Mt. Stanley (5.109) - Rwenzori


Mt. Stanley mit Alexandra Spitze (links, 5.091) und Margherita Spitze
(rechts, 5.109)

Die Rwenzori-Gebirgskette erstreckt sich über eine Länge von 120 km und 60 km Breite in Uganda an der Grenze zur Republik Kongo. Das gesamte Gebiet wurde zum Nationalpark erklärt und das Betreten ist nur unter Einhaltung strenger Auflagen erlaubt.
  • Land: Uganda (Zaire)
  • Gebirge: Rwenzori Gebirge
  • weitere Gipfel: Mt. Speke (4.890), Mt. Baker (4.843), Möbius (4.918)
  • Ausrüstung: absolut regenfeste Treckingausrüstung bis minus 10 Grad (Goretex o.ä.), Gummistiefel, Handschuhe, Mützen, Stirnlampe, Tagesrucksack, Teleskopstöcke empfehlenswert, Steigeisen und steigeisenfeste Schuhe, Eispickel, Seil, Gletscherbrille, Schlafsack bis minus 10 Grad)
  • beste Reisezeit: Dezember - Februar und Juni - August.
  • Regentag: ca. 320 im Jahr !
  • Sprache: Englisch (Amtssprache), Suaheli

 

Zum Glück blieb das Rwenzori Nationalpark, wie das Land Uganda insgesamt, bisher vom Massentourismus verschont. Im Jahr 2004 verzeichnete die Nationalparkverwaltung gerade mal 489 Besucher. Allerdings muss man je Besucher bis zu 5 Einheimische rechnen, die als Führer oder Träger mitgehen. 
  • Etwa die Hälfte der Trekker begnügen sich mit dem Rundweg ohne Gipfelbesteigung. Doch auch diese Tour sollte nicht unterschätzt werden. Die Hütten liegen zwischen 2.650 m und 3.990 m und die Pässe erreichen über 4.000 Meter Höhe. Dazu kommen anstrengende Pfade durch Moore und Sümpfe.
  • Große Anforderungen stellen die hohe Luftfeuchtigkeit und der ständige Regen. Ein ausgezeichneter Gesundheitszustand und sehr gute Kondition sind Grundvorrausetzung für diese Tour.  
  • Für Bergsteiger ist das Stanley Massiv mit Alexandra Spitze (5.091) und Margherita Spitze (5.109) interessant. Dann folgt Mt. Speke (4.890) und Mt. Baker (4.843). Trotz Äquatornähe sind die Berge ab ca. 4.500 m Höhe vergletschert.


2. Tag, etwa 3.000 Meter


Rwenzori Trekking mit Mt. Stanley

1. Tag
Nyakalengija (1.615 m) - Nyabitaba Hütte (2.650 m)

Nachdem man einen halben Tag im Office des Mountaineering Service verbrachte, um Registrierung, Führer und Träger zu organisieren, geht es in ca. 4 Stunden zur Nyabitaba Hütte auf 2.650 Meter.
Der Weg führt durch Bananenplantagen, Elefantengras, dichtes Buschwerk und zum Schluss ziemlich steil bergan.
Es kann heiß und schwül werden, wie in einem türkischen Bad.
Abends: 12 Grad

2. Tag
Nyabitaba Hütte (2.650 m) - John Mate Camp (3.480 m)

Für diese anstrengende Etappe benötigt man etwa 6 Stunden.
Zunächst erfolgt ein Abstieg zum Mubuku Fluß, welchen man auf der "Kurt Shafer"- Hängebrücke quert. Dieser Ort war vor ein paar Jahren Schauplatz eines grausamen Massakers an Touristen durch kongolesische Rebellen. Seitdem gibt es Begleitung durch bewaffnete Ranger.

