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Bankenkrisen
(I)

               
Meldung am 20. November 1929
Die Freiburger Privatbank Otto Bürkle stellt ihre Zahlungen ein.
Am 25.Oktober 1929 demolierten deutsche Jugendliche ein Kino. Und weil man damals schon keine Zusammenhänge erkennen wollte, kam man nicht auf die Idee, das diese Revolte vielleicht deswegen ausbrach, weil der gezeigte Film über Kohlengewinnung aufklären sollte ausgerechnet in den Tagen, als die Feierschichten (also stillgelegte Zechen, keine Lohnzahlung) für die Bergleute bedrohliche Ausmaße angenommen hatte und die Arbeitslosigkeit ständig im Steigen begriffen war.
In Berlin war von der Regierung gerade der Young-Plan angenommen worden, der festgelegte Reparationszahlungen bis zum Jahr 1988 vorsah, die Zukunft sah also düster aus.
Und am 25.Oktober 1929 krachter der "Schwarze Freitag" in die New Yorker Börse ein. Aber es vergingen noch drei Wochen, bis eine Situation als das erkannt wurde, was sie tatsächlich war: eine Krise unglaublichen Ausmaßes!

Unser kleines Lehrstück beginnt am 20.November 1929. Am 20.November stellte die Freiburger Privatbank Otto Bürkle und Co. nach Millionenverlusten ihre Zahlungen ein. Fast unbemerkt begann damit die Serie der Bankzusammenbrüche in Deutschland.
Am 14.Januar 1930 sichert Deutschland die Beteiligung der Reichsbank an der Bank für Internationale Zahlungen (eine Art Vorläufer des IWF)   zu.
Im April werden die Steuern (Umsatzsteuer, Biersteuer, Wasserpreise) erhöht, die Benzinpreise steigen.
Zu Ostern kommt es in Leipzig zu Krawallen, im Mai werden die Arbeitslosen-Unterstützungen gesenkt und in der Pfalz gehen die Weinbauern auf die Straße - und immer noch keine Erkenntnis über die Situation, denn die Reichsbank glaubt mit einer erneuten Diskontsatz-Senkung die Lage zu stabilisieren.

Ein Jahr später (am 12.Mai 1931) erfolgte der Zusammenbruch der größten östereischischen Bank (Östereichische Kreditanstalt) Im Juli und August wurde es spannend in Deutschland. Am 11.Juli erklärte die große Danatbank ihre Zahlungsunfähigkeit, am Tag darauf wurde offenbar, das auch die Dresdner Bank "gestützt" werden mußte und die folgenden Tage wurden die Banken in Deutschland einfach geschlossen, das nannte man Bankfeiertage.
Der Staat rettete mit Notverordnungen den Bestand der Geldinstitute. Soweit zu dem immer wiederkehrenden Irrtum, das der Markt alles richtet! Diese drei Jahre lehren darüber, das der bürgerliche Staat die Tätigkeit übernimmt, das Volksvermögen abzuschöpfen zur Wiederherstellung der Rentabilität der privaten Banken!



Und jetzt das ganze noch mal von vorn mit dem Jahrgang 2007
Am 22.August 2007 erschien folgende (hier gekürzte) Meldung (www.20min.ch) aus der Schweiz:
First Magnus Financial beantragte Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts. Erst vor einer Woche hatte First Magnus seine Kreditgeschäfte eingestellt. Das vor elf Jahren gegründete Unternehmen kündigte am Dienstagabend eine Liquidierung an. Es entliess bis auf 60 Angestellte alle seiner 6000 Mitarbeiter.
"Wir sind traurig, dass First Magnus durch die umfassende und plötzliche Liquiditätskrise am Hypothekenmarkt in eine solche Lage geraten ist", erklärte Firmenchef. Das in Tucson im Bundesstaat Arizona ansässige Institut war im ersten Halbjahr die Nummer 16 der US-Hypothekenbranche mit Baufinanzierungen im Volumen von mehr als 17 Mrd. Dollar.
First Magnus ist in allen 50 Bundesstaaten aktiv. Vor einer Woche hatte das Unternehmen bereits mitgeteilt, wegen der zunehmenden Risikoscheu der Anleger keine Käufer für seine Hypothekenkredite mehr zu finden und daher die Kreditvergabe einzustellen. In seinem Insolvenzantrag ist von bis zu 50 000 Gläubigern die Rede.
In den vergangenen Wochen hat sich die Krise am Hypothekenmarkt rapide verschärft. Die gesamte Branche leidet unter einer steigenden Zahl von Zahlungsausfällen der Schuldner, nachdem die Zinslast gestiegen und zugleich die Häuserpreise nach einem jahrelangen Boom eingebrochen sind.
Auch die grösste US-Hypothekenbank Countrywide Financial ist von der um sich greifenden Krise betroffen und steckt in Liquiditätsnöten.
An den Märkten belastet die Angst vor einer Ausweitung der Krise auf die gesamte Finanzbranche und damit vor Engpässen bei der Kreditversorgung seit einiger Zeit die Kurse. Dies rief auch die Notenbank auf den Plan, die weltweit Milliardensummen ins Bankensystem pumpte.
Zudem senkte die US-Zentralbank (Fed) am Freitag den Diskontsatz um einen halben Prozentpunkt und verbilligte damit die Geldversorgung für die Geschäftsbanken.
Anleger spekulieren nun, ob die Fed ein weiteres Mal die Zinsschraube nach unten dreht, um die Märkte zu beruhigen. Derartige Hoffnungen trieben am Mittwoch auch die Aktienkurse weiter nach oben. US-Senator Christopher Dodd hatte am Dienstagabend nach einem Gespräch mit US-Notenbankchef Ben Bernanke erklärt, dieser habe durchblicken lassen, er werde alle verfügbaren Mittel zur Beruhigung der Märkte einsetzen.
September 2007:
Ausgerechnet in den Höhenrausch der Privatisierungen platzt die Meldung von der Liquiditätsgefahr sogar für Großbanken!
Der angeblich "heute undenkbare" Fall des 20.November 1929 scheint sich vieleicht doch zu wiederholen? Zumindest soll jetzt erst einmal der sonst so unnützliche Staat helfen um die Banken zu schützen!
In normaler Sprache: das Geld der Steuerzahler soll für die Kreditsicherheit der Banken herhalten!

