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Die Fahrt von
Riobamba (2.750m.) zum 4.850 Meter hoch gelegen
"Basislager" (Refugio Hermanos Carrel) dauert etwa 90
Minuten. Mit etwas Glück sieht man während der Fahrt den Chimborazo an mehreren
Stellen imposant aus den Wolken ragen. Meist ist er jedoch in
diesen verhüllt. Am Eingang des Nationalparks ist der Eintritt zu
entrichten. Ab dieser Stelle benötigt man auch den Allrad-Antrieb
des Fahrzeugs. An der
Carrel-Hütte befindet sich ein kleiner Parkplatz für Tagestouristen,
die den Berg aus nächster Nähe sehen möchten. Manch einem
befällt bereits an dieser Stelle die Höhenkrankheit. Ohne vorherige Akklimatisation sind
2.000 Höhenmeter in 1,5 Stunden doch schon ein recht ordentlicher
Sprung.
Noch einmal 300 Höhenmeter oberhalb, auf 5.050 Metern, befindet
sich die "Whymperhütte" mit 5 Räumen und Schlafplatz
für bis zu 40 Personen. Der Weg dorthin muss nun aber zu Fuß
gegangen werden. Die "Whymperhütte" dient den meisten
Gipfel-Aspiranten als Ausgangspunkt des Gipfelsturmes.
Mir ist auf dieser Höhe kein Schlaf gelungen,
nachdem wir zuvor 4 Tage zwischen 2.000 und 2.800 Metern
"Tiefe" verbracht
hatten.
Der extrem leichte und schnelle Zugang zum Bergfuß ist
wohl der Hauptgrund für häufiges Scheitern am Chimborazo.
Eine Empfehlung könnte es darum sein, ggf. 2 Nächte in der
Whymper-Hütte zu verbringen und am Vor-Gipfeltag den unteren Teil
der Aufstiegsroute zu erkunden. Und natürlich trotzdem schon ein
5.000er zur Akklimatisation gemacht zu haben... |
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Normalroute Start
ist etwa um Mitternacht. Von der Hütte hält man sich links, in
nordwestliche Richtung. Zunächst quert man ca. 45 Minuten das
weitläufige Carell-Tal, bevor man unterhalb einer großen
Felswand (El Castillo) den Einstieg erreicht. Am Besten schaut man
sich diesen ersten Teil der Route am Vortag genau an, um in Nacht
nicht lange suchen zu müssen. Die Wand "El Castillo"
bietet aber eine eindeutige Orientierung.
Die genaue weitere Route
variiert von Jahr zu Jahr geringfügig. Im unteren Bereich kann
das Eis sehr schlecht sein und ist durch viele Felsen durchzogen.
Bei einem späten Abstieg, gegen Mittag, ist an dieser Stelle mit
heftigen Steinschlag zu rechnen. Im
Aufstieg hält man sich unterhalb von "El Castillo"
zunächst leicht rechts und dann später, auf besserem Eis in einem Bogen nach
links, um den breiten Grat auf 5.500 Metern zu erreichen, welcher
"El Castillo" mit dem Gipfelgletscher verbindet. Folgt
man dem Grad aufwärts, geht dieser nämlich nahtlos in einen langen
Gletscherrücken über, welcher direkt zum Veintemilla-Gipfel
führt. Die Steilheit dürfte durchgängig bei 40 Grad liegen. Es
gibt kein einziges Flachstück, dafür viele kleine Spalten, von
denen aber keine große Gefahr ausgeht. Bei
meinem Besuch war die Schneedecke schlecht, d.h. vom Wind stark ausgehöhlt,
sackte man tief ein. Bei dieser Steilheit und Höhe wurde der
Aufstieg zu einer Quälerei. Zuweilen Einbruch in kleinere
Spalten.
Die Quälerei endet, bei gutem Verlauf, nach 5 bis 8 Stunden
zunächst auf dem Veintemilla-Gipfel. In den meisten Fällen aber
durch Umkehr auf der Flanke.
Die Veintemilla ist mit 6.225 Metern der zweit höchste Punkt des
Chimborazo. Etwa 30 Minuten weiter, getrennt durch eine kleine
Mulde, befindet sich der etwas höhere Whymper Gipfel. (6.267
Meter)
Die anderen Erhebungen des Gipfelbereich sind niedriger. (Politechnico,
6.000m / N. Martinez, 5.570m)
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Carrel Hütte unten rechts -
Whymper Hütte mitte links.
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Bei meiner
Besteigung im Juli 2010 verzichtete ich auf den "Whymper-Gipfel",
nach halben Weg nach der "Veintemilla" im tiefsten Punkt der
dazwischen liegenden Mulde. Eine große
Spalte hätte eine weitläufigere Umgehung notwendig gemacht. Um ehrlich
zu sein, fühlte ich mich zu schwach für einen Umweg... Zu
anderen Jahreszeiten soll die Spalte aber meist zugeschneit, und
ein direkterer Weg, gangbar sein.
Die wahren Gefahren lauern jedoch meist auf dem Rückweg.
Zumindest dann, wenn man schlecht in der Zeit liegt.
Mit der ersten Sonne beginnt der Schnee im Gipfelbereich
aufzuweichen, so dass man noch tiefer einsinkt, als ohnehin. Die Schneebrücken
werden instabil und Spalten öffnen sich. Gegen Mittag
ziehen außerdem Wolken auf, welche die Orientierung extrem
erschweren und die Gefahr erhöhen in eine Gletscherspalte zu
laufen. Den Steinschlag unterhalb von "El Castillo"
erwähnte ich bereits.
Man sollte seine Tour also möglichst so einrichten, dass man zum
Sonnaufgang ganz oben und noch am frühen Vormittags zurück in der Hütte
ist. |

auf dem Veintemilla Gipfel (6.225) Im
Hintergrund Whymper Gipfel (6.267)
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