Kelly Family

 

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Familienbiographie


Zum ersten Mal hörte ich von der Kelly Family im Jahre 1979. Maite war gerade neun Tage alt und die Kelly´s traten im Fernsehen auf. Mutter Barbara hatte Maite im Arm.

In dieser Zeit waren die Kelly´s sehr oft im Fernsehen zu sehen. Ich habe sie immer bewundert. Eine so große Familie mit damals 11 Kindern, die so toll singen konnten.

Die Kelly´s wurden immer berühmter und tingelten durch die ganze Welt.

Leider fand diese heile Welt 1982 ein schlimmes Ende. Mutter Barbara starb an Krebs, wenige Monate nach der Geburt von Angelo.

Lange Zeit hat man dann nichts mehr von den Kelly´s gehört.

Erst im Dezember 1987 wurde ich wieder auf die Kelly´s aufmerksam. Sie gaben ein Konzert auf dem Elberfelder Weinachtsmarkt. Zeitgleich viel mir auch der folgende Zeitungsartikel aus der Bild Zeitung in die Finger, den ich heute wie einen Augapfel hüte.


Die Geschichte der Kelly Familie

(Bild Zeitung 1987)

Dan Kelly (57) sieht aus wie das Abbild eines bayerischen Herrgottschnitzers: Graue Haare, langer Rauschebart, blaue blitzende Augen, eine massige Figur. Seine Kinder singen in irischer Tracht: Die Jungen in Pluderhosen, die Mädchen in dicken Wollsocken unter weiten Röcken, dazu Schleifenblusen. Die blonden Haarmähnen sind zu Nackenzöpfen geflochten - ein Bild wie aus dem vorigen Jahrhundert, als wäre die Zeit stehengeblieben.

Die Kellys wurden immer mit der berühmten Trapp-Familie verglichen, die bis 1956 mit ihren zehn Kindern durch die Welt zog und Erfolge feierte. "Botschafter der Fröhlichkeit" nennt sich die Musikfamilie. Lange konnten sie diese Botschaft nicht vermitteln. Sie trauerten um Mutter Barbara. Vor sieben Jahren erkrankte sie an Brustkrebs. Ein Jahr später war sie tot.

Dan Kelly spricht nicht gern über diese Zeit. Er sagt nur: " Es war hart, als wir die Diagnose hörten. Meine Frau wußte, daß es keine Rettung für sie gab. Trotzdem: Man hofft immer - bis zuletzt. Wir zogen uns nach Pamplona in Spanien zurück. Dort haben wir sie auch begraben.

Wie muß dieser Frau zumute gewesen sein, als der Arzt ihr die furchtbare Diagnose sagte ... Was muß sie für Ängste und Sorgen gehabt haben - um ihre 12 Kinder, um den Jüngsten, der gerade geboren war ... Manche Frau wäre verzweifelt. Barbara Kelly nahm ihr Schicksal an, klagte nicht. Vielleicht war es ihr tiefer Glaube, der sie so stark machte. "Wenn Gott mich zu sich nimmt, wird er meine Kinder beschützen", sagte sie zigmal.

Liebe, Vertrauen - das ist es, was sie ihrem Mann, ihren Kindern gab. Sie war eine rundliche Frau, ein mütterlicher Typ, hielt sich im Hintergrund, überließ die Geschäfte ihrem Mann, war für die Kinder da. Im letzten Jahr, das sie noch zu leben hatte, bereitete sie ihre ältesten Kinder auf die Zeit ohne sie vor: "Ihr müßt so fröhlich weiter Musik machen wie bisher". "Schenkt den Menschen Freude, tretet auch ohne mich auf". Und vor allem: "Haltet zusammen!" Tut nie etwas was euch oder anderen schadet!" Das war ihre Botschaft, ihr letzter Wille.