So entsteht die eigentliche "Verschuldung" der deutschen Städte und Gemeinden, so werden die Spareinlagen der Bürger in den Sparkassen und Regionalbanken regelrecht ausgeplündert, selbstverständlich beginnend mit den Finanzeinrichtungen, die noch nicht verschuldet waren wie zB. der Sächsischen Landesbank.
Die angebliche Behauptung von der Kreditüberziehung der kleinen US-amerikanischen Staatsbürger wird sich noch als absolute Propagandalüge entlarven.
Die Milliarden-Verluste entstehen ganz anders und noch sind es nur sehr wenige, die gewillt sind, darüber die Wahrheit einzufordern!
Am Anfang erscheinen in den Medien umfangreiche Erklärungen darüber, wie in den Vereinigten Staaten auf merkwürdige Art Kredite an kleine Leute vergeben wurden, damit sie sich ihr Häuschen leisten konnten.
Tatsächlich ist es in den USA üblich - Hypothekendarlehen zu "resetten", d.h.auch nach Vertragsabschluß die Kredite mit neuen Verzinsungen zu versehen. Der unbescholtene Bürger nimmt also Krdedite auf, deren Zinsen er garnicht kennt! Mit solchen dubiosen Geschäftsgebaren haben jetzt in den USA über 2,5 Millionen Haushalte zu kämpfen, deren Ratenzahlungen auf mehr als das Doppelte steigen, gewissermaßen von einem Monat auf den anderen. Zahlungsunfähigkeit und Zwangsversteigerungen sind die Folge und deren Folge fallende Hauspreise. Die deutschen Medien fabulieren nun von "Schnäppchenjagt" und haben garnicht kapiert, das damit zugleich ausgeschriebene Wertpapiere im Kurs fallen, weil deren Grundlage einmal reale Werte bildeten, z.B. Häuser,Grundstücke, Immobilien also. Und so simpel kann Immobilienkrise anfangen...
Hauptproblem der ganzen Misere ist das "geborgte Geld", das irgendwann der Borgende zurück haben will. Nun beruht aber das ganze Wirtschaftssystem der Vereinigten Staaten auf geborgtem Geld . Müßten z.B. die USA die von ihnen in einem Jahr importierten Güter sofort in Gold bezahlen, wären 15 Weltjahresproduktionen vonnöten! (2) (Kein Wunder, das der Goldpreis steigt und steigt!) Aber die amerikanische Wirtschaft ist nicht nur gegenüber dem Ausland verschuldet. Der US-Staat ist auch an seinen eigenen Bürger verschuldet mit etwa 48 Billionen Dollar, dem dreieinhalbfachen seines BIP. (2) Nicht zuletzt deshalb, weil der Krieg im Irak monatlich 10 Milliarden Dollar kostet, immerhin wurden seit März 2003 mehr als 455 Mrd. $ dafür ausgegeben.(ftd.de) Es ist daher nicht ungewöhnlich, danach zu fragen, wer das denn nun alles in der Welt bezahlen soll?
Die USA lassen sich weltweit dabei oft von ihren Verbündeten helfen, die das mehr oder weniger freiwillig tun. Die Europäische Zentralbank griff z.B. Ende August den betroffenen Banken mit über 240 Milliarden Euro Krediten unter die Arme, gewissermaßen mit Steuergeldern.(5) Die amerikanische Notenbank FED, die keine staatliche Bank ist(!) operiert mit kleinen Zinssenkungen, um neues Geld ins Land zu locken, geht gewissermaßen neu auf Pump. Nicht ganz aufrichtig, was da in den USA gemacht wird, man kann sich ein Pokerspiel denken, das da gegen deutsche Banken gespielt wird, vornehmlich gegen den staatlichen und halbstaatlichen Sektor. Und die Idee, kleineren Banken im Ausland ungedeckte Schuldscheine oder Wertpapiere aufs Auge drücken, ist in den USA nicht neu, damit hat man solide Erfahrungen! Also zumindest solche Bankungetüme wie JP Morgan, Citygroup oder Deutsche Bank, in deren oberster Etage ein alter amerikanischer IWF-Marder rumgeistert, der aufpasst, was die Bank mit ihrem Geld zu machen hat. Wenn solche Dinge ans Licht kommen, spricht man eleganterweise vom Kreditrückstau. Der beträgt Anfang September bei der Morgan-Bank 65 Milliarden Dollar, und bei der Citygroup 25 Millliarden. Die Deutsche Bank gesteht 32 Milliarden zu, ein Herr Ackermann, der Herrn Greenspan aus den USA seinem Konsortium empfohlen hat, wird es kleine Fehler nennen.
Was ist Private Equity?
Privates Beteiligungskapital (engl. private equity) heißt so, weil das Geld nicht mit einem gesetzlich geregelten Gang an die Börse eingesammelt wird, sondern im privaten Hinterzimmerchen. Besonders reiche Personen, genau genommen Schmarotzer, sammeln Geld ein, borgen Geld um damit Geld "zu verdienen". Aber sie treiben keinen Handel mit Waren, Rohstoffen oder Maschinen, sie handeln mit "Firmen". Sie kaufen Betriebe auf, zerlegen sie und verkaufen die "besten" Teile davon. Man nennt diese Fonds, in die Institutionen, Pensionskassen u.a.ebenfalls einzahlen können, auch Hedge-Fonds.
Was sind Hedge-Fonds?
Hedge-Fonds bestehen aus dem Kapital, das vom privat equity zusammen geborgt wird, und woran sich zunehmend Institutionen, Versicherungen, Spar- und Pansionskassen u.s.w. beteiligen, wobei der private Anteil immer weiter zurück geht, während der institutionelle anteilmäßig zunimmt. Immer weniger Privatpersonen fuchteln also mit immer größeren Geldsummen auf internationalem Parkett herum, Geld also, das ihnen garnicht gehört.

