Notizen zum Fach Deutsche Geschichte im 20.Jahrhundert

US-Amerikanische Anleihen

und ihre Wirkungen in der deutschen Geschichte

*  *  *  *  *      Faustregel:      *  *  *  *  *      

                                                                                                                                                   
*  *  *   Unverzinste Vermögen verlieren in 10 (zehn) Jahren mindestens 1/5 (ein/Fünftel) an Wert ...*  *  *  



Jahresübersicht
1922

(?) Vorschläge des    Lord Bradbury   (britischer Vertreter in der Reparationskommision) über die Zahlungen der Weimarer Republik an die Siegermächte:

- Zunächst eine Zahlungspause für Deutschland für vier Jahre,

- dann jährliche Zahlung von 2 bis 2,5 Milliarden als "ewige Rente" auf eine Schuldsumme von 50 Mrd. mit 5 prozentiger Verzinsung,

- nach dem 9.Jahr eventuelle Erhöhung der deutschen Zahlungen auf jährlich 9 Milliarden.


Ergänzungen: Abstract This article looks at a neglected episode during the work of the Reparations Commission of 1920-25 leading up to the Dawes Plan of 1924, when the British delegate to the Commission, Sir John Bradbury, drew up a plan to reschedule German reparation payments in an attempt to take the venom out of the debate over these payments. It takes as its documentary basis the previously unpublished papers of Sir John in his role as Britain's representative on the Reparations Commission from 1920 to 1925. The article concludes that Bradbury's plan had the potential to defuse at least some of the problems encountered in the political and economic results of the reparations policy and that it made a significant contribution to the thinking that emerged in the Dawes Plan.
29.Dezember Die Rede des amerikanischen Außenministers Hughes vor der Amerikanischen Historischen Gesellschaft legt den Plan der USA zur Regellung der deutschen Reparationszahlungen dar:

1. Die Kriegsschulden der Aliierten an den USA werden nicht mit deutschen Reparationszahlungen verbunden.

2. Die Belastungen Deutschlands sollen bis an dessen Grenzen gehen, aber nicht die wirtschaftliche Basis (für die Zahlungsmöglichkeiten) zerstören.

3. Einberufung einer internationalen Sachverständigenkommission, die frei von politischen Überlegungen Höhe und Art der deutschen Zahlungen auf Grundlage der deutschen Wiedergutmachungsfähigkeit festlegt.

Als 1921 Warren G. Harding zum Präsidenten gewählt wurde, erlangte Hughes den Posten des Außenministers.
Nach der Amtseinführung verhalf Harding vielen seiner politischen Freunde zu lukrativen Ämtern. Eine Gruppe, die als „Ohio Gang“ bekannt wurde, nutzte ihre Position, um die Regierungsgelder zu hinterziehen.
Anfang des Jahres 1923 wurde eine großangelegte Korruptionsaffäre um Hardings engsten Beraterstab aufgedeckt. Thomas Miller, Chef des Amtes für Auswärtige Angelegenheiten, wurde beschuldigt, Schmiergelder angenommen zu haben. Jess Smith, Assistent des Justizministers, hatte Unterlagen vernichtet und dann Selbstmord begangen. Der Justizminister selbst musste wegen Annahme von Bestechungsgeldern zurücktreten. Charles Forbes, Direktor des Bureau of Veterans Affairs, unterschlug Gewinne, strich große Summen Bestechungsgelder ein und organisierte den illegalen Vertrieb von Alkohol und Drogen.

John Pierpont Morgan junior

Er finanzierte in den ersten Jahren des Ersten Weltkrieges französische und britische Lebensmittel- und Munitionskäufe sowie später Kriegsanleihen an diese Staaten. Die erste größere Anleihe über 12 Millionen US-Dollar gewährte er 1914 Russland. 1915 lieh er Frankreich 50 Millionen Dollar. Sämtliche Munitionskäufe Großbritanniens in den USA wurden über eine von Morgans Firmen abgewickelt. Zudem stand Morgan an der Spitze eines Syndikats von rund 2200 Banken, die im Verlauf des Krieges den Alliierten rund 500 Millionen Dollar liehen. Dieses Firmenimperium hatte erheblichen Anteil an der Umstellung der US-Wirtschaft auf Kriegsproduktion, die ein militärisches Eingreifen in den Krieg ab dem 6. April 1917 erst möglich machte.
Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Morgan dem Bankengremium an, das in Paris den Dawes-Plan ausarbeitete.

Die J.P.Morgan & Co. war immer im Investmentbanking tätig und finanzierte diverse Zusammenschlüsse von Unternehmen, unter anderem der General Electric Comp. und beteiligte sich an diversen Eisenbahnlinien in den USA.

Das Bankhaus Dillon,Read & Co steht der Morgen- Verbindung nahe (?)

Jahresübersicht
1923

21.September US-Botschafter Houghton berichtet seinem Außenminister Hughes über erfolgreiche Gespräche mit einem deutschen Großindustriellen (Stinnes), der ihn über die Möglichkeiten der Verlängerung der Arbeitszeit auf mindestens 10 Stunden pro Tag informierte. Da die deutsche Arbeiterschaft sich das nicht gefallen lassen wird, müsse ein Diktator her, der "die Sprache des Volkes reden" kann. Ein solcher Mann sei bereits gefunden in einer politischen Bewegung in Bayern - Adolf Hitler! Wenige Tage später (Anfang Oktober) erklären die sozialdemokratischen Minister im Kabinett Stresemann ihre Bereitschaft für die Abschaffung des Gesetzes über den Achtstundentag. Minister Hilferding (SPD) ist sich einig mit Reichswirtschaftsminister H.v.Raumer (AEG-Sachverwalter)!
November 1923 Einführung der Rentenmark:
4,2 Billionen Papiermark entsprachen einem US-Dollar. Der Wechselkurs der Papiermark zur Rentenmark wurde mit 1 zu 1 Billion festgelegt. Damit entsprachen 4,2Rentenmark= 1 US-Dollar.
Die Rentenmark wurde mit Sachwerten von 3,2 Milliarden Goldmark und durch Hypotheken auf Immobilien der Landwirtschaft gedeckt!
Die Rentenmark wurde durch die sogenannte „Grundschuld“ gestützt, sprich jeder Grundstück und/oder Immobilienbesitzer musste 6 % seines „Grundbesitzes“ an den Staat übertragen.
Die Landwirtschaft verlor damit die letzten Geldreserven.
Erforderliche Investitionen bedeuteten sofortige Neuverschuldung.
22.Dezember

Ernennung Schachts zum Reichsbankpräsidenten.
Er wird Nachfolger des Havenstein.

Schacht ist einer der Hauptdarsteller der Finanzgruppen der Dresdner Bank und Danat-Bank :

- etwa 1903 macht er Bekanntschaft mit Emil Rathenau und Georg v. Siemens
- 1905 lernte er J.P. Morgan persönlich kennen ((6) S.93)
- ab 1914 tätig als Vertreter der Dresdner Bank in Brüssel
- im I.Weltkrieg wollte er die Ausgabe des Besatzungsgeldes in Belgien der Dresdner Bank als Monopol zuschanzen
- Leiter der Danat-Bank ab (?)
   organisiert mit Jacob Goldschmidt das Eindringen von US-Kapital in die deutsche Wirtschaft
- trifft John Fuster Dulles während des Kapp-Putsches 1920
- Schachts "väterlicher Freund" ist Montagu Norman, der Gouverneur der Bank of England
- wird später der Wirtschaftsminister Hitlers und
   kann offenbar durch Gegenspieler aus der DEUTSCHEN BANK zu Fall gebracht werden
- Schacht hält Verbindung mit J.F. Dulles und der Harriman International Co., die ab Mai 1933 alle deutschen Exporte in die USA regelt

(ist noch zu klären:)
- Verbindung mit Max Warburg (?) , dessen Bruder Paul Warburg ist für das Bankhaus Kuhn,Loeb Co. tätig
- mit Kurt v. Schröder bekannt (?),der ab 1921 Teilhaber des Bankhauses Stein (Konkurrenz von Dillon,Read & Co bei der Anleihenvermittlung) ist die Verbindung hält zur US-amerik. Schröderbank, deren Rechtsberater Allen Dulles ist/wird/wurde und der Bruder von John Foster Dulles ist... Allen Welsh Dulles ist von 1953-1961 Direktor der CIA usw.
- Kurt v. Schröder ( SS-Brigadeführer) als Teilhaber des Bankhauses Stein gehörte zum Freundeskreis Reichsführer SS und damit zu den Geldgebern Himmlers. Zu diesem illustren Kreis zählte auch der spätere Präsident der Deutschen Bundesbank Karl Blessing von 1958 bis 1969 !



Jahresübersicht
1924

16.07.
bis
16.08.
Londoner Konferenz

Auf dieser Konferenz verhandelten die Diplomaten Englands, Frankreichs, Belgiens, Italiens, Japans,Portugals, Griechenlands, Rumäniens, Jugoslawiens und der USA über den Bericht eines "Sachverständigenkomitees". Dieser Bericht wurde nach dem Vorsitzenden "Dawes-Plan" benannt.
Nach diesem Plan sollten die Reparationszahlungen der Weimarer Republik "entpolitisiert" werden.

Sitzung des Sachverständigenausschusses der Reparationskommission in London am 18.7.1924
C.G.Dawes (4.v.r.) organisierte den Geldstrom nach den USA. Rechts neben ihm sitzt offenbar O.D.Young   (2)


Charles Gates Dawes stand als Bankier der Chicagoer Central Trust Co. of Illinois der Republikanischen Partei nahe. Er organisierte den Nachschub der US-Armee im I. Weltkrieg, unterhielt enge Beziehungen zu Frankreich und billigte später öffentlich die Ruhrbesetzung.
1924 bis 1929 war er Vizepräsident der USA.
Der Dawes-Plan

Der Plan sah eine erstmalige Zahlung von einer Milliarde Goldmark ( 1 Goldmark = 1/2700kg Feingold, vor jeder Zahlung durch Londoner Goldpreis neu festzulegen) für 1925 vor, steigerte das jährliche Zahlungs-Volumen mit Einrechnung der wirtschaftlichen Verbesserung auf jährlich 2,5 Milliarden Goldmark etwa für 1928 und 1929 auf 2,5 Milliarden Goldmark. Die Gesamtsumme sowie die Laufzeit der Zahlungen durch die Weimarer Republik wurden nicht festgelegt und blieben nach oben und nach hinten offen.

