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Zur besseren Planung und Auswertung wird ein modernes Lauftraining in mehrere Trainingsbereiche aufgeteilt. In der Fachliteratur werden gelegentlich unterschiedliche Begriffe verwendet, welche aber immer das Gleiche meinen. Im Prinzip sollen 3-4 Trainingsbereiche unterschiedlicher Intensitäten unterschieden werden. In letzter Zeit scheinen sich die Bezeichnungen GA1, GA2, WA usw. durchzusetzen.
Tabelle: Trainingsbereiche im Dauerlauf
· Tempolauf
Tabelle: Trainingsbereiche im Tempolauf
Ein
Grundprinzip des sportlichen Trainings ist die kontinuierliche
Belastungssteigerung. Für die Langstreckenläufer sind
die gelaufenen Kilometer die entscheidende
Steuergröße der Trainingsbelastung. Eine weitere
wichtige Steuergröße sind die Intensität,
bzw. die Laufbereiche. Will man als Läufer
Erfolg haben, sollte man unbedingt darauf achten, dass Umfang und
Intensität im Jahresverlauf eine dynamische Entwicklung
nehmen. Prinzipiell
wird man das Trainingsjahr mit einem niedrigen Laufumfang beginnen und
diesen allmählich steigern. Dadurch kann eine kontinuierliche
Anpassung erzielt werden. Langstreckler
(5.000/10.000) erreichen die höchsten Umfänge meist
im März/April und reduzieren dann, um im Mai/Juni durch
Tempoarbeit eine spezifischere Form der Belastungssteigerung zu
verfolgen. Die hohen Laufumfänge dürfen jedoch nicht
zu zeitig verlassen werden, damit während der
Wettkämpfe im Sommer die Ausdauergrundlage nicht zu stark
abfällt. Marathonläufer
erreichen ihre höchsten Laufumfänge 2-3 Wochen vor
dem geplanten Marathonlauf. Es sollten die höchsten
Wochenumfänge im Jahresverlauf sein, um die größt
mögliche Optimierung des Stoffwechsels zu erreichen.
Gleichzeitig werden in diesen Wochen auch die spezifischsten
Belastungen absolviert. Im Gegensatz zum 5+10.000-Meter-Läufer
führt der Marathonläufer also eine komplexe
Belastungssteigerung durch, welche durch Umfangssteigerung und
Steigerung der Laufgeschwindigkeit gekennzeichnet ist. Im folgenden
Beispiel soll dargestellt werden, wie sich der Laufumfang im
Trainingsjahr eines Marathonläufers entwickeln
sollte.
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Trainingsbereiche
im Jahresverlauf Hier
habe ich darzustellen versucht, wie eine günstige Verteilung
der Laufbereiche im Jahresverlauf aussehen könnte. Zu den
unterschiedlichen Zeitpunkten des Trainingsjahres werden die
Schwerpunkte jeweils anders gesetzt. Charakteristisch für den
Beginn des Trainingsjahres ist ein hoher Anteil im niedrigen
Intensitätsbereich. Mit fortschreitendem Aufbau verschieben
sich die Relationen in Richtung intensivere Bereiche. Im nachfolgenden
Beispiel handelt es sich um ein typisches Marathontraining mit je einem
Marathonlauf
im April und Oktober. Bei
den Trainingsbereichen handelt es sich um reine Geschwindigkeitsbereiche:
Drei Dauerlaufbereiche plus Tempolauf (Intervalltraining). Bestimmte
Trainingsformen wie Fahrtspiel, LongJogg
usw. müssen entsprechend ihrer Durchschnittsgeschwindigkeit
eingeordnet werden. Mir erschien es am einfachsten
und
übersichtlichsten, nur drei Dauerlaufbereiche
zu unterscheiden. In der Praxis wird innerhalb dieser Bereiche oft noch
differenziert. Zur Auswertung ist es aber so am
übersichtlichsten, reflektieren doch die verwendeten drei
Bereiche die physiologische Wirkung des Trainings. Beim
Tempolauftraining habe ich hier alles zusammengefasst. Der Einsatz der
jeweiligen Form von Tempoläufen hängt davon ab,
welche Zielstellung das Tempolauftrainig
in der jeweiligen Trainingsphase erfüllen soll.