Nach der Brücke steigt der Pfad steil bergauf über Steine, Wurzeln und durch Schlamm. Weiter oben wird aus dem Schlamm richtiger Sumpf und ab hier sind Gummistiefel sehr empfehlenswert.
Die Vegetation auf dieser Etappe ist einzigartig und wechselvoll. In dieser Höhe herrscht noch ein sehr feuchtes, warmes Klima. Der Regenwald dampft und Nebel ist ständiger Begleiter. Dadurch wirkt Landschaft teils gespenstig. Es muss unbedingt mit Regen gerechnet werden. Dann können sich die steilen Pfade in Rutschbahnen verwandeln. In jedem Fall ist bereits auf dieser Etappe eine stake Kondition gefragt.

Die Holzhütte des John Mate Camp bietet maximal 16 Trekkern Platz, eigentlich weniger. Wie überall am Rwenzori sind alle Plätze zum Zelten ungeeignet, weil sumpfig oder zumindest extrem nass. Da die Nationalparkverwaltung den Zugang zum Gebirge steuert, ist jedoch kaum mit Überbelegung zu rechnen. Bei unserer Reise sind wir niemals anderen Trekkern begegnet. 
Abends: 6 Grad

3. Tag 
John Mate Camp (3.480 m) - Bujuku Hütte (3.970 m) - 5 Std.

Der dritte Tag ist sehr spannend. Bereits am Anfang muss der untere Bigo Sumpf mit seinen Tussockbücheln überquert werden. Gummistiefel sind unbedingt Pflicht. Wer abrutscht und im Moorloch landet, den schützen aber auch diese nicht mehr...
Oberhalb des Sumpfes, auf ca. 3.520 m, öffnet sich zum ersten Mal der Blick auf das vergletscherte Stanley Massiv. Durch den oberen Bigo Sumpf geht es dann weiter bergauf zum Bujuku See auf 3.900 Meter Höhe. Der Weg, entlang des rechten Seeufer, führt durch totalen Morast. Man ist froh, wenn man die Bujuku Hütte, oberhalb des Sees in Richtung Stuhlmann Pass erreicht hat.
Die Hütte bietet maximal 12 Schlafplätze. Das könnte eng werden, wenn zwei Gruppen hier aufeinandertreffen. Denn das ist der Ort für einen Akklimatisationstag. 
Abends: 3 Grad  


3. Tag, Bujuku See auf 3.900 Meter


4. Tag, Speke Gletscher, etwa 4.600 Meter
4. Tag
Besteigung Mt. Speke (4.890 m)

Der Akklimatisationsprozess kann am 4. Tag durch die Besteigung des Mt. Speke unterstützt werden. Der Aufstieg zum höchsten Punkt auf 4.890 Meter (Vittorio Emanuele) ist allerdings nur für trittsichere Bergsteiger mit Fels- und Eiserfahrung anzuraten. (Aufstieg 4 Std., Abstieg 2 Std.)

Der Weg verläuft zunächst Richtung Stuhlman Pass. Kurz vor der Passhöhe, ist rechts eine bemooste Felsflanke aufzusteigen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird diese Schlüsselstelle (Schwierigkeitsgrad II) am Morgen vereist sein. Auch der weitere Verlauf ist immer glatt und rutschig und daher große Vorsicht geboten. Weiter oben gibt es einen ca. 5 Meter hohen Riss (II bis III) zu überwinden, den wir ebenfalls vereist erlebten. 
Im dann folgenden Gletscher muss möglicherweise eine Spur gelegt werden, da der Mt. Speke nicht so oft begangen wird. (Steigeisen, Pickel, Seilsicherung) Etwas Kletterei im Fels zum Gipfel hin und man wird mit einer tollen Aussicht belohnt. Ich finde diesen Gipfel eigentlich besser als Margherita...
Der Rückweg kann wesentlich leichter sein, wenn zwischenzeitlich das Eis abgetaut ist. Dieser Gipfel lohnt in jedem Fall. Die 900 Höhenmeter sind optimal in Vorbereitung auf Mt. Stanley.  
5. Tag
Bujuku Hütte (3.970 m) - Elena Hütte (4.540 m) - 3 Std.