Quellen für die jährlichen Zahlungen an die Siegermächte:

   - Zahlungen aus dem Reichshaushalt
   - Zahlungen aus eingenommenen Zöllen
   - Steuern auf Tabak, Alkohol, Bier und Zucker
   - Einnahmen von der Reichsbahn
   - Einnahmen aus der Verkehrssteuer
   - Zahlungen aus der Industrie



Die Reichsbahn wurde umgewandelt in eine "Deutsche Reichsbahn Gesellschaft", die nicht in das Handelsregister eingetragen wurde; es war keine Aktiengesellschft., die Stammaktien gehörten dem Staat. Von den achtzehn Mitgliedern des Verwaltungsrates sollten neun aus dem Ausland kommen.(1)
Die Reichsbahn, deren Kapitalwert mit 26 Milliarden Goldmark festgelegt, bildete den größten Vermögenswert des Staates und wurde wichtigster Unterpfand für die Reparationszahlungen. Ihre Jahreszahlungen hatten etwa 1 Mrd. Goldmark zu betragen.

Umbau der Reichsbank unter Kontrolle eines international besetzten Generalrats.
Als neue Währungseinheit ist die "Reichsmark" einzuführen.
30.08. Nach den Bestimmungen des Bankgesetzes müssen die in Umlauf befindlichen Noten und Giroverbindlichkeiten stets mindestens 40% durch Gold oder Devisen gedeckt sein.
01.09. Der Dawes-Plan tritt in Kraft.
Deutschland zahlt die erste Dekadenrate von 20 Mill.RM .
02.09. Die Weimarer Republik erhält von einem US-Bankhaus einen Obligationskredit von 50 Mill.$. Die hier dargestellten Anleihen sollen "langfristige" Anleihen gewesen sein. Zu dieser Zeit wird aber insbesondere der kurzfristige Charakter aller aufgenommenen Anleihen bemängelt, der in der späteren Weltwirtschaftskrise zu fatalen Folgen führen wird!
26.09. In Berlin ruft das Luftschiff "Los Angeles" Begeisterung hervor. Dieser Zeppelin LZ 126 wird als Reparationszahlung an die USA geliefert und überquert erstmals den Atlantik ohne Zwischenlandung.
30.09. In Berlin wird die Bank für Industrieobligationen gegründet.
10.10. Mit dem Abkommen über die Reparationsanleihe treten die Dawes-Gesetze in Kraft. Abbildungen sogenannter Wertpapiere, mit denen man ohne arbeiten zu müssen, Geld "verdienen" kann, siehe zum Jahr 2005!

11.10. Einführung der Reichsmark (RM).
14.10. 110 Mill.$ Anleihe des US-Bankhauses Morgan&Co, bei starker Überzeichnung der Subskription. Das Bankhaus habe bekannt gegeben, daß die Zeichnung der Anleihe sich auf über 500 Mio. US-$ , also auf das vierfache des aufgelegten Betrages belaufe.
Den Hauptteil des europäischen Anteils (26 1/2 Mio. Pfund Sterling) übernahm die Bank von England.
Der internationale Kommunistenkongress in Köln protestiert gegen die "Kolonialisierung Deutschlands" duch das US-Kapital.
Oktober (?) Die Firma Krupp nimmt bei den Bankhäusern Goldmann, Sachs & Co. und Hallgarten & Co. eine 10-Millionen-Dollar-Anleihe auf.
((6)S.321) um 1924/25 , keine genaue Angabe möglich)
15.10. Nach einem spektakulären ersten Atlantikflug von 81 Stunden landet Hugo Eckener mit LZ 126 auf dem US-Flugplatz Lakehurst zur Übergabe des Zeppelins als Reparation an die USA.
31.12. Als Reparationsleistungen mußten 1924 an Steinkohle 11,4 Mill.t und an Koks 3,7 Mill.t abgeliefert werden. Im Haushalt wurde ein Überschuß von 496,4 Mill.RM erzielt.
Die Finanzierung des Wohnungsbaus (1924 für 1,1 Mrd.RM) wurde zu 58% aus öffentlichen und zu 42% aus privaten Mitteln gedeckt.



Jahresübersicht
1925

09.01. Der Reichstag setzt einen parlamentarischen Untersuchungsausschuß zu den Beschuldigungen gegen Beamte und Parlamentarier wegen des Barmat-Skandals ein. Wegen des Barmat-Skandals wird Reichspostminister Höfle (Zentrum) entlassen.
10.01. Die "erste Rheinlandzone" (Köln) ist entgegen dem Versailler Vertrag nicht geräumt.
26.01. Siemens erhält von einer New Yorker Bank einen 10 Mill.$-Kredit.
31.03. Die Gesamtschuld des Reiches beträgt 2 815,6 Mrd. RM. (?)
20.04. Der zurückgetretene Reichspostminister Höfle , der wegen der Barmat-Affähre seit Wochen in Untersuchungshaft war, stirbt in einem Berliner Krankenhaus.
01.05. Die Reichsbahn erhöht die Tarife um 10%.
15.06. Die 55.Hauptversammlung des Deutschen Landwirtschaftsrates in Fridrichshafen fordert die Errichtung einer deutschen Rentenbankkreditanstalt.
21.09. Die Reichsbahn lehnt Tarifsenkungen ab.
24.09. Die Reichspost lehnt Tarifermäßigungen ab.



Jahresübersicht
1926

14.01. Dem Reichstag wird der Haushalt für 1926 vorgelegt. Die Einnahmen und Ausgaben betragen 7 419,7 Mill.RM. Im Haushalt sind 600,3 Mill.RM an Reparationszahlungen eingeplant.
26.01. Die AEG erzielte 1925 einen Reingewinn von 8 363 047 RM und zahlt eine Dividende von 6%.
30.01. Die britischen Besatzungstruppen räumen Köln, die französischen Bonn und die belgischen das niederrheinische Gebiet um Moers.
08.02. Die Allgemeine Deutsche Eisenbahn AG kündigt eine Dividende von 4% an.
12.03. Die Deutsche Bank meldet einen Gewinn von 1 540 Mill.RM und sie schüttet eine Dividende von 10% aus.
01.04. Der berechnete offizielle Index der Gesamtlebenshaltungskosten ist
von 1913/1914= 100 auf 139,6 gestiegen.
1 kg Rindfleisch kostet 2,15 RM
1 kg Butter kostet 4,13 RM
1 Zentner Kohle ab Zeche 0,74 RM
Der Schichtlohn eines Bergarbeiters beträgt 8,17 RM.
Der Stundenlohn eines Metallarbeiters 1,06 RM.
Ein "unterer" Reichsbahnbeamter erhält 174,75 RM , ein "oberster" 888,25 RM im Monat.
10.05. Die Hauptstadt Berlin nimmt eine Anleihe von 45 Mill. RM auf.
15.06. Die Luxussteuer für Automobile wird abgeschafft.
20.06. Volksentscheid über die Enteignung der Fürstenvermögen. Von
-    15 599 797 Wahlteilnehmern stimmen :
-    14 455 184 für
-        585 710 gegen
die entschädigungslose Enteignung der Fürsten.
Damit ist angeblich "die notwendige Mehrheit" nicht erreicht.
26.06. Bildbericht in der "Vossischen Zeitung" über eine Demostration: "2 Millionen Erwerbslose und 1,2 Milliarden für Fürsten"
15.07. Eine Kfz-Steuererhöhung tritt in Kraft.
31.08. Die Republik gibt bekannt, vom 1.9.1924 bis 31.8.1926 , in den ersten beiden Jahren des Dawesplanes, Reparationssachlieferungen im Wert von 1 099 550 RM geleistet zu haben.
22.09. Reichsbankpräsident Schacht gibt die Höhe der deutschen Auslandsverschuldung (einschließlich der Dawesanleihe) mit 5 Mrd. RM an.
30.09. Die Vereinigten Stahlwerke schütten erstmalig eine Dividende von 26 Mill.RM aus.
11.10. Im Rowohlt Verlag erscheint "Reparationen" von Arnolt Bronnen.



Jahresübersicht
1927

01.01. Die Biersteuererhöhung von 2 RM pro hl tritt in Kraft.
28.01. Die Reichspost schlägt für den Telefonverkehr eine Grundgebühr zwischen 5...12 RM vor je nach Ortslage.
04.02. Die Hauptstadt Berlin nimmt eine 6%tige Anleihe über 90 Mill.RM auf.
07.02. AEG zahlt eine Dividende von 7% (Vorjahr 6%).
09.02. Siemens-Halske kündigt Dividende von 10% an.
Reingewinn: 15,3 Mill.RM (Vorjahr 8.9 Mill.RM)
13.02. Schwarzer Freitag an der Berliner Börse.
28.02. Nach dem Finanzausgleichsgesetz wird ein Zuschlag auf die Kfz-Steuer von 25 % festgesetzt.
01.04. Der berechnete offizielle Index der Gesamtlebenshaltungskosten ist
von 1913/1914= 100 auf 146,4 gestiegen.
1 kg Rindfleisch kostet 2,20 RM
1 kg Butter kostet 4 RM
1 Zentner Kohle ab Zeche 0,74 RM
Der Schichtlohn eines Bergarbeiters beträgt 8,82 RM.
Der Stundenlohn eines Metallarbeiters 0,96 RM.
13.05. An der Berliner Börse kommt es zu starken Kursrückgängen.
19.05. Die Finanzminister des Reiches und der Länder beraten über eine "Vereinfachung" des Steuerapparates.
23.06. Der Reichstag lehnt mit knapper Mehrheit eine Erhöhung der Postgebühren ab.