lockerer
DL : bei ca. 65-70% der max.Hfz.,
bzw. 65-75% der Marathongeschwindigkeit (in m/sec.), KB = Kompensation,
Ein-Auslaufen Dieses
Jahresschema entspricht etwa meinem eigenen Trainingsaufbau vergangener
Jahre. Es basiert auf einem relativ hohen Kilometerumfang. Dennoch
dürfte es tendenziös auch
auf Athleten mit geringerem Leistungsanspruch übertragbar
sein, da ein Marathontraining generell langfristig und systematisch
vorbereitet werden muss. (Athleten mit
geringerem
Leistungsvermögen laufen insgesamt weniger Kilometer. Das ist
klar. Dadurch kommt es schnell zu einer deutlichen Verschiebung in
Richtung der intensiveren Laufbereiche. Aber auch hier gilt:
Tempotraining wird im Jahresverlauf durch Grundlagentraining
vorbereitet und gewinnt erst in der Wettkampfvorbereitung an Bedeutung). Der
Anteil der hochintensiven Bereiche (Tempolauf, Tempodauerlauf) sollte
zusammen nie mehr als 15% der Gesamtkilometer erreichen. Die
Effektivität des Marathontrainings basiert auf einem
großen Anteil des mittleren Dauerlaufs (GA-1), welcher bis zu
50% ausmachen kann (in einzelnen Wochen auch deutlich
darüber). Eine optimale Marathonvorbereitung sollte 10-12 Wochen in Anspruch nehmen. Zuvor muß der Athlet sich bereits in einen Zustand gebracht haben, welcher durch eine stabile Grundlagenausdauer und eine akzeptable Allgemeinathletik gekennzeichnet ist. Es gibt unterschiedliche Abläufe der unmittelbaren Vorbereitung auf einen Marathonlauf, kennzeichnend ist jedoch immer eine generelle Steigerung des Kilometerumfanges, sowie eine Ökonomisierung der Stoffwechselabläufe im zu erwartenden Renntempo. Nachfolgend skizziere ich eine Marathonvorbereitung, wie ich sie selbst mehrfach durchführte. · In der ersten Etappe sollte über 4-5 Wochen der Kilometerumfang stufenförmig gesteigert werden. Ziel ist die Anhebung der aeroben Ausdauer. Entsprechend stehen mittlere Dauerläufe im Zentrum des Trainings. Lange Dauerläufe über 30 km werden noch sehr ruhig gelaufen. Tempoläufe zur Schulung der Wettkampfausdauer werden unterschwellig und aus dem vollen Training heraus realisiert. Das Tempo dieser Läufe liegt nahe oder bereits im Bereich des Marathontempos. Empfehlenswert ist es, nach den beiden ersten Wochen dieser Etappe für 5-7 Tage eine Umfangsreduzierung um ca. 20% vorzunehmen. Damit kann einer zu großen Ermüdung vorgebeugt werden. · In den folgenden 2 Wochen erfolgt gegenüber der letzten Belastungswoche eine Umfangsreduzierung um 20-25%. Am Anfang steht eine optimale Regeneration. In der Folge werden durch einzelne Trainingseinheiten gezielte Intensitätsreize zur Optimierung der Wettkampfausdauer gesetzt. Neben Tempoläufen kann jetzt auch der Tempodauerlauf (10-15 km) eingesetzt werden. Diese wettkampfspezifischen Belastungen sollten im Renntempo gelaufen werden. Wesentlich schnelleres Tempo macht wegen der hervorgerufenen hohen Laktatproduktion keinen Sinn. In der Marathonvorbereitung kommt es vor allem auf die Stoffwechseloptimierung im Wettkampftempo an. Ein ausgeruhter Zustand und eine gute Regeneration sind in diesen 2 Wochen besonders wichtig. · Die nun folgende Etappe über 2-3 Wochen vereinigt einen hohen Kilometerumfang mit Trainingsreizen im Wettkampftempo. Ziel sollte sowohl eine weitere Steigerung der aeroben Ausdauer, als auch eine Optimierung der wettkampfspezifischen Abläufe sein. Aufgrund der Doppelanforderung in der Marathonvorbereitung kommt dieser Etappe eine Schlüsselrolle