Der Cotopaxi ist der zurzeit höchste aktive Vulkan der Erde. Er
besticht durch seine ebenförmige Kegelform und man zählt ihn gerne
auch zu den formschönsten Bergen der Erde.
Durch seine Lage nahe des Äquators ist er ziemlich wetteranfällig.
Der Kegel erhebt sich 2.000 Meter über die riesige Sandebene des
Cotopaxi-Nationalparkes, etwa 70 Kilometer südlich der
ecuadorianischen Hauptstadt Quito.
- Land: Ecuador (Südamerika)
- Sprache: Spanisch
- Währung: US-Dollar
- Beste Zeit: November-Januar,
Juni-Juli
(sonst ist mit viel Regen zu rechnen)
- Ausrüstung: warme Kleidung (bis
-10°) am besten Goretex, Handschuhe, Steigeisen, Seil,
Klettergurt, Eispickel,
Gletscherbrille, Stirnlampe, Teleskopstöcke.
- Erstbesteigung: Reiß / Escobar
(1872)
Wegen seiner guten Erreichbarkeit
zählt der Cotopaxi zu den am meisten bestiegenen 5.000ern
Südamerikas. Im Wesentlichen gibt es zwei Routen zum Gipfel, eine
vom Norden und eine vom Süden.
Die Nordroute, über die Refugio Jose
Ribas, ist nachfolgend beschrieben.
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Cotopaxi Nordseite
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Anreise / Akklimatisation:
Die Anreise erfolgt von Europa aus über
die ecuadorianische Hauptstadt Quito, welche bereits durchschnittlich
2.800 Meter hoch liegt. Darum sollte man zunächst 2 bis 3 Tage zur
Akklimatisation in Quito verweilen. In einer Tagestour kann man zum
Beispiel eine leichte Besteigung von Quitos Hausberg, den "Rucu
Pichincha" (4.698m.) machen. Für den ersten Teil ist es sinnvoll
die Seilbahn bis zum 3.944 Meter hohen "Cruz Loma" zu nutzen.
Bei gutem Wetter hat man von hier übrigens einen phantastischen Blick
zum Cotopaxi.
Der weitere Weg führt leicht ansteigend und gut erkennbar über einen
Bergrücken. Auf einer Höhe von 4.400 Metern werden erste Felsen
erreicht. Nun führt der Weg zunächst rechts in die Sandfelder des
"Rucu Pichincha" und anschließend in leichter Fels-Kletterei
nach links zum NNW-Grad. Teilweise folgt man dazu einer Markierung oder
behält einfach den Gipfel im Blick.
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Cotopaxi-Nationalpark (ca. 3.800 Meter
Höhe)
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Cotopaxi
Nationalpark
Von Quito aus fahren Busse, ab dem
Terminal Terrestre, in etwa einer Stunde nach Machachi. Der
Buspreis sollte 1 USD betragen. Für jede gefahrene Stunde rechnen
die Busunternehmen Ecuadors nämlich einen Dollar. (Stand 2010)
Von Machachi aus kommt man nur mit einem allradbetriebenen
Fahrzeug weiter zum Nord-Eingang des Nationalparks. Solche
Fahrzeuge warten am Marktplatz in Machachi auf Kunden. Der Preis
beträgt etwa 20 Dollar. Am Parkeingang haben alle Besucher eine
Gebühr von 10 Dollar zu entrichten. Alternativ
ist es möglich von Quito aus mit dem Bus nach Lasso zu fahren, um
von dort mit einem Bus oder Taxi, über den Süd-Eingang in den
Nationalpark zu gelangen. Dieser Weg ist etwas länger aber in einem besseren
Zustand, als die Piste von Machachi aus.
Man kann sich auch von Quito aus, für etwa 40 USD, mit einem
Allrad-Taxi direkt bis in den Nationalpark fahren lassen. Nördlich
des Cotopaxi befindet sich auf einer Höhe von 3.800 Metern, die
Hosteria Tambopaxi, welche unterschiedlich große Schlafsäle und
ein Restaurant enthält. Es ist möglich im Umfeld von Tambopaxi
sein Zelt aufschlagen und den Service der Herberge (u.a. warmes
Wasser) zu nutzen. Auf jedem Fall empfiehlt es sich für einige Tage
auf dieser Höhe zu akklimatisieren und leichte Wanderungen auf
die umliegenden Höhenzüge zu unternehmen. >>
Hosteria
Tambopaxi
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| Refugio Jose Ribas
(4.800 m.)
Je mehr Akklimatisationsnächte man
auf 3.800 Metern verbracht hat, um so besser. Sinnvoll ist es auch
bereits einmal vorab zum Refugio Jose Ribas und ggf. darüber hinaus
bis zum Gletscherrand des Cotopaxi zu wandern.
Man erreicht das Refugio sehr einfach, indem man einer gut
erkennbaren Fahrspur bis zu einem Parkplatz auf knapp 4.600 Metern
folgt. Vom Parkplatz führt ein steiler, sandiger Trampelpfad die
letzten 200 Höhenmeter hinauf zur Hütte.
Für eine aktive Akklimatisation ist es immer besser möglichst
alle Höhenmeter zu Fuß zu machen. Ist man am Gipfelvortag mit
vollem Gepäck auf dem Weg zur Hütte, sollte man bis zum
Parkplatz aber eine Mitfahrgelegenheit suchen. Was nicht schwer
ist, denn meist sind hier Tagestouristen unterwegs.