Reichsbankpräsident Schacht reist zur Konferenz der Notenbankpräsidenten in die USA.
15.07. Der Tagessatz für Feriengäste an Seebädern liegt zwischen 4 und 12 RM.
30.07. Je Schicht verdient ein Hauer 9,36 RM (1924: 6,08 RM)
01.08. Erhöhung der Postgebühren :
Ortsbrief : von 5 auf 8 Pf
Fernbrief : von 10 auf 15 Pf
01.09. Entsprechend dem Dawes-Plan wurden für das 3.Jahr
1 500 Millionen RM Reparationsleistungen erbracht.
19.09. Ein "niedriger" Staatsbeamter erhält 1500 RM Jahreseinkommen, das sich nach 16 Dienstjahren auf 2100 RM erhöhen kann.
01.10. Die Versicherungsgrenze der Sozialversicherung wird von 2700 RM auf 3600 RM Jahreseinkommen erhöht.
18.10. Ein PKW Opel (40PS) kostet 4800,-RM, der 12/50 PS 7250,- RM
mehr zur Autoproduktion siehe hier:
24.11. Der Reichsverband der Deutschen Indutrie fordert, mit Verweis auf die Reparationsverpflichtungen
- eine Kürzung der öffentlichen Ausgaben um 10 %
- ein Finanznotgesetz zur Beschneidung der Parlamentsrechte
- einen Lohnstopp
Die Gewerkschaften des ADGB signalisieren Einverständnis!
16.12. Parker Gilbert, Generalagent für die Reparationen, stellt in seinem Bericht für das 3. Reparationsjahr des Dawes-Planes fest, das die Zahlungen normal funktionieren.
Seymour Parker Gilbert
Bekanntheit erlangte er als Verantwortlicher für die deutschen Reparationszahlungen, ein Amt, das er von Oktober 1924 bis Mai 1930 ausübte. Anschließend war er 1931 bei JPMorgan tätig. Er starb im Alter von 45 Jahren an einer Herzattacke. Sein Sohn war Chairman bei Morgan Stanley in den 1980er Jahren.



Jahresübersicht
1928

30.Januar Durchschnittliches Passiv-Saldo im Export-Import von 250 Mio RM wird in diesem Monat überboten (500 Mio RM).Die "Deutsche Bergwerkszeitung" hält dies für ein "Menetekel".
31.März Republik,Länder und Kommunen sind mit 9 049 Mrd. RM verschuldet. Im beendeten Rechnungsjahr 1927 wurden 156,2 Mio RM an KfZ-Steuer eingenommen.
1926 waren es 105,1 Mio RM und 1925 58,5 Mio RM.
28.April Der britische Botschafter beschwert sich beim Reichsaußenminister über den Reichsfinanzminister, weil der den Dawes-Plan kritisierte.
2.Mai Erhöhung der Kohle-Preise: z.B. Koks von 15,97 RM auf 18,10 RM je Tonne.
22.Mai In einer Presse-Erlärung heißt es :
In den USA hat jeder 5.Bürger ein Auto, in Neuseeland jeder 11. , in Dänemark jeder 42. , in England jeder 43. in Frankreich jeder 44. , und in Deutschland jeder 160.
21.06. Die Reform der Grundsteuer wird mit einer Mehrheit aus SPD, DDP und KPD beschlossen.
Die Reform der Gewerbesteuer wird mit einer Mehrheit von SPD, DDP und DNVP beschlossen.
Im Landtag von Freistaat Braunschweig ?
12.8. Der billigste Ford-Wagen kostet 2810 RM
30.September Das Deutsche Reich hat ca. 12 Mrd. RM öffentliche Schulden. (am 1.4.1924 waren es 2,5 Mrd.RM)
31.Dezember Die Gesamtverschuldung des Reiches beträgt 1336,5 Mio RM .
( Steigerung gegenüber 30.11.1928 um 369,8 Mio RM )
Die "Finanzierung" des Wohnungsbaus (3325 Mio RM) wurde 1928 erstmals stärker aus privaten Mitteln "gedeckt" (60% -(?)).
Es fehlen 550 000 Wohnungen, 300 000 sind abbruchreif.

Ende 1928 werden die "Deutschen Führerbriefe - politisch-wirtschaftliche Privatkorrespondez " herausgegeben.
Die Leserschaft bestand aus Bankiers, Wirtschaftslenkern, Spitzen der Reichswehr, Regierungskreise und Kabinettsmitglieder, Großagrarier und Minister.
Die wöchentlich zweimal erscheinende Zeitung (extrem kleine Auflage: etwas mehr als 1000) verfolgte die noch umstrittene Durchsetzung einer Regierungsbeteiligung der NSDAP.
Herausgeber waren der Privatsekretär des Industriellen Paul Silverberg: Dr. Otto Meynen und der eng mit Schacht verbundene Journalist Dr. Franz Reuter.

Jahresübersicht
1929

31. März Ende des Haushaltsjahres:
Reichsschuld 7994 Mio RM
1.Mai
bis
3.Mai

Blutmai


Der sozialdemokratische Polizeipräsident Berlins, Karl Zörgiebel, läßt auf 200000 Demonstranten schießen, die trotz Demonstrationsverbot aus Protest gegen die Errichtung einer offenen Diktatur und der verstärkten Kriegsvorbereitung auf die Straße gehen!
Die Polizei provoziert bewußt die Zusammenstöße. In den Berliner Stadtbezirken Wedding und Neukölln errichten die Bewohner dagegen Straßensperren und Barikaden.
Der dreitägige Polizeiensatz fordert 31 Tote und mehrere hundert Verletzte.
Die KPD setzt ihre Funktionäre zur Verhinderung einer bewaffneten Auseinandersetzung ein, da die politische Provokation offensichtlich ist.
11.Mai Die Deutsche Bergwerkszeitung berichtet von einer anhaltenden Verschlechterung des Reichsbank-Status. Gold- und Devisenabflüsse von 172 Mio RM haben die Notendeckung von 43 auf 41 % sinken lassen. (Die Lage wird sich im Sommer leicht verbessern und danach dramatisch verschlechtern.
1.Juni
Die Deutsche Bergwerkszeitung hält den Young-Plan für wirtschaftlich unannehmbar. (Überschrift:"Frondienst für sechs Jahrzehnte")
7.Juni Auf der Pariser Sachverständigenkonferenz wird der Young-Plan unterzeichnet.
Das Deutsche Reich hat noch 113,9 Mrd. RM zu zahlen an Reparationen. Die Zahlungen sollen in 68 Annuitäten erfolgen. Die Summen sollen durch die Reichsbahn-Gesellschaft und durch den Reichshaushalt erbracht werden.
1.Juli Während 1927 7070 Konkurse angemeldet wurden, waren es 1928 bereits 10 595.
In Ostpreußen, Grenzmark Posen, Pommern, bayerische Pfalz sind die Steigerungsraten der Konkursentwicklungen überdurchschnittlich.
Durch die schwierige Lage in der Landwirtschaft wird der Handel der Landstädte beeinträchtigt.
6.Juli Der Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft lehnt den Young-Plan ab.
1.September Auf das Reichstagsgebäude wird ein Bombenattentat verübt.
Im Hintergrund steht der Führer der Schleswig-Holsteinischen Landvolkbewegung.
4.September Wegen großer Dürre kommt es in Ostpommern zu Notschlachtungen.
25.Oktober "Schwarzer Freitag" an den amerikanischen Börsen. Die Zahl der Arbeitslosen hat für die Presse "den kritischen Punkt" erreicht.
Während eines Vortrages über Kohle-Gewinnung werden die Alhambra-Lichtspiele von Jugendlichen total demoliert!
31.Oktober Das Berliner Konjunkturforschungsinstitut gibt bekannt, das in den zehn Monaten diesen Jahres bereits mehr Zahlungseinstellungen erfolgt sind als im ganzen Jahr 1928.
2.November
Das "Volksbegehren gegen den Young-Plan" hat mit über 4 Mio Stimmen die erforderliche Zahl der Eintragungen erreicht.
20. November Die Freiburger Privatbank Otto Bürkle stellt ihre Zahlungen ein.
Die Serie der Bankzusammenbrüche in Deutschland beginnt.



Jahresübersicht
1930

3.Januar Beginn der II. Hager Konferenz zur Regelung der Reperationsfragen Auf Grund der wirtschaftlichen Lage ist Siemens gezwungen, einen neuen amerikanischen Kredit aufzunehmen bei der Morgan gehörenden General Electric.
Siemens und Deutsche Bank verhandelten mit Dillon, Read & Co. die 14 Mill. Dollar-Anleihe, die zum Kurs von 235 % zum Nennwert ausgegeben wurde.
Dillon,Read überließ dann den größten Teil der Schuldverschreibung General Elelctric.
13.Januar Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht trifft auf der II.Haager Konferenz ein.
Er lehnt die Teilnahme der Reichsbank an der personellen Zusammensetzung der zu gründenden Bank für Internationale Zahlungen in Basel ab. Darüber kommt es zu einer Krise in der deutschen Delegation.
16.Januar
Nach Mitteilungen der Deutschen Reichsbahn hat "das größte Wirtschaftsunternehmen der Welt" Ende 1929 mit 412 Mio Zugkilometern und 61 500 Wagen den Vorkriegszustand von 1913 wieder nahezu erreicht.
20.Januar Auf der sogenannten II.Haager Konferenz (3.1.1930-20.1.1930) unterzeichnet die Reichsregierung den Young-Plan als "Neuen Plan" zur Zahlung der Reparationsverpflichtungen.
26.Januar In Berlin kommt es zu Tumulten der Arbeitslosen.
11.02. Aus der Rede des Reichstagsabgeordneten Ernst Thälmann "Gegen den Youngplan":


"...Morgan und ein paar ausländische Bankmagnaten regieren über Deutschland. Schacht, dieser skrupelose Vertreter des inländischen und ausländischen Kapitals, der inländischen und ausländischen Millionäre, der sich an der Not der Massen bereichert, bestimmt, welche Steuern erhoben, welche Zölle erhöht, welche Sozialleistungen abgebaut und welche reaktionären Gesetze in Deutschland erlassen werden sollen.
Man kann heute ... sagen: Bald alles, was Schacht gefordert hat, wurde von der sozialdemokratischen Regierung bedingungslos ausgeführt. Ich glaube, man kann sogar hinzufügen, daß sie das gehorsamste Werkzeug darstellt, das sich das Finanzkapital in Deutschland wünschen kann..." (4)

