Parinacota (6.342) Bolivien

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Parinacota (links) und Pomerape (6.282) befinden sich in einer extrem trockenen, wüstenartigen Landschaft im Sajama Nationalpark. Das Gebiet wurde 1970 von der UNESCO zum "biosphere reserve" erklärt. Beide Berge werden, im Gegensatz zum nahen Nevado Sajama (6.542) selten bestiegen. Abgesehen von der beachtlichen Höhe bietet der Parinacota keine technischen Schwierigkeiten. 
Da es am Fuße des Berges keinerlei Trinkwasser gibt, ist die Besteigung sorgfältig zu organisieren.

Ein Aufstieg ist auch von der chilenischen Seite (Lauca Nationalpark) möglich. (siehe den guten Reisebericht auf http://www.parinacota.de/)
Nachfolgend wird die Route von Bolivien beschrieben.

Anreise

Zur Anreise ab La Paz kann zunächst ein öffentlicher Bus benutzt werden. Vom zentralen Bus Terminal fährt man am Morgen, gegen 8 Uhr, in Richtung Oruro, bis man nach etwa 100 Kilometern den Ort Patacamaja erreicht. Von Patacamaja fährt jeden Mittag ein Sammeltaxi in den Ort Sajama, unseren Ausgangspunkt. Das Sammeltaxi (Kleinbus) wartet an der Hauptstraße von Patacamaja. (bei unserem Besuch vor dem Restaurant "Capitol")
Sollte es nicht erreicht werden oder ausfallen, gibt es auch Möglichkeiten mit öffentlichen Bussen die "Ruta National 4" in Richtung chilenische Grenze zu fahren. Man muss den Busfahrer dann Bescheid sagen, dass man an der Abzweigung nach Sajama (kurz vor der Grenze) aussteigen möchte. Von dort führt eine 12 Kilometer lange Sandpiste nach Sajama.  Mit etwas Glück trifft man auf eine Mitfahrgelegenheiten. Im schlimmsten Fall muss man diese Strecke zu Fuß gehen.

220 km südlich von La Paz, direkt an der chilenischen Grenze gelegen, erheben sich die beiden Zwillingsvulkane Parinacota und Pomerape. Der Parinacota zählt zu den schönsten Vulkanen der Erde.

  • Land: Bolivien (Südamerika)
  • geografische Lage:
    18°9'58'' S, 69°8'33'' W
  • Sprache: Spanisch
  • Währung: Bolivianos, USD
  • Beste Zeit: Juni bis August
    (April, Mai: Neuschnee, ab September schlechtes Eis)
  • Ausrüstung: warme, winddichte Kleidung (Gore-Tex), normale Gletscher-Ausrüstung, warme Handschuhe, ggf. Hochlagerzelt, Kocher usw., Schlafsack bis minus 20 Grad.
  • Besteigungsdauer: 2-3 Tage
    (ab Sajama)
  • Erstbesteigung: 12.12.1928 durch  Josef Prem  (Österreich) und  Carlos Teran (Bolivien)

 

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Sajama


Am Ortseingang Sajamas gibt es eine Registrierungsstelle der Nationalpark-Verwaltung. Hier hat man eine Nationalpark-Gebühr von umgerechnet 2,50€ zu entrichten und muss sich in ein Buch eintragen.

Die Frau in der Nationalpark-Verwaltung ist auch bei der Suche nach einer Unterkunft behilflich. Es gibt ein einfaches Hotel im Dorf und mehrere Familien, die Fremde aufnehmen. Sehr einfache Zimmer, ohne Heizung und Dusche.

In Sajama kann man Wasser, Softdrinks, Brot und andere Lebensmittel kaufen. Gaskartuschen sollte man besser zuvor in La Paz besorgt haben.

Im Dorf gibt es mehrere Familien, die ein allradbetriebens und geländegängiges Fahrzeug besitzen und gegen Bezahlung den Transport zum Basislager übernehmen. Das ist wichtig, um Ausrüstung und Wasservorräte zum Berg zu bringen.

Koordinaten Sajama: 18°8'S. / 68°59'W.
Höhe: 4.238 Meter

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Höhenlager

Im Grunde genommen könnte man überall ein Basislager für die Besteigung anlegen. Es gibt jedoch einen definierten Ort, auf 4.870 Metern Höhe. Mit dem Geländewagen fährt man von Sajama 26 Kilometer zunächst weit nach Süden und dann in einem langen Bogen zurück nach Norden. Es gibt viele Fahrspuren im Lava-Sand und ortsunkundige Touristen würden hier allein schnell die Orientierung verlieren. Darum ist es angeraten Hilfe der Einheimischen anzunehmen. Je nach Zustand der Sandpiste kann man sich dem BC ganz oder bis auf 20 Minuten nähern.

Koordinaten etwa: 18°19‘48‘‘S. / 69°06‘17W.


Die Einheimischen unterscheiden ein weiteres Lager am Fuße des Pomerape als „High Camp“. Dieses befindet sich auf der Hochebene noch unterhalb des Sattels auf etwa 5.150 Metern.

Koordinaten etwa: 18°09‘04‘‘S. / 69°07‘23‘‘W.


Aber wie gesagt: aufgrund des fehlenden Wassers ist es egal wo man sein Lager aufschlägt. Es sollte nur einigermaßen windgeschützt sein.

Die Aufstiegsroute führt, am Tag gut erkennbar durch riesige Lavablöcke, direkt in den Sattel zwischen Parinacota und Pomerape. Die Orientierung in der Nacht kann schwierig sein. Im oberen Teilstück haben wir den Pfad nicht immer deutlich erkennen können.

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Aufstiegsroute

Am Sattel hält man sich links und geht weglos im Zickzag auf einen erkennbaren Kamm zu. Dieser erste Anstieg ist ziemlich steil. Zusätzlich erschwert  das lose Lavageröll das Fortkommen. Wenn man den Kamm erreicht hat, folgt man diesen aufwärts. Es ist nun weniger steil, wenngleich im Geröll nicht minder mühselig voran zu kommen.

Der weitere Weg führt in einen relativ flachen Lavahang hinauf zum Kraterrand. Ab etwa 5.500 Metern bewegt man sich auf Schnee oder Eis. Am Ende der Saison (August, September) erschweren s.g. "Penitentes" (Büßerschneefelder) den Aufstieg  außerordentlich. (>> siehe Video) 

Vom Sattel kommend erreicht man am Kraterrand bereits eine Höhe von knapp 6.300 Metern. Je nach genaue Routenwahl  am oberen Vulkan-Kegel muss man den Kraterrand mehr oder weniger in nördliche Richtung gehen, will man den allerhöchsten Punkt (6.342 Meter) erreichen.

Für eine komplette Umrundung des riesigen Kraters sollte man 1 Stunde einplanen. Die Blicke in den Krater sind atemraubend, genau wie die Blicke hinüber zum Pomerape oder zum Sajama in der Ferne.

 

Video aufgenommen am 25.08.2011 (Heiko Klimmer, Robin Reiche)

Mehr Fotos: http://www.pixum.de/slide/6071721

Literatur:
Hermann Kiefer, "Die Anden", Panico Alpinverlag (www.panico.de) ISBN: 978-3-936740-36-3
Eckehard Radehose, "Traumberge Amerikas", Bergverlag Rother, ISBN: 3-7633-3006-2

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: C:\Users\Heiko\Documents\PRIVAT\Eigene Webs\NEU\menu4.gif Hohe Berge

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