Tlachichuca mit Pico de Orizaba
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Der Pico de Orizaba, auch
"Citlaltepetl" (Sternberg) genannt, ist ein freistehender
Vulkan. Er liegt 25km nordwestlich der mexikanischen Stadt Orizaba und ist Mexikos
höchste Erhebung. Von seinem Gipfel aus kann man bei gutem Wetter
im Westen den Popocatepetl (5.442), den Iztacchiuatl (5.223) und La
Malinche (4.460) erblicken und im Osten den 96km entfernten Golf von
Mexiko. Die einzigen höheren Berggipfel in Nordamerika sind der Mt.
McKinley (6.194) in Alaska und der Mt. Logan (5.959) in Kanada.
- Land: Mexiko
- beste Besteigungszeit: November
bis März
- Ausrüstung: Steigeisen,
steigeisenfeste Bergschuhe, Eispickel, Teleskopstöcke, evtl.
Seil uns Anseilgurt, Treckingausrüstung bis minus 10 Grad,
warme Handschuhe, warme Mütze, Stirnlampe, Schlafsack bis
minus 10 Grad, Isomatte, evtl. Zelt (für Hochlager), Kocher,
Achtung: Gas nur in Mexiko City erhältlich (Sport Marti, Ecke
Bolivar / Venustiano Carranza)
- Sprache: Spanisch (Englisch wird
wenig gesprochen)
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Anreise
- Von Mexiko City (Terminal
TAPO) fahren in etwa 20-minütigen Abständen sehr komfortable
Reisebusse zunächst
nach Puebla. (ca. 2 Stunden / 96 Pesos = 6 Euro)
- Von Puebla ebenfalls mit dem Bus (stündliche Abfahrt) nach Tlachichuca (ca. 2
Stunden / 40 Pesos)
Tip: Ein Tag Aufenthalt in Puebla (2.235m) lohnt sich. In wenigen
Städten Mexikos ist der spanische Einfluss noch so spürbar wie
in der "Stadt der Engel". Es gibt mehr als 70 Kirchen
und allein im Stadtkern über tausend gut erhaltene
Kolonialbauten. Die lebhafte Stadt wurde vom Massentourismus bisher
verschont. Kein Problem ein Hotel zu finden. (Doppelzimmer
niedrige Mittelklasse etwa 400 Pesos = 25 Euro)
- In Tlachichuca (2.630m) findet man problemlos ein Hotel oder
Unterkunft bei einer der u.a. Trekkingagenturen. Diese sorgen auch
für den Weitertransport zur Hütte Pietra Grande (4.200m) welche
nur im Geländewagen erreichbar ist. (30km, Dauer ca. 2 Std.)
Kosten Servimont (2 Nächte inkl. Essen in Tlachichuca + An-,
Abfahrt Pietra Grande): 160 USD p.P.)
- Die Hütte Pietra Grande (4.200m) bietet für max. 30 Bergsteiger Platz,
ist aber kaum belegt. Es kann auch im Umfeld gezeltet werden. Es gibt
eine kleine Wasserstelle, etwa 200 Meter von der Hütte entfernt.
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Pietra Grande auf 4.200 Metern / 19°03'477''N.
/ 97°16'193''W.
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Einstieg (Normalroute) oberhalb Pietra
Grande
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Akklimatisation
Eine gute Höhen-Akklimatisation ist
auch am Pico de Orizaba sehr wichtig. Es gibt genug interessante
Berge in Mexiko für vorangehende Akklimatisationstouren: z.B. den Malinche (4.461) und vor allem den Iztaccihuatl (5.423).
Auch die
konditionellen Anforderungen sind am Pico de Orizaba nicht gering: Von Pietra Grande
sind 1.440 Höhenmeter zu bewältigen. Es empfiehlt sich den ersten
Teil der Route (bis 5.000 Meter) am Gipfel-Vortag zu erkunden.Normalroute
Aufbruch am Gipfeltag sollte
zwischen 2 und 4 Uhr Nachts sein. Hinter der Hütte führt der Weg
zunächst gut erkennbar ein Moränentälchen entlang. Es wird
schnell steiler und man trifft auf loses Gestein und erreicht
das Labyrinth der Jamaba Schlucht. Häufig muss man große Blöcke
umgehen. In der Dunkelheit ist die Wegfindung nicht immer einfach.
Rechts erhebt sich bald die Wand des Sarcofago, ein markanter Gipfel. Dort etwas links
halten.
Etwa bei 4.700 Metern gibt es einen Zeltplatz, welcher sich als
Ausgangspunkt eines verkürzten Aufstieges anbietet. (Achtung:
Wasser muss mitgebracht werden, keine Wasserstelle!)
