Liegerad: Quantum Toxy
Einführung

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Quantum Toxy: ein kurzes Liegerad

Zur Bewertung des Toxy
Mir fällt es schwer, einen wirkliche hilfreiche Bewertung abzugeben,
weil ich andere Liegeräder (Flux V220, Street Machine und Hornet) nur
beim Händler zur Probefahrt 'belegt' habe. Auch habe ich bisher gerade
knapp über 1000 km hinter mir.
Ich kann von daher nicht schreiben, was am Toxy besser oder schlechter ist
als an anderen Liegern; hier wird also im wesentlichen aufgeführt, was
mir nicht gefällt (zur Zeit würde ich behaupten, dass diese Probleme nicht
Toxy-spezifisch sind, sondern durchaus eher allgemeiner Natur).
Man kann getrost davon ausgehen, dass der nicht erwähnte Rest zumindest für
mich in Ordnung ist.
Vorteile eines Liegerades
- Ungeheuer bequem. Keine Probleme mit Handgelenken,
Schultern, Nacken oder dem Po. Zunächst hatte ich Probleme mit den Füßen,
aber das ist jetzt behoben; siehe unten ('Pedale').
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Es gibt Leute, die von Problemen berichten, weil sie den Kopf stark zur Brust
neigen müssen; solche habe ich von Anfang an nicht gehabt, obwohl ich nicht
sehr aufrecht sitze. Im Gegenteil: auf dem Normalrad war das Überstrecken in
der entgegengesetzten Richtung ein Problem, außerdem damit verbunden, dass
man mehr die Straße unter sich als die Straße und die Umgebung vor sich
sieht. Ich habe schon öfter
von Normalradunfällen gehört, deren Grund ebendieser war.
Hier ein deutlicher Sichtvorteil des Liegerades.
- Sichtkontakt mit Autofahrern
- Geringer Luftwiderstand?
- Unfälle, Umkippen und vom Rad Fallen ist erheblich weniger gefährlich
als auf dem Normalrad.
Nachteile
- Man sitzt niedriger und kann daher nicht über Autos hinwegschauen,
wird evtl. auch leichter
übersehen.
- Der Kopf ist am Radende, schlechte Sicht um Ecken und in
rechts-vor-links-Straßen.
- Nicht so wendig wie ein Normalrad (Geländeeinsatz, Bürgersteige rauf-
und runter, durch enges Gewirr schlängeln)
Warum gerade ein Toxy?
Ganz eindeutig: der Preis. Es war einfach günstiger als andere Räder
und für mich war außerdem nicht ersichtlich, dass ich im Gegenzug
irgendetwas schlechtes dafür in Kauf nehmen müsste. Es ist sogar leichter
als manch anderes Rad (Alu). Ebenfalls ist es kompakter als andere,
was wirklich von Vorteil ist, wenn man es immer durch das Haus in den Keller
tragen muss (und da muss es auch reinpassen! Bei mir geht das gerade so...).
Dinge, die bei anderen Rädern zur
Serienausstattung gehören, finde ich wirklich entbehrlich
(Scheibenbremse, hydraulische Felgenbremse, ...).
Meiner Meinung nach wäre für die weitere Verbreitung der Liegeräder
ein etwas geringerer Einstiegspreis durchaus förderlich, dabei ist
durchaus ein Verzicht auf hochpreisige Komponenten ein angemessenes
Mittel.
Merkmale meines Toxy
Schaltung
SRAM 3x7. Siehe gesonderte Seite.
Bremsen
V-Brakes. Ich bin damit zufrieden, bin aber 'Schönwetterfahrer'.
Bei Regen mögen andere besser sein.
Lenker
Ich habe den 'Normalradlenker', bei dem die Griffe nach hinten zeigen,
mit Drehgriffschaltung; finde das bequem.
Pedale
Zunächst waren normale Pedale dran, aber am nächsten Werktag waren
es schon Klickpedale (SPD-Kombipedal). Ein Liegerad ohne ist meiner
Meinung nach nicht wirklich bequem, weil man immer die Füße hoch halten muss.