zu. Im Idealfall gelingt sowohl eine weitere Umfangssteigerung, als auch eine Steigerung der Laufgeschwindigkeiten. Die Steuerung von Be- und Entlastung sollte durch den Athleten nach Gefühl erfolgen. Dadurch gelingt es oft am besten, diesen komplexen Anforderungen gerecht zu werden. Bei gutem Training in den vorangegangenen Wochen macht es erstaunlich wenig Mühe, diese Zielstellung umzusetzen. In dieser Etappe sollten alle 4-5 Tage Reize in der Wettkampfgeschwindigkeit (TL und TDL) gesetzt werden. Mit langen Dauerläufen über 30 km wird die weitere Steigerung der aeroben Ausdauer erreicht und gleichzeitig der Fettstoffwechsel trainiert. Mittlere Dauerläufe stabilisieren den Umfang. ·
Die
verbleibenden 2-3 Wochen dienen vorwiegend der Regeneration und
Formzuspitzung. Der Umfang fällt auf 60-70% der letzten
Umfangswoche ab. Streckenlängen und Geschwindigkeiten der
Dauerläufe werden reduziert. Die Wettkampfgeschwindigkeit wird
nur noch mit kurzen Läufen angetippt. Die Form sollte sich von
selbst aufbauen, nicht erzwungen werden. Mit Ausnahme einer
Vorbelastung mit 85-90%iger Intensität über 30 km (10
Tage vor WK) oder 25 km (8 Tage vor WK) empfehle ich keine langen
Läufe in den beiden letzten Wochen. Diese Belastungen und auch
schnelle Tempoläufe/Tempodauerläufe bedürfen
ausgiebiger Regeneration. Die
nachfolgende Grafik soll die Umfangsentwicklung innerhalb einer
typischen Marathonvorbereitung demonstrieren. Aufgrund von
Witterungseinflüssen und beruflicher Belastung, wird es nie
gelingen eine 100%ig perfekte Vorbereitung zu gestalten. Das Beispiel
entstammt meinen eigenen Trainingsaufzeichnungen zur Vorbereitung des Marathon
von Hannover 1997. Durch 2 Trainingslager (Wochen 9/8 und 5/4) konnte
ein guter Verlauf gesichert werden. In
einem Leistungstraining kommt einer planmäßigen
Regeneration fast die gleiche Bedeutung zu wie dem Training selbst.
Erst eine geordnete Regeneration ermöglicht eine optimale
Belastungsverarbeitung und baldige Wiederbelastbarkeit. In der
Regenerationszeit wird dem Organismus die Chance gegeben, die
Trainingsreize in eine höhere Anpassungsstufe umzuwandeln.
·
Maßnahmen
zur Regenerationsförderung Entmüdungsbad Im
Anschluss an eine harte Trainingseinheit kann ein Entmüdungsbad
helfen die Übersäuerung und Verspannung der
Muskulatur zu beseitigen. Die Badetemperatur sollte etwa 36-40 Grad
betragen, die Dauer etwa 15 Minuten. Badezusätze, welche die
muskuläre Entspannung fördern, sind sehr zu empfehlen
(z.B. Eichenrinde, Wacholder, Fichtennadel). Sauna Regelmäßige
Saunabesuche unterstützen ebenfalls die Regeneration.
Läufer/innen sollte einmal pro Woche die Sauna aufsuchen.
Für 3-4 Saunagänge von je 8-15 Minuten und den
entspannenden
Ruhepausen sind jeweils 2 Stunden Zeit erforderlich. Die
durchblutungsfördernde Wirkung der Saunawärme sollte
durch den Sprung ins kalte Tauchbecken unterstützt werden.
Anschließend ist auf den Ausgleich der verlorenen
Flüssigkeit zu achten. Am Tag vor einem Wettkampf ist ein
Saunabesuch ungünstig. Massage Mit
der Massage sollen lokale Muskelverspannungen gelöst und die
Durchblutung angeregt werden. Optimal ist die Ausführung durch
einen erfahrenen Masseur. Der Sportler kann sich dabei besser
entspannen, als wenn er selbst Hand anlegt. Es ist jedoch auch eine
Selbstmassage möglich. Dabei sollten langsame und wiederholte
Streichungen ausgeführt werden. An lokalen
Muskelverhärtungen darf auch stärker geknetet werden.