Ernst Thälmann
Reden und Aufsätze
Band 2 (1928-1930)
15. Februar

Bild aus der Generalversammlung der Reichsbank
v.l.n.r.: Paul v. Schwabach, Kauffmann, Fritz Andrea, von Stauß, Remshart, v.Mendelsohn, v.Simson,
Rudolf Loeb, Carl Fürstenberg, Franz Urbig (3)
E. Georg v. Stauß

Dieser Direktor der DEUTSCHEN BANK zählte Henry Deterding zu seinem engsten Freundeskreis. Deterding, der mit Lord Bearstead den Shell-Konzern gründete, war finazieller Wegbereiter für Hitler und Rosenberg.
Über seinen Posten bei der Lufthansa war v.Stauß bekannt mit Erhard Milch, der von den Nazis zum Generalfeldmarschall ernannt wurde.
Den "Staußflügel" der DEUTSCHEN BANK vertraten solche Männer wie Karl Helffrich,Arthur von Gwinner und Werner Funk als Lobby der neueren Industrie (Automobilproduktion und Chemieindustrie) , die sich nach eigentümlichen Sinneswandel ab etwa 1923 für einen größeren Einfluß des US-Finanzkapitals engagierten.
Rudolf Loeb (1877-1966) wurde 1935, nach dem Tode Franz von Mendelssohns und Paul von Mendelssohn-Bartholdys, als erstes Nichtfamilienmitglied Seniorchef der Firma.
Die Mendelssohn-Bankiers in der Jägerstraße Berlins:

Ab dem frühen 20. Jahrhundert übernahm die vierte Bankiersgeneration Verantwortung: Robert (1857-1917) und Franz von Mendelssohn (1865-1935), die Söhne Franz von Mendelssohns d. Ä., sowie Paul von Mendelssohn-Bartholdy (1875-1935), der Sohn Ernst von Mendelssohn- Bartholdys. Herausragend war Franz von Mendelssohns internationale Reputation als Wirtschaftsfachmann, die zu seiner Wahl als Vizepräsident der Internationalen Handelskammer führte.


Carl Fürstenberg:
(HL: alles noch zu überprüfen / keine gesicherten Ergebnisse)
- hatte über die AEG Verbindung mit Walther Rathenau (?)
- kannte Eugen Gutmann (1840-1925) von der Dresdner Bank (?)


März
Owen Delano Young
Vorsitzender im Aufsichtsrat von  General Electric
verfügt über glänzende Beziehungen zum Bankhaus J.P.Morgan & Co.
Direktor der Federal Reserve Bank
Mitglied des von Dawes geleiteten Sachverständigenauschusses zur Neuregelung der Reparationsschulden

Der Young-Plan, dem die Reichstagsabgeordneten ihre Zustimmung gaben, sah für die Jahre 1931 bis 1988 folgende Zahlungen an die Siegermächte vor:
1931 bis 1940 18 649,4 Mio RM
1941 bis 1950 22 081,3 Mio RM
1951 bis 1960 23 606,7 Mio RM
1961 bis 1970 20 862,8 Mio RM
1971 bis 1980 16 729,0 Mio RM
1981 bis 1988 11 231,8 Mio RM
Am 11.März läßt sich Brüning von Hindenburg die Durchführung einer Finanzreform zusagen.
Luther wird zum neuen Präsidenten des Reichsbankdirektoriums gewählt (als Nachfolger für H.Schacht)



Am 12.März stimmt der Reichstag dem Young-Plan zu :
   270 Ja-Stimmen
   192 Nein-Stimmen
   3 Enthaltungen

Ein Mißtrauensantrag der KPD scheitert.

Am 13.März unterzeichnet Hindenburg die Young-Plan-Gesetze.

Durch eine Novellierung des Reichsbahn-Gesetzes übernimmt die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft die jetzt nach dem Young-Plan vorgeschriebenen jährlichen Reparationszahlungen an die Bank für Internationale Zahlungen.

Im Parlament beginnt die zweite Lesung zum Gesetzentwurf "zum Schutz der Republik und zur Befriedung des politischen Lebens".

Der Young-Plan sah vor, das die Weimarer Republik
bis zum Jahr 1988
folgende Reparationen an die Siegermächte zu zahlen hatte:



Dezember
Reichspräsident Hindenburg erlässt am 1. Dezember 1930 eine Notverordnung zur "Sicherung der Wirtschafts- und Finanzlage" Im Jahr 1930 übernimmt die Morgan gehörende amerikanische ITT die deutsche Standart Elektrizitätsgesellschaft SEG. Bekannter als Standard Elektrik Lorenz arbeiten 1944 in 12 Betrieben etwa 24000 Mitarbeiter ausschließlich für die Rüstung!

Jahresübersicht
1931

3. bis 5.Juni "2.Notverordnung" der Regierung Brüning

1931 werden insgesamt 44 Notverordnungen (unter Ausschluß des Parlaments!) erlassen.

Notverordnungen
"zur Sicherung der Wirtschaft und der Finanzen":

  - Renten, Löhne u. Gehälter werden bis zu 8% gekürzt
insbesondere Senkung der Invaliden- und Kriegsversehrtenrenten,
  - Unterstützung für Arbeitslose bis 14% gekürzt; Streichung der Arbeitslosenunterstützung für Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren
  - Altersgrenze der Unterstützungsempfänger wird von 16 auf 21 Jahre heraufgesetzt;
  - verheiratete Frauen erhalten nur im "Bedarfsfall" finanzielle Zuwendungen;
  - Einführung einer "Krisen"-Steuer auf sämtliche Einkommen (4...5%)
  - Lohnkürzungen im Bergbau
19.September Erstmals wird eine Aufsicht über alle Banken in Deutschland eingeführt.
Diese Notverordnung der Regierung schrieb Zulassungsbedingungen und Beaufsichtigungen vor.

Das Kabinett beschließt die Ausgabe einer steuerfreien Reichsbahn-Anleihe.
(Siehe auch: 16.7.1924)
31.Dezember Die Zahl der Arbeitslosen hat die Rekordhöhe von 5,6 Mio. erreicht.

Die Reichsbahn-Gesellschaft verzeichnet 1931 einen Einnahmerückgang von 15,9% gegenüber 1930 (Gesamteinnahmen in 1930 ca. 4 Mrd. RM).

Der Umsatz der Konsum-Vereine ist um 13,5% zurückgegangen.

13 588 Konkurse.

Die Aktiengesellschaften geben den BilanzVERLUST mit 1065,5Mio RM an.( 1930waren es noch 511,4 Mio RM GEWINN).

Die Gold- und Devisenreserven der Reichsbank betragen nur noch 1156 Mio RM und unterschreiten mit 24,2% die gesetzliche Mindestdeckung von 40% des Notenumlaufs.

Anhänger der KPD zapfen das Übertragungskabel für den Sender Königswusterhausen an und stören erfolgreich die Übertragung der Rede des Reichspräsidenten durch Zwischenbemerkungen.

Jahresübersicht
1932

12.Februar In Genf einigen sich Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Großbritannien auf die Einberufung einer Reparationskonferenz im kommenden Juni.
2.März Der für das Stillhalteabkommen bei den Reparationszahlungen vorgesehene Schiedsausschuß der BIZ wird unter Vorsitz des schwedischen Bankiers Wallenberg kostituiert. Die Weimarer Republik hat mit 275 Arbeitslosen auf 1000 Erwerbsfähige die höchste Arbeitslosigkeit der Welt.
Zum Vergleich:
  USA: 207 auf 1000
  Großbritannien: 186 auf 1000
13.März Die Kriminalgeschichte der großen Geldbosse: Mord oder Selbstmord?
Der schwedische Großindustrielle Ivar Kreuger wird in einem Pariser Hotel erschossen aufgefunden. Er wurde u.a. dadurch bekannt, das er 1929 der Weimarer Republik einen 125 Mill.$ Kredit gewährte und dafür am 29.1.1930 vom Reichstag ein fünfzigjähriges Zündwarenmonopol per Gesetz zugeprochen bekam.
Das er sich durch dieses Geschäft größte Feinde gemacht habe, vermutete später sein Bruder Torsten Kreuger und zählte zu den Auftraggebern des Mordes die schwedische Bankiersfamilie Wallenberg oder das amerikanische Bankhaus J.P.Morgan.
20.März Das Luftschiff "Graf Zeppelin" nimmt den Linienverkehr nach Südamerika auf.
Eine einfache Fahrt kostet 2000 RM, Hin-u.Zurück: 3500 RM.
Juli Im Juli 1932 wird der Youngplan durch die Konferenz von Lausanne aufgehoben.
Die Bundesrepublik Deutschland zahlt noch heute an Tilgung und Zinsen! Angeblich sollen die Zahlungen im Jahr 2010 abgelaufen sein...





Ereignisse nach 1945

14.Januar 1946 Im Pariser Reparationsabkommen vom 14. Januar 1946 wurde der westliche Anteil unter sämtliche Alliierte außer UdSSR und Polen aufgeteilt und die bis 1968 bestehende Interalliierte Reparationsagentur (IARA) mit Sitz in Brüssel geschaffen. George C. Marshall
27.Juni
bis
3.Juli
1947
Außenministerkonferenz in Paris
Konferenz der Außenminister der Großmächte USA, Frankreich, Großbritannien und Sowjetuinion.
Der sowjetische Außenminister Molotow verließ die Konferenz in Paris, die zur Einbeziehung der europäischen Staaten in den Marshall-Plan tagte.
Der Marshall-Plan schien eine Hilfsaktion der USA für die zerstörten europäischen Länder zu sein und fand in den ersten Beratungen auch in osteuropäischen Ländern und in der UdSSR Anklang. Doch die als Hilfe deklarierten Lebensmittel, Waren,Rohstoffe und Kredite sollten ausnahmslos von Unternehmen der USA bereitgestellt werden. Damit war ein äußerst profitables Geschäft für US-Firmen gegeben, da auf Grund der im Krieg hochgefahrenen Produktionen deren Massenprodukte in der Nachkriegszeit jetzt in Europa nur noch mit Stützungsgeldern Absatz fanden.

