zurück am 7. Juni. Keine Blogs von unterwegs.

>> Denali Nationalpark

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Goitzsche Marathon
03.05.09 - Halle (Saale)

Die Stadt Bitterfeld erreichte als dreckdickste Stadt der DDR überregionale Bekanntheit. Vor den Toren der Stadt wurde in einer mondartigen Landschaft Braunkohle abgebaut. Im VEB Chemiekombinat explodierten früher manchmal Produktionsanlagen. Es lag immer  eine Mischung aus Chemienebel und Kohlenstaub in der Luft. 
In den letzten 20 Jahren hat sich das allerdings geändert. 
Bitterfeld entwickelte sich zum weltführenden Standort der Solarindustrie. Die Tagebaulöscher wurden geflutet und bilden heute eine liebliche Seenlandschaft.

Die Laufstrecke des "Goitzsche Marathons" umrundet eines der ehemaligen Mondkrater, den heutigen "Goitzsche-See". Eher ein Landschaftslauf, als ein knallharter Straßenlauf. Die meiste Strecke führt auf schmalen Radwegen, am Seeufer entlang und durch die angrenzende Parklandschaft. Die Veranstaltung wird von leistungsorientierten Läufern weitestgehend gemieden, denn es ist nicht unbedingt eine Bestzeitenstrecke.

Im Marathon reichte heute 2:49 Std. für den 3. Platz. (Christian Wagner) Gewonnen wurde dieser Wettbewerb, wie in den vergangenen Jahren von zwei Kenianern, die für den Bitterfelder SV starten. Ich glaube diesmal in umgekehrter Reihenfolge, als beim letzten Mal: Isaak Kiplagat Sang (2:23:38) und Paul Muigai Thuo (2:28:51) Sicher in ihrer Heimat keine überragende Zeiten.
Seit deren ersten Start in Sachsen-Anhalt verbindet die beiden Ostafrikaner und die Veranstaltern des Goitzsche Marathons aus Bitterfeld, eher eine Freundschaft, als eine Geschäftsbeziehung. Als im Frühjahr 2008 Unruhen in Kenia waren, konnten die Läufer nach Bitterfeld kommen und hier trainieren. Falk Cierpinski aus Halle war schon zweimal in Kenia und ist mit Issac und Paul gemeinsam in der Höhe bei Eldoret gelaufen.

Den Frauen Marathon konnte unsere liebe Freundin Katja fast genauso klar gewinnen, wie die Bitterfelder Afrikaner bei den Männern. Trotz ziemlicher Wärme und nicht gerader einfacher Strecke erreichte Katja eine Bestzeit (3:16:14) und lief rund 16 Minuten Vorsprung heraus.

Ich bin auch sehr zufrieden. Im Halbmarathon konnte ich in 1:16:23 den 2.Platz belegen. Der Sieg war für mich nicht möglich (1:14:43, Daniel Medenwald) Ich bin mit den Läufern vom LAV Hallensia etwas zu schnell losgelaufen. Aber vor uns lief noch Uwe, deren dritter (bzw. erster) Mann im Team. Und den wollte ich mir diesmal greifen. Etwa nach der Hälfte hatte ich, den bis zu 40 Sekunden enteilten Uwe, eingeholt. Dann sind wir noch 1 Kilometer zusammen gelaufen, aber dann war ich schon allein auf dem 2. Platz. Den Daniel vorn habe ich zwar noch gut an seinem roten Hemd sehen können. Aber jeder ist ist heute allein eingebrochen. Ich auf einem Niveau mit dem ich zufrieden bin.

>> www.goitzsche-marathon.de/

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