Cotopaxi (5.897) Ecuador


Der Cotopaxi ist der zurzeit höchste aktive Vulkan der Erde. Er besticht durch seine ebenförmige Kegelform und man zählt ihn gerne auch zu den formschönsten Bergen der Erde.

Durch seine Lage nahe des Äquators ist er ziemlich wetteranfällig. Der Kegel erhebt sich 2.000 Meter über die riesige Sandebene des Cotopaxi-Nationalparkes, etwa 70 Kilometer südlich der ecuadorianischen Hauptstadt Quito.
  • Land: Ecuador (Südamerika)
  • Sprache: Spanisch
  • Währung: US-Dollar
  • Beste Zeit: November-Januar, Juni-Juli
    (sonst ist mit viel Regen zu rechnen)
  • Ausrüstung: warme Kleidung (bis -10°) am besten Goretex, Handschuhe, Steigeisen, Seil, Klettergurt, Eispickel, Gletscherbrille, Stirnlampe, Teleskopstöcke.
  • Erstbesteigung: Reiß / Escobar (1872)

Wegen seiner guten Erreichbarkeit zählt der Cotopaxi zu den am meisten bestiegenen 5.000ern Südamerikas. Im Wesentlichen gibt es zwei Routen zum Gipfel, eine vom Norden und eine vom Süden.

Die Nordroute, über die Refugio Jose Ribas, ist nachfolgend beschrieben.


Cotopaxi Nordseite 

Anreise / Akklimatisation:

Die Anreise erfolgt von Europa aus über die ecuadorianische Hauptstadt Quito, welche bereits durchschnittlich 2.800 Meter hoch liegt. Darum sollte man zunächst 2 bis 3 Tage zur Akklimatisation in Quito verweilen. In einer Tagestour kann man zum Beispiel eine leichte Besteigung von Quitos Hausberg, den "Rucu Pichincha" (4.698m.) machen. Für den ersten Teil ist es sinnvoll die Seilbahn bis zum 3.944 Meter hohen "Cruz Loma" zu nutzen. Bei gutem Wetter hat man von hier übrigens einen phantastischen Blick zum Cotopaxi.
Der weitere Weg führt leicht ansteigend und gut erkennbar über einen Bergrücken. Auf einer Höhe von 4.400 Metern werden erste Felsen erreicht. Nun führt der Weg zunächst rechts in die Sandfelder des "Rucu Pichincha" und anschließend in leichter Fels-Kletterei nach links zum NNW-Grad. Teilweise folgt man dazu einer Markierung oder behält einfach den Gipfel im Blick.
 


Cotopaxi-Nationalpark (ca. 3.800 Meter Höhe)
Cotopaxi Nationalpark

Von Quito aus fahren Busse, ab dem Terminal Terrestre, in etwa einer Stunde nach Machachi. Der Buspreis sollte 1 USD betragen. Für jede gefahrene Stunde rechnen die Busunternehmen Ecuadors nämlich einen Dollar. (Stand 2010)
Von Machachi aus kommt man nur mit einem allradbetriebenen Fahrzeug weiter zum Nord-Eingang des Nationalparks. Solche Fahrzeuge warten am Marktplatz in Machachi auf Kunden. Der Preis beträgt etwa 20 Dollar. Am Parkeingang haben alle Besucher eine Gebühr von 10 Dollar zu entrichten.

Alternativ ist es möglich von Quito aus mit dem Bus nach Lasso zu fahren, um von dort mit einem Bus oder Taxi, über den Süd-Eingang in den Nationalpark zu gelangen. Dieser Weg ist etwas länger aber in einem besseren Zustand, als die Piste von Machachi aus.
Man kann sich auch von Quito aus, für etwa 40 USD, mit einem Allrad-Taxi direkt bis in den Nationalpark fahren lassen. 

Nördlich des Cotopaxi befindet sich auf einer Höhe von 3.800 Metern, die Hosteria Tambopaxi, welche unterschiedlich große Schlafsäle und ein Restaurant enthält. Es ist möglich im Umfeld von Tambopaxi sein Zelt aufschlagen und den Service der Herberge (u.a. warmes Wasser) zu nutzen. Auf jedem Fall empfiehlt es sich für einige Tage auf dieser Höhe zu akklimatisieren und leichte Wanderungen auf die umliegenden Höhenzüge zu unternehmen.

>> Hosteria Tambopaxi

 

Refugio Jose Ribas (4.800 m.)

Je mehr Akklimatisationsnächte man auf 3.800 Metern verbracht hat, um so besser. Sinnvoll ist es auch bereits einmal vorab zum Refugio Jose Ribas und ggf. darüber hinaus bis zum Gletscherrand des Cotopaxi zu wandern.
Man erreicht das Refugio sehr einfach, indem man einer gut erkennbaren Fahrspur bis zu einem Parkplatz auf knapp 4.600 Metern folgt. Vom Parkplatz führt ein steiler, sandiger Trampelpfad die letzten 200 Höhenmeter hinauf zur Hütte. 

Für eine aktive Akklimatisation ist es immer besser möglichst alle Höhenmeter zu Fuß zu machen. Ist man am Gipfelvortag mit vollem Gepäck auf dem Weg zur Hütte, sollte man bis zum Parkplatz aber eine Mitfahrgelegenheit suchen. Was nicht schwer ist, denn meist sind hier Tagestouristen unterwegs.