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Je nach Jahreszeit erreicht man die
unteren Ausläufer des Gletscher zwischen 4.600 und 4.900 Metern
noch innerhalb der Jamaba Schlucht.
Der gleichnamige Gletscher erreicht an dieser Stelle bereits eine
Steilheit von 40 Grad und man muss die Steigeisen anlegen. Im
Dezember fanden wir diesen Abschnitt vereist vor. Ungeübte
Kletterer müssen durch ein Seil gesichert werden.
Diese Gletscherzunge zieht sich, durch Felsen und große Steine
unterbrochen, bis auf eine Höhe von 5.000 Metern hin, wo man einen
weiten Sattel erreicht. Der windgeschürte Standplatz bietet sich für eine
Pause an.
Gehzeit Pietra Grande >> Sattel: 2-4 Stunden
Koordinaten Sattel: 19°02'408''N./97°16'196''W./5.067m.
In früheren Jahren verlief die
Normalroute leicht links haltend, über die Nordseite den Gletscher
aufsteigend, zum Kraterrand. Von dort in 30 bis 45 Minuten zum
Hauptgipfel. Wegen des Abschmelzens des Gletschers an dieser Stelle
wird die Normalroute heute weiter westlich gegangen.
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untere Gletscher: 4.850m. / 19°02'642''N./97°16'162''W.
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Gipfelflanke des Pico de Orizaba (bei
ca. 5.500m)
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Nach dem Erreichen des Sattels geht man
dazu etwa 300 Meter nach rechts. Der Gletscher stellt sich hier als
solider Eispanzer dar. Die Routenwahl spiel eigentlich keine Rolle mehr und es gibt auch keinerlei Markierungen. Im Grunde genommen
geht man die letzten 600 Höhenmeter direkt Richtung Gipfel.
Zu diesem Zeitpunkt sollte auch der Sonnenaufgang stattfinden. Bei
gutem Wetter kann man in etwa sehen, wohin die Reise geht. Eine
scheinbar endlose Landschaft aus Schnee und Eis. Der höchste Punkt
liegt zunächst noch verdeckt.
Die große Eiskappe des Berges ist meist spaltenfrei und im unteren
Teil noch mäßig steil. Weiter oben erreicht die Neigung 40 bis 45
Grad. Zur Sicherheit spätestens hier die Teleskopstöcke gegen die
Eispickel tauschen und für Notfälle Seil und Anseilgurt im Rucksack
haben. Tatsächlich kann man jedoch meist auf das Anseilen
verzichten.
Achtung: Der Pico de Orizaba ist weit nach Osten gegen das
karibische Meer vorgeschoben und wird darum häufig von heftigen
Stürmen heimgesucht. Plötzliche Wetterumschwünge sind, an dem
völlig freistehenden Berg, nicht selten.
Man sollte den Gipfel früh morgens erreichen. Gegen Mittag ziehen
oft dichte Wolken auf und erschweren die Orientierung im
Abstieg.
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Kraterrand (Blick vom Gipfel)
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Der Anstieg über die Gipfelflanke zieht
sich scheinbar endlos. Aufgrund der relativen Steilheit, begehen die
meisten Bergsteiger die Flanke in einer Zickzack-Route.
Je nach dem, wo man genau den Kraterrand erreicht, muss man noch
etwas zum Hauptgipfel (Pico Major) aufsteigen. Im Rückblick breitet
sich 3.000 Meter tiefer die braune Ebene aus.
Es führt nun eine Spur am Kraterrand entlang zum höchsten Punkt,
welcher durch eine zerfetzte Gitterkonstruktion (drei ehemalige Kreuze)
gekennzeichnet ist.
Der Ausblick ist an klaren Tagen wirklich grandios. Man kann vom
freistehenden Koloss weit ins Land blicken.
Der kreisrunde, etwa 200 Meter tiefe Vulkankrater ist mit Schutt und
Eis vollgestopft und von zerlüfteten Felsen begrenzt.
Gehzeit Sattel >> Pico Major: 2-3 Stunden
Koordinaten Pico Major: 19°01'821''N./97°16'194''W./5.640m.
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Mehr Fotos:
http://www.pixum.de/slide/4130200
Literatur:
- "Mexico's Volcanoes" (R.J.Secor)
- Trekking-Reiseführer "Mexico"
(Peter Rotter")
Agenturen (Unterkunft,
Transport, Guides):
Bitte besucht auch: www.atmosfair.de/
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Hauptgipfel (5.640m.)
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