Der Plan war gleichzeitig Bestandteil der Truman-Doktrin und an bestimmte politische Bedingungen geknüpft.
Das wurde erst später ersichtlich, als sich die Marshall-Plan-Länder zu einem antisowjetischen Block zusammen schlossen und damit die Spaltung Europas herbeiführten.
Oktober 1950 Die Alliierte Hohe Kommission betonte gegenüber der BRD, daß die Übernahme und Haftung der Vorkriegsschulden des Deutschen Reiches durch die Bundesrepublik sowie die Anerkennung der Nachkriegsschulden die Voraussetzung für die Einräumung weiterer Souveränitätsrechte an Deutschland ist.

27.2.1953 Das
Londoner Schuldenabkommen,
dessen Hauptinhalt die Regelung der Vorkriegsschulden (also der Schulden vor dem II.Weltkrieg) war, ging von der rechtlichen Identität der "Bundesrepublik Deutschland" mit dem "Deutschen Reich" aus und fixierte bei der Festlegung der Tilgungsraten die Teilung Deutschlands. Die DDR wurde nicht anerkannt. Es sah eine Neufestlegung des Zahlungsplanes für den Fall der Wiedervereinigung vor.


Dazu sagt der Bankier Abs:
"Diejenigen Schuldner, die bei Endfälligkeit Beträge aufzubringen haben, befürchten nun, daß bei der Aufbringung und beim Transfer unüberwindliche Schwierigkeiten entstehen könnten. Dieser Zustand tritt mit geringeren Beträgen 1965, mit größeren Beträgen jährlich ab 1968 bis 1978 ein. Ich gehöre nun zu denen, die sich darüber nicht so viel Sorgen machen. Und weshalb? Zunächst gibt es niemals einen Zustand, in dem ein Land, das mit der Weltwirtschaft verflochten und in ihr tätig ist, völlig schuldenfrei bleibt. Schulden wird es immer geben. Nur möchte ich für Deutschland den Zustand herbeiführen, geregelte – sprich: bediente – Schulden zu haben."(5)

Hermann Josef Abs unterzeichnet das Schuldenabkommen am 27.Februar 1953.
Zitat aus (5): Das Londoner Schuldenabkommen

von Hermann Josef Abs
in: Zeitfragen der Geld- und Wirtschaftspolitik, Frankfurt 1959 (*)
(*) Zusammenfassende Darstellung aus Vorträgen, gehalten in der Zeit vom 11. September bis 26. November 1952.

"Bei der Frage der Staatsschulden nahm die wichtigste Stelle die Regelung der größeren Anleihen ein: der Dawes-Anleihe, der Young-Anleihe und der schwedischen Zündholzanleihe.

Bei der Dawes-Anleihe zum Beispiel haben die neutralen Obligationäre, Schweden und die Schweiz, bis zum Schluß des Krieges ihre Kupons zu den damals noch gültigen Sätzen eingelöst erhalten, und es haben zunächst die anderen Gläubiger verlangt, daß sie mit diesen Ländern gleichziehen. Man hat daher zugestanden, auf einer ermäßigten Zinsbasis – statt 3% nur 5% – den Gläubigern eine Fundierungsanleihe zu geben, die selbst 20 Jahre läuft, mit 3% verzinslich ist und ab 1958 mit 2% amortisiert wird. Ferner hat man dem Obligationär, um ein Zahlenbeispiel zu geben, für seine alte 1000 Dollar 7%ige Dawes-Anleihe eine neue 1000 Dollar 5%ige – bei der amerikanischen Tranche 5 1/2%ige – Dawes-Anleihe eingeräumt, die ab 1958 mit grundsätzlich 2% jährlich zu amortisieren ist. Die Fälligkeit dieser Anleihe wurde bis zum Jahre 1969 hinausgeschoben. Die Zahlung der rückständigen Zinsen für die Periode vom 1. Januar 1945 bis 1953 wurde offengelassen, ein Punkt, auf den ich noch zurückkomme. Die vorhin erwähnte Ermäßigung der Zinsen von 7% auf 5% ist dabei nicht berücksichtigt. Ebensowenig kommt bei dieser Berechnung zum Ausdruck, daß die durch das Londoner Abkommen vorgesehene Fundierungsanleihe für jene 8-Jahreszinsperiode erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands gegeben wird und auch dann wiederum 20 Jahre mit 3% Verzinsung und 2% Amortisation läuft. Es kann wohl niemand behaupten, daß eine 20-jährige Anleihe, deren Schuldner Deutschland ist und die nur 3% Zinsen trägt, pari wert ist."

19.3.1953 Gegen die Stimmen der KPD und der SPD stimmt die Mehrheit der Abgeordneten des Bundestages der Ratifizierung des "Generalvertrags" zu.
Der Vertrag ist mit den Protokollen zur Aufnahme der BRD in die Nato verbunden. Die Westmächte behalten sich bis zum Inkrafttreten der Abmachungen über den deutschen Verteidigungsbeitrag weiterhin ihre Rechte in bezug auf die Stationierung von Streitkräften vor. Gleiches gilt für ihre innegehabten und ausgeübten Rechte über Berlin und Deutschland als Ganzes einschließlich der Wiedervereinigung Deutschlands und einer friedensvertraglichen Regelung.
Den Westmächten wird das Recht zugesichert, nach eigenem Gutdünken den Notstand in Deutschland zu verkünden und die oberste Gewalt über Deutschland wieder zu übernehmen.

Der Vertrag trat infolge erheblicher Widerstände der französischen Bevölkerung erst am 5.Mai 1955 im Rahmen der Pariser Verträge in Kraft.

Ereignisse nach 1989

9.November 1989 "Fall" der Mauer
28.November 1989 Helmut Kohl legt in Bonn sein "Zehn-Punkte-Programm" vor. Außenminister Schewardnadse bezeichnet später das "Zehn-Punkte-Programm" Kohls als "mit gefährlichen Konsequenzen befrachtet".

Bush, dem der Text eine Stunde vor Redebeginn nach Washington gekabelt wird, bewertet diesen Plan in erster Linie als "Anstachelung zur Wiedervereinigung." Im Weißen Haus lautet die Lagebeurteilung: Der Kanzler hat mit dem Plan die Handlungsinitiative ergriffen. Sie muß von amerikanischer Seite gebremst werden.
30.November 1989 Alfred Herrhausen, der Chef der DEUTSCHEN BANK, wird ermordet.
Der Mord an Herrhausen erinnert in fataler Weise an die Kriminalgeschichte der Geldbosse des Jahres 1932, in der der schwedische Großindustrielle Kreuger auf ungeklärte Weise zu Tode kam.
Herrhausen hatte seine eigenen Pläne mit der Deutschen Bank. So plante er die Übernahme der britischen Bank Morgan Grenfell 1989.
Sie ist ein englischer Abzweig des Morgan-Imperiums. Schlagzeilen machte auch sein Eintreten für einen teilweisen Schuldenerlass für Entwicklungsländer auf einer Tagung der Weltbank in Washington zwei Jahre zuvor.
Bedeutsamer und unbekannter sind seine Ambitionen unabhängig vom IWF "Polen wirtschaftlich zu entwickeln". Und er war einer der wichtigsten Ideengeber für Kohls "Zehn-Punkte-Programm".
Der Mord an den Bankchef ist damit auch anders zu interpretieren als alle RAF-Enten. Der gesamten deutschen Führungsschicht ist klares Signal gesetzt:
Sollte sie es wagen, auch nur daran zu denken, die politische Kontrolle der Besatzungsmächte abzuschütteln, dann wird ihr dasselbe passieren! Offenbar spricht man seit dem auf Führungsetagen betont "englisch".
12.Dezember 1989 Am 12. Dezember 1989 treffen sich die Botschafter der vier Siegermächte in Berlin - erstmals nach 20 Jahren wieder im Alliierten Kontrollratsgebäude.
19.Dezember 1989 Am 19. Dezember 1989 besucht Kohl bei seinem ersten offiziellen Besuch in der DDR die Stadt Dresden, wo er von Zehntausenden begrüßt wird. Das wird "für ihn das Schlüsselerlebnis auf dem Weg zur Einheit."
15.Januar 1990 Mit der "Erstürmung der Stasi-Zentrale" der in der Ost-Berliner Normannenstraße wird deutlich gemacht, daß die staatlichen Organe der DDR offiziell funktionsuntüchtig sind.
19.Februar 1990 Am 19. Februar 1990 sprachen prominente Mitglieder der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung Martin Luther Kings, die zur Unterstützung der "friedlichen Revolution" nach Deutschland gekommen waren, auf einer Großdemonstration in Leipzig. In der DDR gab es keine Benachteiligung "farbiger" Bevölkerungen. Nationalistische Parolen standen unter strengster Strafandrohung. Politisch Verfolgte (zB. Flüchtlinge aus Chile oder aus Palästina ) wurden aufgenommen. Für sie bestand die Möglichkeit deckender Namensänderungen zum persönlichen Schutz. Auch antisemitische Propaganda war verboten und stand unter strafrechtlicher Verfolgung (Artikel 6 der Verfassung der DDR) und wurde u.a. vom Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer kontrolliert.
8.März 1990 Am 8. März 1990 beschloß die letzte Volkskammer der DDR die Gründung der Anstalt zur treuhänderischen Verwaltung des Volkseigentums (Treuhandanstalt) mit dem Zweck der "Wahrung des Volkseigentums". In der Regierung de Maizière ist nicht mehr von "Volkseigentum" die Rede, im Gesetzesblatt vom 22.6.1990 heist es "Privatisierung und Reorganisierung".
Artikel 12 der Verfassung der DDR:
Die Bodenschätze, die Bergwerke, Kraftwerke, Talsperren und großen Gewässer, die Naturreichtümer des Festlands, größere Industriebetriebe, Banken und Versicherungseinrichtungen, die Verkehrswege, die Transportmittel der Eisenbahn, der Seeschiffahrt sowie der Luftfahrt, die Post- und Fernmeldeanlagen sind Volkseigentum. Privateigentum daran ist unzulässig.