Zum Aufstieg zur Elena Hut benötigt man auf dem ersten Teilstück wieder die Gummistiefel. Teils von Tussockograsbüchel zu Tussockograsbüchel springend durchquert man das Moor westlich des Lake Bujuku. Nach dem Moor geht es steil bergauf, aber noch immer durch Matsch. Häufig bietet sich nun ein Blick auf das Stanley Massiv. (Foto ganz oben) Auf einer Höhe von 4.100 Meter, noch vor dem Scott Elliot Pass, erreicht man einen freien Platz mit Panoramablick. Dort befindet sich die Abzweigung zur Elena Hut.

Der weitere Verlauf führt durch felsiges Gelände und Bergschuhe sind nun besser als Gummistiefel. Der Weg ist durch Steinmännchen notdürftig markiert. Man sieht die Blechdächer der drei kleinen Hütten aber bereits vom Grat. Hier bieten sich Bodenschlafplätze für max. 16 Personen. Die Träger steigen am selben Tag wieder ab, um der Kälte auszuweichen. Der Standort ist sehr ausgesetzt und Nachts dringt der Wind durch die undichten Holzwände. Über Nacht etwa Minus 5 Grad.


5. Tag:, Elena Hütte auf 4.540 m (Hintergrund Mt. Bake - 4.843 m)


6. Tag: Pass zwischen Alexandra - und Margherita Spitze
ca. 4.970 oberhalb des Margherita Gletscher
6. Tag
Elena Hütte (4.540 m) - Margherita Spitze (5.109 m) -
Kitandara Hütte (4.027 m) - ca. 10 Std.

Es reicht mit Sonnenaufgang, gegen 7 Uhr den Aufstieg zu beginnen. Zunächst geht es über Felsterrassen und Steinblöcke in Richtung Gletscher. Dort bereits Steigeisen anlegen, denn es führt gleich steil zum Stanley Plateau aufwärts. Auf ca. 4.850 m führt der Weg, unterhalb der Alexandra Spitze, nach rechts. Wir haben das in dichtem Nebel und ohne Spur nicht sofort gefunden. (Also auch der einheimische Führer nicht...) Befindet man sich auf dem richtigen Weg, muss man in einer Mulde, etwa 50 Meter teilweise im Fels, absteigen. Dann den Margherita Gletscher rauf, bis zum Sattel zwischen Alexandra und Margherita. Das letzte Stück geht rechts den Gletscher aufwärts (Foto links) bis zum Felseinstieg.

Dort gibt es eine Kletterstelle im II. bis III. Grad, von etwa 40 Meter Länge und nach rechts führend. Das dortige Fixseil war bei unserem Besuch total vereist und keine wirkliche Hilfe. Oberhalb dieser Kletterstelle, geht es dann links zum Gipfel. Der Grad ist gefahrlos zu begehen. (2. Foto links) Vom Gipfel hat man fantastischen Blick auf den Kongo und die beiden anderen 5.000er. (Alexandra und Albert Spitze)

6. Tag: Gipfelgrat, wenige Meter vor Margherita Spitze (5.109 m)
Bis zur Margherita Spitze hat man 3-4 Stunden gebraucht. Etwas Zeit auf dem Gipfel und man muss sich schon wieder auf den Rückweg machen.
Die letzte Kletterstelle vor dem Gletscherabschwung kann wieder aufhalten. Wir mussten dort abseilen.
Im Gletscher und im weiteren Verlauf auf dem Stanley Plateau wird gegen Mittag der Schnee weich und man sinkt tief ein. Es besteht immer Gefahr in eine der zahlreichen, verdeckte Gletscherspalte zu rutschen. Seilsicherung ist unbedingtes Muss.
Hält man sich auf dem Stanley Plateau etwas rechts, kann man mit dem Moebius (4.918m) noch einen Fast-5.000er im Vorbeigehen mitnehmen. 