Gerade am Anfang hatte ich allerdings Probleme, in manchen Situationen
schnell genug aus den Pedalen zu kommen. Man fällt dann einfach um.
Aber keine Angst, umfallen mit dem Liegerad ist wirklich nicht schlimm.
In der Tat ist es sehr viel weniger gefährlich, als auf 'nem Normalrad
umzufallen (auch da hat man keine andere Wahl, wenn man nicht aus den
Pedalen kommt und sich nicht festhalten kann). In der Stadt/bei langsamer
Fahrt fahre ich generell nur mit einem Fuß eingeklickt.
Was jetzt nicht mehr zutrifft:
Das einzige Unwohlsein auf dem Liegerad: bei langer Fahrzeit am Stück schlafen
die Füße im Bereich des Ballens ein, das Gefühl breitet sich dann langsam aus.
Wenn ab und zu mal eine Ampelpause kommt, ist es aber OK. Starke Belastung
verschlimmert die Sache ebenfalls.
Bin bisher aber fast nur in der kalten Jahreszeit gefahren, vielleicht ist die
Auskühlung der Füße ein verstärkender Faktor.
Evtl. bin ich schlecht durchblutet oder mache was falsch; von anderen Liegeradfahrern
habe ich sowas noch nicht gehört.
Die Lösung:
Ich habe also Thermosohlen und andere Dinge probiert, damit die Füße nicht kalt werden,
ohne Erfolg. Ich habe alle möglichen Stellungen der Schuhplatten getestet, ebenfalls
ohne Erfolg.
Letztlich war es einfach die Tatsache, dass ich die Schuhe (vor allem im vorderen Bereich)
zu eng geschnürt hatte. Es war nicht so eng, dass sich der Fuß wirklich eingeengt anfühlte,
sondern nur so eng, dass er beim abwechselnden Ziehen am Pedal/Drücken auf das Pedal ohne
Spiel sofort den Schuh bewegte. Jetzt habe ich es so locker geschnürt, dass der vordere
Fußteil bei diesem Wechselspiel zunächst immer den Weg zur jeweils gegenüberliegenden Seite
des Schuhs finden muss, um die Kraft ausüben zu können. Das hört sich jetzt nach sehr viel
Spiel an, ist es aber nicht. Es ist merkbar, aber nicht unangenehm. Und vor allem tritt das
taube Gefühl nicht mehr auf, man kann nun auch länger ohne Zwischenstopp durchfahren.
(Update, 01.07.2007): dieses Problem haben offensichtlich sehr viele Radfahrer, auf dem
Liegerad ebenso wie auf dem Normalrad. Es gibt verschiedene Tips:
- weniger eng schnüren
- weniger drücken, mehr ziehen
- mehr Bewegungsfreiheit für den Fuß
- Cleat-Position verändern
- Gesäß anders unterstützen. Vermutung: Nerven werden abgeklemmt
Bereifung
Schwalbe City Marathon (Kevlar) 32-406.
Nicht gerade geeignet für sandige Wege, sonst sehr gut.
Sitz
Schalensitz, mit 'Böschungsmatte' von
Pedalkraft anstelle der
Serienauflage.
Bequem und recht gut belüftet. In jedem Fall sehr viel besser als
Holzsitze mit Löchern oder gar Schaumstoff- oder Moosgummiauflagen.
Federung
Kann man ein ungefedertes Liegerad abseits einer guten, geteerten Straße
fahren ohne Schmerzen zu bekommen?
Sonstiges
Die Lichtanlage ist nix besonderes. Kein Standlicht oder extravagenter
Dynamo oder so etwas. Wenn ich wirklich mal im dunklen fahre (selten), klemme ich
mir zus. ein Dioden-Blinklicht an die obere Sitzkante.
Gepäckträger, zwei Flaschenhalter, Steckschutzbleche, Rückspiegel.
Offene Fragen, Verbesserungswürdiges, Anregungen
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