"Als sie dann starb, waren wir wie gelähmt", sagt Vater Dan. "Wir konnten ihren letzten Wunsch lange Zeit nicht erfüllen, konnten nicht auftreten. Sie fehlte uns überall. Ihre fröhliche Art, ihr Glauben an das Gute. Wir mußten erst damit fertig werden, ohne sie weiterzuleben...".

Die Kinder veränderten sich nach dem Tod der Mutter; wurden verantwortungsbewußter; teilten sich die Hausarbeit untereinander; Caroline, damals 18, und Kathy damals 17, kümmerten sich um die Kleinen. Die Musik gab ihnen die Kraft dazu. Wenn sie sangen, musizierten, dann hatten sie das Gefühl, daß ihre Mutter bei ihnen war. Sie strengten sich an, um besser zu werden, für sie.

Dan Kelly erinnert sich: "Es waren wundervolle 30 Jahre mit meiner Barbara. Als ich sie in Amerika kennenlernte, war ich Lehrer für Latein und Philosophie. Sie war 19, ich 28. Wir stammen aus Irland - das verband uns, auch die Sehnsucht nach einer großen Familie."

Nach dem vierten Kind gab Dan seinen Lehrerjob auf, zog nach Spanien. Die Kinder sollten andere Werte als Geld schätzenlernen. Sie musizierten auf der Straße, verdienten sich damit das Geld zum Leben. Langsam wurden sie berühmt. Doch das beeinflußte ihr Leben nicht. Die Familie war immer das wichtigste. Barbara Kelly bekam fast alle zwei Jahre ein Kind.

Heute, sechs Jahre nach ihrem Tod, sagt ihr Mann: "Heiraten werde ich nie mehr." Ich vermisse sie. Es ist manchmal schwer, die Kinder allein zu erziehen. Bei den singenden Kellys läuft sicher manches anders als bei den Müllers von nebenan. Sie leben auf engstem Raum. In Zwei Bussen sind Schlafräume, Wohnzimmer, Küche und Bad. Nirgends eine Ecke, in die sich einer zurückziehen kann. Die Kinder gehen in keine Schule, sie werden vom Vater unterrichtet. Einmal im Jahr legen sie eine Prüfung an einer internationalen Schule ab. Alle sprechen vier Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch.

Die Kinder haben keinen Computer, keine Designerklamotten, keine Barbie-Puppen oder ferngesteuerten Autos. Dafür haben meine Kinder mehr Freude. Ich zwinge sie zu nichts, auch nicht zur Musik. Caroline (25) lebt in Amerika und ist Krankenschwester. Sie will bald heiraten. Paul (23) ist Koch in Irland. Ich liebe meine Kinder. Sie wissen, daß ich für sie lebe. Natürlich mache ich auch mal Fehler in der Erziehung. Aber Kinder merken wenn man fair ist, dann akzeptieren sie auch mal Fehlentscheidungen. Sechs Jahre nach Barbara Kellys Tod. Ihr Mann, ihre Kinder haben ihren letzten Wunsch eingelöst. Sie singen so gefühlvoll, daß die Zuschauer in der vollbesetzten Grugahalle andächtig lauschen. Ein Blick in die pausbäckigen Kindergesichter. Neugierige Augen, eine herzliche fröhliche Art, nichts Gedrilltes, nichts Verklemmtes.

Der 10jährige Patrick kommt auf die Bühne, singt mit glockenheller Stimme: "Sah ein Knab ein Röslein stehn". Dann stellt er die Familienmitglieder vor. Angelo, der Kleine (6), stolpert tolpatschig über die Bühne, schmettert ein Lied ins Mikrofon - ein bißchen falsch, aber was machts. "What a wonderful world" singen die Kellys. Wunderkerzen werden angezündet. Frohe Gesichter. Barbara Kellys letzter Wunsch erfüllt sich.

Wie sagte sie noch? "Schenkt den Menschen Freude, tretet auf!". 

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Stand: 06.10.09