Elena sollte man am späten Mittag erreichen. Von dort stehen noch einmal etwa 3 Stunden Abstieg zur Kitandara Hütte bevor. Der Weg führt über den Scott Elliot Pass, unterhalb des Mt. Baker (4.843 m). Kitandara Hut liegt direkt am See, auf knapp 4.000 Meter. Das bedeutet, der Weg wird wieder schlammig... Sonst aber ein malerischer Ort zum Entspannen und viel Wasser zum waschen. Abends: 4 Grad, die man nun nicht mehr als kalt empfindet.
7. Tag
Kitandara Hut (4.027 m) - Guy Yeoman Camp (3.450 m) - 5:30 Std.

Der Tag beginnt mit einem ziemlich steilen Aufstieg zum Freshfield Pass auf 4.215 Meter. Dort befindet sich der Einstieg zum Mt. Baker (4.843 m), einem weiterem Gipfel des Rwenzori.
Der Weg zu Guy Yeoman Camp geht aber abwärts durch Mooswiesen und Hochmoor. Das Springen von Grasbüschel zu Grasbüschel nervt jetzt schon ein wenig. Der ganze Weg ist sehr morastig und an vielen Stellen steil abfallend. Am Bujongolo Rockshelter geht es durch eine Rinne bergab immer entlang der Felswand. Der ganze Weg ist sehr rutschig, doch die Felswand bietet zahlreiche Griffe.
Kurz vor dem Guy Yeoman Camp führt der Weg wieder durch sumpfiges Gebiet, mit besonders schönen Lobelien. Hier, wie auf der gesamten Etappe, sind Gummistiefel absolut notwendig.
Das Camp ist sehr schön vor einem riesigen Heidewald gelegen. Es gibt frisches Wasser und relativ lange Sonneneinstrahlung. Der ideale Platz zum relaxen. Abends wieder recht warm: 6 Grad.


7. Tag: unterhalb Freshfield Pass (4.215) kurz vor Bujongolo (3.720)


8. Tag: Weg unterhalb Guy Yeoman Camp





8. Tag
Guy Yeoman Camp (3.450 m) - Nyabitaba Hut (2.650 m) - Nyakalengija (1.615 m) - 6,5 Std.

Wenn man sich Zeit nehmen will, kann man hieraus auch zwei Etappen machen. Das bringt aber nicht unbedingt viel, weil man das letzte Stück (2 Std.) von Nyabitaba Hut nach Nyakalengija bereits vom Aufstieg her kennt.
Der erste Teil ist der Interessantere. In Gummistiefeln geht es entlang des Mubuku Fluß durch morastige Sumpfwiesen, über Baumwurzeln und Bambuswald. Überall steheln Lobelien und Orchideen. 
An der Nyabitaba Hut schließt sich der Rundweg. Es ist ein guter Platz für eine Mahlzeit. Danach geht es in 2 Stunden hinab zum Mountaineering Service nach Nyakalengija. Auf einmal ist es wieder drückend warm und man sucht nur noch den Schatten.

Die Tour ist zu Ende und es ist Zeit sich bei den Führern und Trägern zu bedanken, war man mit dem Verlauf des Trips zufrieden. Eine gute Geste ist es, alle zu einem Bier einzuladen und nicht mehr benötigte Ausrüstungsgegenstände zu verschenken. Ebenso wird allgemein ein Tip von durchschnittlich 10 Dollar erwartet, da der karge Lohn den Anstrengungen nicht ausreichend Genüge leistet... Diese Art des Tourismus ist für die Einheimischen eine faire Chance zur Verbesserung ihrer Lebenssituation in einem der ärmsten Länder der Erde.





 

Fotos Uganda: http://aol.pixum.de/viewalbum/id/3357320

 

Hohe Berge

Home