Das offene Geheimnis der NATO:
 (siehe Generalvertrag!) 
Die Bundesrepublik Deutschland bleibt ein besetztes Land. In allen wichtigen Fragen behalten sich die drei westlichen "Siegermächte des Zweiten Weltkrieges" das "letzte Wort" vor. Sie rücken nicht von ihren "besonderen Rechten" bezüglich Deutschlands als Ganzem ab. Die Westmächte zählen dabei fest auf den vorauseilenden Gehorsam der Bundesregierungen. Die Bundesregierung hat keine Schritte zu unternehmen, ohne sie nicht vorher mit den Botschaftern der Westmächte abgestimmt zu haben.
Sommer 1990 August 1990 Rohwedder berufen.
Rohwedder vertrat eine Minderheitsposition im Vorstand der Treuhand. Birgit Breuel, die sich als niedersächsische Wirtschaftsministerin mit einer spektakulären "Entstaatlichungs- und Entbürokratisierungskampagne" bereits einen Ruf als Privatisiererin erworben hatte, hat im Treuhand-Vorstand die genau gegenteilige Position. Sie will eine sofortige Privatisierung ohne soziale Rücksichten!

Aber Rohwedder kam nicht nur durch die Privatisierungsfraktion im Treuhand-Vorstand unter Druck; auch britische und amerikanische Consulting-Firmen und Investmentbanken warfen ihm vor, ausländische Investoren zu blockieren, und es wird vorgeschlagen, "die ganze Privatisierung an private Investmentbanken abzugeben", welche dann für ein Erfolgshonorar arbeiten sollten. (Handelsblatt 26.11.1990) Auch CDU-Politiker griffen Rohwedder scharf an, darunter Biedenkopf und Geißler. Seine Erfahrungen mit der explosiven sozialen Lage bestärkten Rohwedder hingegen nur, daß "Sanierung" der Betriebe "vor Privatisierung" gehen müsse, weil die Arbeitsplätze erhalten werden müßten.



Birgit Breuel ist die Tochter des Hamburger Privatbankiers Alwin Münchmeyer. 1969 fusionierte die Münchmeyer-Bank mit zwei anderen "traditionsreichen" Banken, dem Hamburger Bankhaus Schröder und der Frankfurter Bank Hengst & Co., zur Schröder, Münchmeyer, Hengst & Co. Bank. Die Schröder-Bank hatte in der Vergangenheit langjährige Beziehungen zum amerikanischen Investmentbanking.

Der frühere Chef der Schröder-Bank, Baron Rudolph von Schröder, war vor dem Zweiten Weltkrieg Vizepräsident der Hamburg-Amerika-Linie (heute Hapag Lloyd), die damals eine Tochterfirma der US-Investmentbank Brown Brothers Harriman war. Brown Brothers Harriman war auch die Bank des Großvaters von George W. Bush, Prescott Bush, über die Gelder an die Nazis flossen. Rudolph von Schröder war ein enger Bekannter Averill Harrimans, eines Miteigentümers der Hamburg-Amerika-Linie, der eine federführende Rolle in der berüchtigten Eugenik-Gesellschaft in den USA spielte, die ihrerseits die größten Sympathien für die Rassentheorie der Nationalsozialisten hatte. Ein Familienmitglied war Kurt von Schröder, Mitdirektor der Thyssenhütte.

Birgit Breuel baut die Treuhand im Interesse der internationalen Investmentbanken um. Es schalten sich immer mehr Banken ein, die eine Art Maklerrolle bei Unternehmensverkäufen spielen. Die Treuhand arbeitet fortan eng mit Goldman Sachs, S.G. Warburg, CSFB Credit Suisse, First Boston, J.P. Morgan und Merryll Lynch zusammen. Äußerst zufrieden berichtete Goldman Sachs, man habe den Auftrag erhalten, für alle zehn Unternehmen der Petrochemie in den neuen Bundesländern internationale Käufer zu finden.

Quelle
3.Oktober 1990
offizielles Datum der "deutschen Einigung"
1.April 1991 Anschlag auf Rohwedder
Die Kriminalfälle der Geldbosse setzen sich fort. Rohwedder wird erschossen. Die Umstände bleiben wie üblich unaufgeklärt. Eine Woche vorher erschien eine Meldung über die RAF-Stasi-Verbindung , die sich alsbald als Medienente herausstellte.
Nach der Ermordung von Treuhand-Chef Rohwedder im April 1991, dessen wirtschaftspolitisches Denken wahrscheinlich dem Herrhausens ähnelte, ist in den "neuen Bundesländern" eine radikale Deindustrialisierung zu beobachten, die den Verdacht bestärken dürfte, das gezielt eine Massenarbeitslosigkeit herbeigeführt werden soll!
September 1991 Laut einer von US-Präsident Bush (Senior) in Auftrag gegebenen CIA-Studie, deren Inhalt in dieser Zeit an die Öffentlichkeit gelangte, wurde bewußt entschieden, Rußland auf dem Wege der IWF-Vorschläge radikal zu schwächen.
März 1998
Bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt stimmt ein Drittel der Wähler für extremistische Parteien!

2002 Dieses Jahr ist statistisch von Bedeutung, weil:
Im 12. Jahr der "Wiedervereinigung" besitzen die 100 reichsten Bundesbürger soviel Vermögen, wie vier Jahre vor der Vereinigung in Westdeutschland an Bar-und Bankgeld existierte. Von Verarmung kann im "geeinigten Deutschland" also keine Rede mehr sein!

19.Dezember 2003
An diesem Tag werden die historischen Erfahrungen mit den Brüning-Notverordnungen ignoriert. Eine sozialdemokratisch-grüne Bundesregierung beschließt im Einvernehmen mit den Oppositionsparteien CDU/CSU und FDP das Ende des bundesrepublikanischen deutschen Sozialstaats, wie er bis 1989 in Konkurrenz zur Deutschen Demokratischen Republik bestand.
Von den insgesamt 15 Gesetzen, die an diesem Tag im Bundestag verabschiedet wurden, beschneiden zehn direkt oder indirekt die sozialen Errungenschaften der arbeitenden Bevölkerung, die in Jahrzehnten (!) durch harte gewerkschaftliche Kämpfe durchgesetzt werden konnten.
96 Prozent der Bundestagsabgeordneten stimmen den Angriffen auf die soziale Lage der Bürger zu.
ähnlich den
Notverordnungen der Weimarer Republick
wurden folgende Maßnahmen durchgesetzt:


- Steuer"reform":
Senkung des Sparerfreibetrag ebenso die
Senkung der Arbeitnehmersparzulage
Reduzierung der Pendlerpauschale
Reduzierung der Eigenheimzulage

- drastische Erhöhung der Tabaksteuer


- die Voraussetzungen für den Bezug von Arbeitslosengeld werden drastisch verschärft,
ab 2005 wird die Bezugsdauer generell auf zwölf Monate beschränkt

- der Regelsatz der Arbeitslosenhilfe liegt auf Sozialhilfeniveau und beträgt 345 Euro in West- und 331 Euro in Ostdeutschland

- Jugendliche erhalten keine "Leistung"

- Wer länger als zwölf Monate arbeitslos ist, gilt als Langzeitarbeitsloser

- Verschärfung der Zumutbarkeitsregelung für Arbeitslose, der Lohn darf weit unter Tarif liegen, Stundenlöhne von 1 oder 2 Euro sind erlaubt

- Rentner erhalten erstmalig seit Bestehen der Bundesrepublik keine Erhöhung ihrer Bezüge
Für Neurentner wird die monatlich Rentenauszahlung auf Ende des Monats umgestellt
Neurentner, die Direktversicherungen abgeschlossen oder in private Pensionskassen einbezahlt haben, müssen mit fünfstelligen Einbußen rechnen, weil sie bei künftigen Einmalauszahlungen für Sozialbeiträge herangezogen werden.

1992
bis
2006

Investitionen des Bundes in Prozent des Bruttoinlandprodukts

Fünfzehn Jahre später werden die Tageszeitungen wie folgt diese Entwicklungen völlig erstaunt beschreiben, als hätte es vorher niemand sehen können:

"Seit Anfang der Neunziger ist der Anteil der staatlichen Investitionen an der Wirtschaftsleistung fast jedes Jahr gesunken, in den vergangenen vier Jahren hat der Staat unter dem Strich sogar mehr abgeschrieben als investiert – und damit Vermögen (**) verzehrt. Heute hat Deutschland die zweitniedrigste Investitionsquote in Europa, in den Vereinigten Staaten ist sie fast zweieinhalbmal so hoch."
DIE ZEIT, 27.6.2007 (Internetausgabe)

(**) Statt Vermögen müßte es hier genauer heißen: Staatsvermögen.

Die JUNGE WELT schreibt dazu am 15.Juni 2007:
"Nach der Verleihung des Exportweltmeistertitels, dem imposanten Wachstum des Bruttoinlandsprodukt und der drastischen Reduzierung der Nettokreditaufnahme der öffentlichen Haushalte kann das Finanzministerium nunmehr eine deutlich gesunkene Staatsquote verzeichnen...
Binnen vier Jahren sank diese Quote, mit der der Anteil der öffentlichen Ausgaben an der wirtschaftlichen Gesamtleistung angegeben wird, von 48,5 auf 45,6 Prozent...
Aus der ... Analyse des Finanzministeriums geht hervor, daß die gesunkene Staatsquote mitnichten auf das Wirtschaftswachstum, sondern auf rigiden Sozialabbau und Ausgabensenkungen für die öffentliche Infrastruktur zurückzuführen ist...
2004

Montagsdemonstrationen

Als Initiator gilt Andreas Erholdt, ein arbeitsloser Bürokaufmann aus Magdeburg, wo er die ersten Montagsdemonstrationen organisierte. Auf einem ihrer Höhepunkte, z.B. am 30. August 2004 demonstrierten in über 200 Städten mindestens 200.000 Menschen gegen die von der sozialdemokratisch-grünen Regierung duchgeprügelte Hartz IV-"Reform" und die damit verbundene Streichung der Arbeitslosenhilfe. Eine weitere politische Dimension erhielten die Demonstrationen während der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg.

Montagsdemonstration in Berlin
am 13.September 2004
2005 Immer deutlicher wird in diesem Jahr das Interesse an Wertpapieren, die sich auf Städteeigentum der ehemaligen DDR und der Volksrepublik Polen beziehen. Vor 1989 waren diese Papiere völlig wertlos, weil die ihnen entsprechenden materiellen Mittel im Krieg völlig zerbombt wurden und von der dort lebenden Bevölkerung (wohlbemerkt ohne Marhallplanhilfe aus den USA) selbständig wieder aufgebaut wurden!




