|
Auf dieser Seite sollen unterschiedliche Testmethoden vorgestellt werden, die es dem Läufer erleichtern, seine Leistungsfähigkeit einzuschätzen. Der beste Test wäre wahrscheinlich ein Kontrollwettkampf über eine genau vermessene Strecke. Die erzielte Leistung spiegelt das jeweilige Vermögen über diese Distanz wieder. Allerdings entsteht eine Wettkampfleistung immer in komplexem Zusammenwirken der einzelnen Ausdauerkomponenten (Grundlagenausdauer, wettkampfspezifische Ausdauer, Schnelligkeitsausdauer). Werden diese einzelnen Komponenten isoliert getestet und über einen längeren Zeitraum beobachtet, so kann der Läufer seine Leistungsfähigkeit präziser auf sein Ziel auszurichten. Nachfolgend beschreibe ich einige Kontrollmethoden, die ich selber verwende. |
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Ermittlung der
aerob/anaeroben Schwelle
Die
Ermittlung der aerob/anaeroben Schwelle, bzw. des Lauftempos an der
aerob/anaeroben Schwelle stellt eine sehr zuverlässige Methode zur Formüberprüfung
dar. An dieser Schwelle ist das Lauftempo so hoch, dass die
Sauerstoffaufnahme nicht mehr ausreicht, um die Energieverbrennung rein
aerob ablaufen zu lassen. Zunehmend muss Energie unter Sauerstoffmangel
erzeugt werden.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Ermittlung der maximalen Sauerstoff-Aufnahmefähigkeit
Für Läufer ist dieser Test nur auf dem Laufband durchführbar, da über eine Sauerstoffmaske die Aufnahme des Sauerstoffs gemessen werden muss. Ausgehend von einer Basisgeschwindigkeit von 4,50 m/s wird alle 30 Sekunden die Geschwindigkeit um 0,25 m/s gesteigert (ohne Pausen). Die Belastung erfolgt so lange, bis der Läufer motorisch nicht mehr in der Lage ist weiterzulaufen und abbrechen muss. Es handelt sich also um einen Maximaltest. Das Testpersonal kann die ansteigende Sauerstoff-Aufnahme online beobachten und sie wird aufgezeichnet. Normalerweise erreicht ein Läufer den Maximalwert in der vorletzten Stufe und kann unter anaerober Mobilisation die Folgestufe noch anlaufen. Dann ist Schluss. Eine längere Belastung bei 100% der VO2-max ist unmöglich. Darum ist das Trainingsziel erfolgreicher Mittel- und Langstreckler ihre individuelle VO2-max sowie die Geschwindigkeit, bei der diese erreicht wird, zu erhöhen. Der beschriebene Test dient als Kontrolle des notwendigen Trainings. Erfolgreiche Langstreckenläufer erlangen mit Werten von 75-80 ml/kg/min eine doppelt so hohe maximale Sauerstoffaufnahme wie gleichaltrige Nichtsportler. Je nach Speziellstrecke kann diese vollständig (5.000-Meter) oder teilweise (Marathon) ausgenutzt werden. In jedem Fall ist es vorteilhaft, wenn der Athlet sein VO2-max im Training so hoch wie möglich ausgebildet hat. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Ermittlung der maximalen Herzfrequenz Von der maximalen Herzfrequenz lassen sich keine direkten Rückschlüsse auf die individuelle Leistungsfähigkeit ableiten. Auch ist deren Beeinflussung durch Ausdauertraining nur gering. Allerdings spielt sie für die Trainingssteuerung zunehmend eine wichtige Rolle. Darum ist es für jeden Läufer interessant, seine maximale Herzfrequenz zu kennen. Es gibt unterschiedliche Methoden zur Ermittlung der maximalen Herzfrequenz. Der Sportler kommt nicht darum herum, zumindest kurzzeitig an seine motorische Leistungsgrenze zu gehen. Durch eine maximale Mobilisation während der Laufbelastung soll eine maximale Auslenkung der Herzfrequenz erzwungen werden. Am sichersten möglich ist das durch einen 3000-Meter-Lauf in submaximaler bis maximaler Intensität. Auf den letzten 400 Metern muss eine Temposteigerung und auf den letzten 100 Metern ein maximaler Endspurt erfolgen. Sofort im Ziel kann der Puls von Hand gemessen werden. Noch besser ist die Messung mittels Herzfrequenz-Messgerät. Bessere Geräte sind sogar in der Lage, den Maximalwert zu speichern. Dieser braucht dann anschließend nur abgerufen zu werden. Dieser Test sollte immer in ausgeruhtem Zustand durchgeführt werden, andernfalls kann eine starke muskuläre Ermüdung die notwendige Mobilisation im Test behindern. Die maximal mögliche Herzfrequenz kann dann nicht erreicht werden. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
GA-1-Test Wie der Name vermuten lässt,
soll mit diesem Test die Grundlagenausdauer überprüft werden. Ich habe
diesen Test entwickelt, nachdem ich wegen ständigen
Achillessehnenproblemen keine Lust mehr verspürte, eine
Leistungsdiagnostik auf dem Laufband durchzuführen. Obwohl der Test
extrem einfach ist, gestattet er eine eindeutige Aussage über die
aktuelle Grundlagenausdauer. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
GA-2-Test
Mit dem GA-2-Test lassen sich Rückschlüsse auf das Tempo im Bereich der aerob/anaeroben Schwelle ziehen. Wie der GA-1-Test wird er auf genau vermessener Strecke (Bahn) durchgeführt. Der Puls sollte konstant auf 85% der maximalen Herzfrequenz gehalten werden. Gut trainierte Läufer absolvieren 10, Anfänger 6 bis 8 Kilometer. Auch bei diesem Test können neben der Endzeit die 1000-Meter-Zwischenzeiten wichtige Hinweise auf die Stabilität im Testbereich geben. Es ist für jeden Läufer besonders wichtig, die Geschwindigkeit an der aerob/anaeroben Schwelle zu kennen. Durch einzelne Trainingsbelastungen in diesem Geschwindigkeitsbereich werden die wichtigsten Entwicklungsreize im Ausdauertraining ausgelöst. Zu häufiges Training in diesem Bereich kann aber auch zu Übertraining und Leistungseinbruch führen. Erfahrene Marathonläufer können von der ermittelten Geschwindigkeit direkte Rückschlüsse auf die erwartete Marathonleistung ziehen. Da
es sich bei diesem Test im Grunde auch um ein sehr intensives Training
handelt, sollte er sparsam im Jahresverlauf eingesetzt werden. Man muss
beachten, dass es sich um eine vollwertige GA2-Belastung handelt und der
Test entsprechend im Wochen- und Jahresverlauf integriert werden muss.
Werden gleichzeitig Tempoläufe und Wettkämpfe absolviert, kann es zu ungünstigen
Korrelationen kommen. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||