Das Refugio Jose Ribas ist mit etwa
30 Schlafplätzen (Stockbetten mit Matratzen), ebenso vielen
Spinden (ohne Schloss), 2 Aufenthaltsräumen und 2 Küchenräumen
ausgestattet. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Hütte in
keinem besonders sauberen Zustand und meistens überfüllt.
Aber es gibt ausreichend Wasser, man kann Gas nutzen und es
existiert ein kleiner Verkauf von Cola, Bier, Mineralwasser und
Keksen. Ich kann mich nicht an den genauen Preis einer
Übernachtung erinnern, aber er müsste bei etwa 10 USD p.P.
liegen. Verpflegung ist selbst mitzubringen.
Wichtig für die Hüttenübernachtung ist ein sehr warmer
Schlafsack. Wir befinden uns auf 4.800 Metern Höhe und die
Temperaturen fallen Nachts, auch im Inneren der Hütte leicht
unter den Gefrierpunkt.
War der Weg bis zum Refugio Jose
Ribas ein allenfalls höhenbedingt, anspruchsvolles Trekking, so
handelt es sich beim weiteren Weg zum Gipfel um eine ernsthafte
Gletschertour.
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Refugio Jose Ribas auf 4.800 Metern
Höhe
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Unterhalb des markanten Yanasacha
Felsen quert die Nordroute nach rechts und
führt dann zum Gipfel. |
Besteigungstaktik
Der Cotopaxi bietet keine großen technischen Schwierigkeiten. Wer
4.000er
Erfahrungen aus den Alpen mitbringt, wird auch diesen Berg sicher
besteigen können. Die Besonderheiten liegen in der
Wegfindung durch den sehr spaltenreichen Gletscher und
natürlich der beachtliche Höhe. Aus
ersterem Grund kann ein ortskundiger Führer vom Nutzen sein. Wer
dennoch ohne Guide aufbrechen will, sollte das erste Stück bis
zum Gletschereinstieg und evtl. den unteren Gletscher am Vortag
genau erkunden. Die nächtliche Orientierung auf dem Gletscher,
kann unter Umständen problematisch sein.
Ein später Aufbruch hätte den Vorteil, dass man
sich an den Lichtern voran gehender Bergsteiger orientieren kann.
Problematisch kann auch die Wegfindung beim Abstieg werden.
Nämlich dann, wenn sich der Berg (was oft der Fall ist) am
späten Vormittag in dichten Nebel hüllt und es vielleicht
schneit. Aufgrund der Spaltengefahr ist immer angeseilt zu gehen. Der
übliche Zeitpunkt für den Aufbruch liegt etwas nach Mitternacht.
Jeder Bergsteiger sollte sich gut einschätzen, und so aufbrechen,
dass er zum Sonnenaufgang den Gipfel erreicht. Viel später sollte
man dort nicht ankommen, weil schon am Vormittag eine deutliche Erwärmung
einsetzt. Der Schnee wird weich und tief, da wo nachts noch
stabile Schneebrücken über Spalten führten, muss man nun u.U.
weitläufig ausweichen... >>
Ecuadorianischer
Bergführerverband |
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Gipfeltag Der
Gletschereinstieg befindet sich etwa 45 bis 60 Minuten oberhalb
der Refugio Jose Ribas, auf einer Höhe von 5.100 Metern. Der Weg
dorthin führt in Serpentinen über den Hang, genau nach Süden.
Nachdem die Steigeisen angelegt wurden, steigt man die ersten 50
Höhenmeter zunächst sehr steil und direkt auf. Die
Route führt dann, noch windausgesetzt, auf die markante Yanasacha
Felswand hin. Etwa auf 5.340 Metern quert die Route nach rechts in
Richtung einer weiteren, flachen Rippe, die auf ca. 5.470 Metern
erreicht wird. (dieser Punkt ist auch in einer direkten Linie, ab
dem Gletschereinstieg erreichbar) Der
weitere Verlauf führt wieder gerade in Richtung Gipfel, rechts an
der Yanasacha Felswand vorbei. Auf 5.580 Metern durchquert man
eine Mulde, bis man zum Fuß des Schlusshanges kommt. Diese Stelle
bietet Windschutz für eine Rast. Der
letzte Anstieg kann je nach Spaltenlage variieren. Bei meinem
Aufstieg im Juni 2010 verlief die Route hier unproblematisch.
Mitunter kann ein Schrund in der Mitte des Schlusshanges eine
weite Umgehung notwendig machen. Die Route verschiebt sich dann
nach links, direkt über die Yanasacha Wand. (siehe Foto
oben)
Die Normalroute führt direkt in einen Sattel am Kraterrand. Von
hier erreicht man in wenigen Minuten die höchste Stelle. Der
Hauptgipfel ist eine relativ flache Ebene, welche bequem Platz
für mehrere Seilschaften bietet. Man kann von hier direkt in den
Krater schauen oder bei guter Sicht die anderen Vulkane Ecuadors
erblicken. (siehe Video) |

Den höchste Punkt sollte man etwa zum
Sonnenaufgang erreichen.
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Video: 30.06.2010 |
mehr Fotos: http://www.pixum.de/slide/5016703
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