Hier auszugsweise einige Beispiele:


Landkraftwerke Leipzig in Kulkwitz - Energie Aktiengesellschaft Leipzig 1926
Sächsische Landespfandbriefanstalt 1925
Märkisches Elektrizitätswerk Aktiengesellschaft 1928
Deutsche Rentenbank u. Landwirtschaftliche Zentralbank 1925
Deutsche Bau- und Bodenbank 1925
Überlandzentrale Pommern AG
(Pommerania Electric Company) Stettin 1928
Leipziger Messe- und Ausstellungs-Aktiengesellschaft 1928
Freistaat Anhalt 1926
Stadt Dresden (City of Dresden) 1925





Nur, und nur in diesem Zusammenhang sind die merkwürdigen hastigen Bestrebungen zu beobachten, die selbst von "linken" Kommunalbehörden unternommen werden, ehemaliges Volkseigentum wieder zu privatisieren. Wieviel Provision werden sie versprochen bekommen haben? Und wieviel "Erfahrungen" wird die Sozialdemokratie beigesteuern , die in den 1920er Jahren selbst äußerst aktiv an der Verscherbelung von damals noch kommunalem Eigentum beteiligt war! Die SPD sprach damals das Wort von der "Dollar-Sonne". Diese Dollar-Sonne von vor über achtzig Jahren beschehrt uns jetzt neue Schatten in der "Staatsverschuldung" .
Diejenigen, die z.B. nebenstehende Wertpapiere besitzen, durch Vererbung oder Kauf oder Diebstahl, sind vermutlich sehr vermögend. Sie wurden im Zeitraum 1924 bis 1930 herausgegeben von den Banken für die "hochverschuldeten" deutschen Städte und Gemeinden , der Weimarer Regierung oder für deutsche Firmen in "wirtschaftlich schwieriger Lage". Man konnte sie vor allem in New York oder London kaufen. Einer dieser "Bonds" im Nominalwert von 1.000$ in Gold könnte heute den Wert von rund einer halben Million $ haben, falls die heutige deutsche Regierung dazu verurteilt wird, das Nominalkapital und für circa 80 Jahre die rückständigen Zinsen zurückzuzahlen. Man konnte über 120 verschiedene Ausgaben "auffinden", die einer Rückzahlungssumme von insgesamt rund 80 Milliarden entsprächen!
Eine Vereinigung amerikanischer Wertpapierbesitzer versucht die Bundesrepublik Deutschland zu zwingen, dass sie weiteren zu allen bisher geleisteten "Zahlungsverpflichtungen" nachkommt.

Papiere der Dawes-Anleihe (links) und der Young-Anleihe (rechts) aus den 1920er Jahren
2005
(Quelle:www.staatsverschuldung.de)
Anteile der Gläubiger ("Investoren") an den Staatsschulden (*) der BRD
Zahlen der Bundesbank Stand 2005
(*) Staatsschulden sind genauer betrachtet verzinsliche Wertpapiere, die von denen, die es sich leisten können, zur fortgesetzten Vermögensbildung für sich und ihre Nachfahren benutzt werden. Je höher die Staatsverschuldung, desto größer die Vermögensbildung.
9.Mai 2007

Angaben zum Vergleich
mit der Staatsverschuldung
der Bundesrepublik Deutschland

Der Young-Plan, dem der Reichstag 1930 seine Zustimmung gab, sah für die Jahre 1931 bis 1988 folgende Zahlungen an die Siegermächte vor:
1931 bis 1940 18,6 Mrd RM
1941 bis 1950 22,1 Mrd RM
1951 bis 1960 23,6 Mrd RM
1961 bis 1970 20,8 Mrd RM
1971 bis 1980 16,7 Mrd RM
1981 bis 1988 11,2 Mrd RM


In der Zeitung "Der Tagesspiegel" (9.Mai 2007)
veröffentlicht der Bundesfinanzminister Peter Steinbrück (SPD) unter der Artikelüberschrift:

"Es ist nicht Weihnachten - Die Mehreinnahmen müssen in den Schuldenabbau fließen"
folgende Zahlen:

  - die Staatsverschuldung beträgt 1 500 Mrd.Euro
  - sie wächst im aktuellen Jahr um 19 Mrd. Euro
  - die jährlichen Zinsen,
     die die Bundesrepublik aufbringen muß,
     belaufen sich auf 40 Mrd. Euro




Zu den Profiteuren der "Globalisierung" zählen u.a. die Investmentbanken, die für ihre "Beratungsleistungen" hohe Honorare einstreichen. Unternehmen wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, JP Morgan, Citigroup, Merrill Lynch und UBS haben allein im Jahr 2006 im weltweiten Geschäft mit Übernahmen zusammengenommen über neun Milliarden US-Dollar an Gebühren kassiert. Die DEUTSCHE BANK schaffte es in den Jahren 2005 und 2006 mit Einnahmen in Höhe von 602,9 US-Dollar bzw. 842,1 Millionen US-Dollar unter die Top 10 (siehe Tabelle).

(Hinweis HL: Auszüge aus der Tabelle1)
Bankhaus 2006
eingenommene Gebühren in
Mio US-$
Anzahl
der betreuten
Fusionen und Übernahmen
2005
eingenommene Gebühren in
Mio US-$
Welt-Rang
Goldman Sachs 2310,7 377 1672,7 1
Morgan Stanley 1700,3 323 1237,5 2
JP Morgan 1433,6 334 1087,6 4
DEUTSCHE BANK 842,1 210 602,9 9
Quelle: Über Konzentrationsschübe, zunehmende Wirtschaftsmacht und die »Wettbewerbspolitik« der Europäischen Union
Von Lydia Krüger in Junge Welt v. 13.6.2007 Seite 10-11
Beispiel eines Demonstrationsaufrufes:


Montags auf die Straße!
Saarbrücker Montagsdemonstranten
Es wurde mehrfach der Wunsch an uns herangetragen, dass man auch hier in Saarbrücken eine Möglichkeit geben sollte, seine Ablehnung zu G8 und Globalisierung bzw. sein Erschrecken über Demontage von Meinungs- und Demonstrationsfreiheit durch die deutsche Regierung zum Ausdruck zu bringen.
Die nächste Montagsdemo am Montag, den 4.Juni bietet nun diese Möglichkeit und demonstriert deshalb unter dem Thema „gegen Globalisierung und für Erhalt der Meinungsfreiheit“.
Erläuterungen, dazu: Viele verstehen nicht, warum man gegen die Globalisierung Widerstand leisten sollte ?
Grund (vereinfacht beschrieben):
Die derzeitige Entwicklung scheint das Ziel zu haben, dass das Land mit den niedrigsten Löhnen, den geringsten Rechten für Arbeiter und Angestellte, den miesesten Sozialleistungen und Umweltschutzbestimmungen das Ziel ist, an das sich alle anderen mit höheren Standards anpassen müssen – ansonsten kommen die Drohungen, „wenn ihr nicht wollt dann verlagern wir die Fabriken in dieses. Land“, usw.
Diese Entwicklung nutzt nur Wenigen, die ein gigantisches Vermögen anhäufen, die Masse der Menschen wird hingegen in Armut gestürzt.
Wir wollen genau das Gegenteil: „Die Länder mit den geringeren Standards sollen sich an die höheren Standards anpassen“ und nicht umgekehrt, wie die G8 es betreibt.
Deshalb, ALLE die eine faire und gerechte Welt wollen, die wegen dem fortdauernden Abbau der Menschenrechte besorgt sind, können durch Teilnahme an Demo und Kundgebung am Montag 4.Juni, dieses Anliegen stärken.
Demo am Montag, den 4.Juni, Start 18 Uhr in der Hafenstraße vor dem Arbeitsamt,
Kundgebung ca. 18. 20h in der Bahnhofstraße vor der Thalia-Buchhandlung.
Große Bitte: Streut diese Information unter Bekannten, Vereins- , Partei- und Gruppenmitgliedern, etc., so dass die Möglichkeit des Widerstandes hier in Saarbrücken gegen diese Art der Globalisierung und gegen Demontage der Menschenrechte möglich ist.
Keiner soll nachher sagen können, ja wenn ich das gewusst hätte, dann……
Die Saarbrücker Montagsdemonstranten
September
2007
Ausgerechnet in den Höhenrausch der Privatisierungen platzt die Meldung von der Liquiditätsgefahr sogar für Großbanken!
Der angeblich "heute undenkbare" Fall des 20.November 1929 scheint sich vieleicht doch zu wiederholen? Zumindest soll jetzt erst einmal der sonst so unnützliche Staat helfen um die Banken zu schützen!
In normaler Sprache: das Geld der Steuerzahler soll für die Kreditsicherheit der Banken herhalten!

So entsteht die eigentliche "Verschuldung" der deutschen Städte und Gemeinden, so werden die Spareinlagen der Bürger in den Sparkassen und Regionalbanken regelrecht ausgeplündert, selbstverständlich beginnend mit den Finanzeinrichtungen, die noch nicht verschuldet waren wie zB. der Sächsischen Landesbank.
Die angebliche Behauptung von der Kreditüberziehung der kleinen US-amerikanischen Staatsbürger wird sich noch als absolute Propagandalüge entlarven.
Die Milliarden-Verluste entstehen ganz anders und noch sind es nur sehr wenige, die gewillt sind, darüber die Wahrheit zu sagen.
2007 Beschlossen wurde die Rente mit 67 von der Großen Koalition im Jahr 2007, unter der Federführung des damaligen Arbeitsministers Franz Müntefering (SPD).
2008
Wozu die schöne Phrase von der Globalisierung herhalten kann, zeigt folgenden Nachricht:

10. März 2008      Produktion im Dollar-Raum      BMW investiert in den USA


Der Fahrzeughersteller BMW will sein US-Werk in Spartanburg massiv ausbauen. Die Produktion soll bis zum Jahr 2012 von derzeit 160.000 auf 240.000 Fahrzeuge erhöht werden. Die BMW Group werde 750 Mio. US-Dollar in die Vergrößerung des Werks investieren, teilte das Unternehmen mit.