Das Refugio Jose Ribas ist mit etwa 30 Schlafplätzen (Stockbetten mit Matratzen), ebenso vielen Spinden (ohne Schloss), 2 Aufenthaltsräumen und 2 Küchenräumen ausgestattet. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Hütte in keinem besonders sauberen Zustand und meistens überfüllt. 
Aber es gibt ausreichend Wasser, man kann Gas nutzen und es existiert ein kleiner Verkauf von Cola, Bier, Mineralwasser und Keksen. Ich kann mich nicht an den genauen Preis einer Übernachtung erinnern, aber er müsste bei etwa 10 USD p.P. liegen. Verpflegung ist selbst mitzubringen.
Wichtig für die Hüttenübernachtung ist ein sehr warmer Schlafsack. Wir befinden uns auf 4.800 Metern Höhe und die Temperaturen fallen Nachts, auch im Inneren der Hütte leicht unter den Gefrierpunkt.

War der Weg bis zum Refugio Jose Ribas ein allenfalls höhenbedingt, anspruchsvolles Trekking, so handelt es sich beim weiteren Weg zum Gipfel um eine ernsthafte Gletschertour. 

 


Refugio Jose Ribas auf 4.800 Metern Höhe


Unterhalb des markanten Yanasacha Felsen quert die Nordroute nach rechts und
führt dann zum Gipfel.
Besteigungstaktik

Der Cotopaxi bietet keine großen technischen Schwierigkeiten. Wer 4.000er Erfahrungen aus den Alpen mitbringt, wird auch diesen Berg sicher besteigen können. Die Besonderheiten liegen in der Wegfindung durch den sehr spaltenreichen Gletscher und natürlich der beachtliche Höhe.

Aus ersterem Grund kann ein ortskundiger Führer vom Nutzen sein. Wer dennoch ohne Guide aufbrechen will, sollte das erste Stück bis zum Gletschereinstieg und evtl. den unteren Gletscher am Vortag genau erkunden. Die nächtliche Orientierung auf dem Gletscher, kann unter Umständen problematisch sein. 
Ein später Aufbruch hätte den Vorteil, dass man sich an den Lichtern voran gehender Bergsteiger orientieren kann.

Problematisch kann auch die Wegfindung beim Abstieg werden. Nämlich dann, wenn sich der Berg (was oft der Fall ist) am späten Vormittag in dichten Nebel hüllt und es vielleicht schneit. Aufgrund der Spaltengefahr ist immer angeseilt zu gehen.

Der übliche Zeitpunkt für den Aufbruch liegt etwas nach Mitternacht. Jeder Bergsteiger sollte sich gut einschätzen, und so aufbrechen, dass er zum Sonnenaufgang den Gipfel erreicht. Viel später sollte man dort nicht ankommen, weil schon am Vormittag eine deutliche Erwärmung einsetzt. Der Schnee wird weich und tief, da wo nachts noch stabile Schneebrücken über Spalten führten, muss man nun u.U. weitläufig ausweichen...

>> Ecuadorianischer Bergführerverband

 

Gipfeltag

Der Gletschereinstieg befindet sich etwa 45 bis 60 Minuten oberhalb der Refugio Jose Ribas, auf einer Höhe von 5.100 Metern. Der Weg dorthin führt in Serpentinen über den Hang, genau nach Süden. Nachdem die Steigeisen angelegt wurden, steigt man die ersten 50 Höhenmeter zunächst sehr steil und direkt auf. 

Die Route führt dann, noch windausgesetzt, auf die markante Yanasacha Felswand hin. Etwa auf 5.340 Metern quert die Route nach rechts in Richtung einer weiteren, flachen Rippe, die auf ca. 5.470 Metern erreicht wird. (dieser Punkt ist auch in einer direkten Linie, ab dem Gletschereinstieg erreichbar) 

Der weitere Verlauf führt wieder gerade in Richtung Gipfel, rechts an der Yanasacha Felswand vorbei. Auf 5.580 Metern durchquert man eine Mulde, bis man zum Fuß des Schlusshanges kommt. Diese Stelle bietet Windschutz für eine Rast.

Der letzte Anstieg kann je nach Spaltenlage variieren. Bei meinem Aufstieg im Juni 2010 verlief die Route hier unproblematisch. Mitunter kann ein Schrund in der Mitte des Schlusshanges eine weite Umgehung notwendig machen. Die Route verschiebt sich dann nach links, direkt über die Yanasacha Wand.  (siehe Foto oben)
Die Normalroute führt direkt in einen Sattel am Kraterrand. Von hier erreicht man in wenigen Minuten die höchste Stelle.

Der Hauptgipfel ist eine relativ flache Ebene, welche bequem Platz für mehrere Seilschaften bietet. Man kann von hier direkt in den Krater schauen oder bei guter Sicht die anderen Vulkane Ecuadors erblicken. (siehe Video)

 


Den höchste Punkt sollte man etwa zum Sonnenaufgang erreichen.

 

Video: 30.06.2010

mehr Fotos: http://www.pixum.de/slide/5016703 



Literatur:
  • Günter Schmudlach
    Bergführer Ecuador (Panico Alpinverlag)
    ISBN: 978-3-926807-82-3
  • Eckehard Radehose
    Traumberge Amerikas (Rother Selection)
    ISBN: 3-7633-3006-2
  • Peter Rotter
    Ecuador - Trekking-Reiseführer (Eigenverlag)
    ISBN: 3-922 396-24-0

Hotelempfehlung Quito: Casa Helbling

Bitte besucht auch: http://www.atmosfair.de/


 

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