Lockerungen und leichte Dehnungen unterbrechen die manuelle Behandlung.
Kompensationstraining Das Kompensationstraining ist als Lauftraining, besser noch in einer anderen Sportart durchführbar. Es dient nach intensivem Training oder Wettkampf die Produkte des muskulären Zerfalls abzubauen. Dazu eignet sich am Besten ein niedrig dosiertes Training (etwa 65% der HFZ-max) bei geringer Belastungsdauer (max. 1 Stunde). Beste Erfahrungen habe ich selbst mit etwa 30-minütigen Kompensationsläufen in minimalem Tempo gemacht. Dabei trage ich sehr viel warme Kleidung und lasse die Stoppuhr zu Hause liegen. Ideal ist auch ein leichtes Schwimmprogramm geeignet. Ein
generelles Problem im Ausdauertraining stellt das Phänomen des
Übertrainings dar. Allerdings sind davon meist
Leistungssportler betroffen, leider zu oft auch Nachwuchsathleten. Mir
sind jedoch auch viel
Fälle aus dem Spitzensport bekannt. ·
Definition
des Übertrainings ·
Warnsignale
des Übertrainings
·
Verhalten
bei Übertraining ·
Vermeidung
von Übertraining Hartes
Training muss nicht zwangsläufig zu einem
Übertraining führen. Die wichtigste Strategie zur
Vermeidung ist ein klug angelegter Wechsel
zwischen Be-
und Entlastung
im Trainingsverlauf. Der Athlet muss sich darüber im Klaren
sein, dass angemessene Ruhepausen ein fester Bestandteil des Trainings
sind. Das trifft für den Verlauf der Trainingswoche genauso zu
wie für das Trainingsjahr. Wichtig
ist auch, dass der Athlet an Hand von Trainingsaufzeichnungen
sein absolviertes Training kontrolliert und die Erkenntnisse
für die Planung des weiteren Trainings verwendet. So sind
ungewöhnliche Steigerungsraten identifizierbar, auf die mit
einer entsprechenden Entlastung reagiert werden muss. Der
Athlet muss in seine Überlegungen auch das Auftreten gesteigerter
Alltagsbelastungen
einbeziehen. Wenn diese den Trainingsverlauf stören, muss der
Trainingsplan so geändert werden, dass Be-
und Entlastung wieder harmonieren. Der
Athlet sollte einen individuellen
Trainingsplan verwenden!
Ein kontinuierlich dem aktuellen Leistungsvermögen angepasster
Plan weist ein wesentlich geringeres Übertrainingsrisiko auf.
Der starrer
Gruppentrainingsplan sollte im leistungsorientierten Langstreckenlauf
der Vergangenheit angehören. Das Training kann innerhalb der
Trainingsgruppe koordiniert
werden. Identisches Training mit unterschiedlichen Läufern
muss jedoch zu Unter- oder Überlastungen führen. Abschließend
ist zu sagen, dass im Laufbereich die Selbstbeobachtung
durch den Athleten eine große Rolle bei der Vermeidung des
Übertrainings spielt. Der Läufer muss wissen, wie er
auf unterschiedliche Belastungen reagiert. Er muss erkennen, wann
Überlastungen eingetreten sind und wie er eine optimale
Entlastung gestalten kann. Training
nach dem Marathon ·
Zeitlicher
Ablauf der Regeneration nach dem Marathon
·
Trainingsumfang
nach dem Marathon Als Faustregel haben sich (ausgehend von den letzten Umfangswochen) die folgenden Trainingsumfänge bewährt. Es kommt jedoch immer auf die individuelle Bewältigung des Marathons an. Unter Umständen kann eine stärkere Umfangsreduzierung angebracht sein. Insbesondere dann, wenn muskuläre Verletzungen oder Verletzungen im Bewegungsapparat aufgetreten sind.
Copyright 2007 © Heiko Klimmer |
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ga1
Training, ga1 ga2, ga1 puls, aerobes Training, aerobe schwelle,
Dauerlauf, dauerlaufen, Tempodauerlauf, Marathontraining |
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