Statt auf 140.000 Quadratmetern soll dort künftig auf 370.000 Quadratmetern gearbeitet werden. Nach dem Ausbau werde man in Spartanburg die BMW-Modelle X3, X5 und X6 für den Weltmarkt fertigen, hieß es. Dafür würden 500 neue Stellen geschaffen. Derzeit arbeiten in Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina 5400 Menschen.

"Für uns als weltweit agierendes Unternehmen ist es ein konsequenter Schritt, die Produktionskapazität in unserem größten Markt zu erhöhen", sagte BMW-Vorstandsmitglied ... laut Mitteilung. BMW produziert bereits seit Mitte der 90er Jahre in Spartanburg und hatte den Ausbau des Werkes angekündigt. Der schwache Dollar zwingt europäische Hersteller dazu, über mehr Kapazitäten außerhalb der Euro-Zone nachzudenken.


n-tv-.de am 11.3.2008

Dazu sei angemerkt:

1. BMW ist seit Jahren in der Gewinnzone und dabei ein Spitzenreiter !

2. Die deutschen BMW-Werke sind hochmodern ausgerüstet und können die ausgezeichnete Infrastruktur der Bundesrepublik nutzen!

3. Die pessimistischen Kommentare der Gründe schwacher Euro / starker Dollar oder umgekehrt starker Euro /schwacher Dollar lauten immer gleich als benachteiligend für die deutschen Industrie-Standorte!

BMW ist kein Einzelfall! Weitere hochmoderne Werke wie NOKIA oder Grohe werden b.z.w. wurden ebenfalls trotz Gewinnerwirtschaftung geschlossen und (mit deutschen EU-Beihilfen ?) in andere Länder verlagert. Hochmodern konzipierte Elektronik-Fabriken werden trotz neu angelegter Infrastruktur nicht fertig gebaut und belasten die Umwelt einzelner Regionen (z.B. Chip-Fabrik Frankfurt/O.).

Manchmal schreibt sogar die FAZ Wahrheiten auf ihre Titelseite, wie am 31.März 2008.

In der deutschen Wirtschaft werden mehr Stellen gestrichen als geschaffen





Wenn man verstehen will, warum der Bundesregierung die entsprechenden Finanzmittel fehlen, um ein für das Land zwingend notwendige Investitionsprogramm aufzulegen, muß man sich die folgende Meldung vor Augen führen und dabei im Blick behalten, das Teile des Konzerns Staatseigentum sind. Aber ein Schelm ist, wer böses dabei denkt !

VW plant eigenes Werk in USA

Produktion soll 2010 anlaufen. Betriebsratschef Osterloh einverstanden

Volkswagen will ein eigenes Werk in den USA eröffnen. Ein entsprechendes Konzept werde der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn dem Aufsichtsrat unter Vorsitz von Ferdinand Piëch in einer Sitzung Mitte Juli vorlegen, berichtet das Handelsblatt in seiner Dienstagausgabe. Geplant sei, daß die Produktion in den USA bereits 2010 anlaufe. Aus Unternehmenskreisen verlautete, eine Grundsatzentscheidung sei gefallen, man hoffe jetzt auf weitere »finanzielle Zugeständnisse im Wettkampf der Standorte«.

Nach Angaben Winterkorns sind drei US-Bundesstaaten in der Endauswahl für die Investitionsentscheidung. Dazu zählen dem Bericht zufolge neben dem traditionsreichen Automobilstandort Michigan auch die Südstaaten Alabama und Tennessee. Bei letzteren könnte sich die traditionelle Schwäche der Gewerkschaften im Süden der USA als für die VW-Spitze positiv erweisen.

Der VW-Konzernbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh äußerte sich laut Handelsblatt zufrieden mit den Plänen. »Winterkorn hat eine überzeugende US-Strategie vorgelegt«, sagte er. Angesichts des Dollar-Kurses gebe es mittelfristig keine Alternative zu einer Fertigung im Dollar-Raum. »Allerdings setzt dies voraus, daß wir auch im Bereich der Zulieferer eine starke Lokalisierung vornehmen«, ergänzte Osterloh. Er kündigte an, daß er im Juni Gespräche mit seinen US-amerikanischen Gewerkschaftskollegen führen wolle. »Wir nehmen einen neuen Standort in den USA sehr ernst. Wenn wir Toyota überholen wollen und unsere erfolgreiche Wachstumsstrategie fortsetzen wollen, dann müssen wir in den USA Marktanteile gewinnen«, so der Betriebsratschef weiter.
(Junge Welt am 13.05.2008 / Kapital & Arbeit / Seite 9)


Eine schöne Beschehrung kam aus den USA zum Tag der deutschen Einheit. Nach dem feierlichen und verlängertem Wochenende war am Montag den 6. Oktober 2008 eine interessante Meldung bei NTV zu lesen. Übersetzt in Klartext lautet die freundschaftliche Botschaft aus den Vereinigten Staaten so:

Hunderte Jobs fallen weg

Kahlschlag bei HP


Der Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) hat nach dem Kauf des IT-Dienstleisters Electronic Data Systems (EDS) auch in Deutschland einen massiven Stellenabbau angekündigt. 1400 Jobs sollen gestrichen werden. Dabei gehen 1150 Stellen bei EDS und 250 bei HP verloren. Für Hewlett-Packard arbeiten in Deutschland bisher 8500, für EDS weitere 4200 Beschäftigte.

HP hat seinen Sitz im kalifornischen Palo Alto und
EDS sitzt in Texas.

Die Geschäftsführung von HP und EDS haben die Beschäftigten in Deutschland am Montag in einem internen Brief über die Maßnahmen informiert.

n-tv am 6.10.2008


Mit Siemens steigt der letzte deutsche Großkonzern aus der
                     Computerfertigung aus Wer sich noch daran erinnert, wie mit großspürigen Sprüchen von Modernisierung und Umstrukturierung der Produktion in der Bundesrepublik palavert wurde, darf sich jetzt mit Genuß diese Erfolgsmeldung aus der deutschen Wirtschaft ansehen.

Mit Siemens steigt der letzte deutsche Großkonzern aus der Computerfertigung aus.

Die Produktion wird erfolgreich nach China verlagert. Das ganze ist nachzulesen in der "Sächsischen Zeitung" vom 5.November 2008 auf Seite 20.
Andere Bundesländer - andere Sitten

Wie die Bundesrepublik zur Kasse gebeten wird, zeigt nicht nur die Mitarbeiterentwicklung der Opel-Beschäftigten. Dieser deutsche Auto-Hersteller wurde bekanntlich in den bösen Jahren der Weimarer Republik 1929 vom US-Riesen GM "übernommen", als die "Dollar-Sonne" über Deutschland lachen sollte. Mitarbeiterentwicklung der Opel-Beschäftigten (Quelle Wikipedia)Viele Arbeitsplätze sind schon weg. Da braucht man sich jetzt keine großen Umstände mehr zu machen. Man geht jetzt gleich und direkt an das staatliche Geld und muß keine fürchterlichen Umwege mehr nehmen, die auch eine gewisse kriminelle Anrüchigkeit mit sich brachten. Millionen außer Landes zu bringen galt bisher als zumindest unredlich. Zeitweise hat man, wie oben zu sehen, "nur" die Produktion "verlagert".
Am 14. November 2008 konnte man in der Internetausgabe der Rhein-Main-Zeitung lesen:

Opel Rüsselsheim ruft den Staat zu Hilfe

Das "deutsche Tochterunternehmen" des USA-Auto-Riesen General Motors (GM), der Probleme hat, die Rentenansprüche seiner Arbeiter zu befriedigen, die jahrzehntelang in werkseigene Kassen zahlten, braucht jetzt offenbar Euro-Geld. Dazu ist der Hessische Landtag beauftragt, noch vor der Auflösung ein Gesetz dafür zu beschließen. "Sollte der Landtag einem Gesetzentwurf zustimmen, ... stünden für Opel und in Liquiditätsschwierigkeiten geratene Automobilzulieferbetriebe bis zu 200 Millionen Euro zusätzlich zu den bisher insgesamt an Bürgschaften gewährten 300 Millionen Euro zur Verfügung." Ein kleiner Anteil Wahrheit liest sich dann so:
"Der Hilferuf der Traditionsmarke resultiert aus der katastrophalen Lage des Mutterkonzerns General Motos. Allein im vergangenen Quartal fiel dort ein Verlust in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar an. Dieses vor allem auf dem amerikanischen Markt aufgelaufene Minus hatte der Konzern zum Teil auf die europäischen Konzerntöchter abgewälzt, die so um mehr als 700 Millionen Euro belastet werden.
Die miserable Geschäftsentwicklung für GM in Amerika ist vor allem Folge einer verfehlten Modellpolitik. Zudem ist der Absatz auf dem amerikanischen Markt eingebrochen, weil es den Verbrauchern wegen der Finanzkrise an Geld fehlt. Auch deswegen hatte GM bei der amerikanischen Regierung um Hilfe gebeten, um eine Insolvenz zu verhindern. Das hatte beim nach einer schweren Krise inzwischen wieder profitabel arbeitenden GM-Ableger Opel Befürchtungen genährt, der Mutterkonzern könne zur Rettung seines Amerikageschäfts Geld und Entwicklungsaufträge aus Rüsselsheim und den europäischen Werken abziehen." Und somit wird klar, das Erpressung ebenfalls zum Geschäft gehört. Die vielen hundert Millionen Euro sollen keinesfalls "außerhalb Europas" eingesetzt werden, versprechen sogar Betriebsratsvorsitzende und versichern den ungläubigen Bürgern echt glaubhaft ihre Bemühungen um die Erhaltung von Arbeitsplätzen.
General Motors, von dem es seit den 1920er Jahren heißt wenn der Schnupfen habe, erkranke die Welt an Grippe, ist mit schlappen 28 Milliarden $ Nettoverschuldung verschnupft!(JW 13.7.2008 Kapital&Arbeit S.9)




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Notizen zum Fach Deutsche Geschichte / Dipl.gesell.wiss. Hans Lorenz / begonnen 17.November 2008 / 15.9.2010