Hedge-Fonds wurden 2004 von Rot-Grün in der Bundesrepublik zugelassen. Damit wurde wissentlich oder unwissentlich eine Deindustrialisierungsaktion für die alten Bundesländer gestartet, deren Folgen selbst heute noch nicht abzuschätzen sind! Die neuen Bundesländer waren bereits duch die Treuhandgesellschaft flach gelegt.

Hedge-Fonds spekulieren hochgradig riskant, handeln mit Orientierung auf äußerst kurzfristigen Maximalgewinn für kurze Geschäfts-Dauer bei schneller Veräußerung des "Materials". Da keine Produktion Grundlage des Gewinns ist, sondern Zerstörung von Produktion, liegen die Unternehmenssitze verständlicherweise häufig in Steueroasen. Fast alle ihrer Transaktionen werden unter dem Deckmantel der Globalisierung einer wirksamen staatlichen Kontrolle entzogen.
Als erste deutsche Bank gerät die IKB Deutsche Industriebank ins Gerede, deren Mutter pikannterweise KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) heißt. Jene ging wiederum vor Jahren aus den Restbeständen der Treuhandanstalt hervor, die bekanntermaßen das 500 Milliarden DM schwere Volksvermögen der einstigen Deutschen Demokratischen Republik verhökerte und daraus 260 Milliarden Schulden zu machen verstand.
Mitte August nun mußte diese staatliche Mutter rund zehn Milliarden Euro ihrer Tochter leihen, ganz auf die Schnelle (4). Also mit ein paar Millionen kann das mal schon unschönerweise passieren, aber mit Milliarden und davon gleich zehn? Und wie tappte eine kleine saubere schuldenfreie einzig übrig gebliebene ostdeutsche Landesbank in die Falle, um zur gleichen Zeit einen Notkredit von 17 Milliarden Euro beantragen zu müssen? (4)

Ende August gehts in den USA schon um dreistellige Milliardenbeträge! (6)
Notenbanken aus Westeuropa und Japan und die Bank of America pumpen massiv Geld in den Kreislauf, fast täglich kommen neue Probleme auf den Tisch. Jetzt melden darüber auch Banken aus Frankreich, der Schweiz und Italien ihre Nöte an.(6)
Mitte Oktober gibt der US-Finanzminister Henry Paulson zu "Die Probleme an den Kredit-,Hypotheken-, und Immobilienmarkten sind schlimmer als erwarte"(2) und selbst der deutsche Finanzminister warnte vor einer Bankenkrise. (2)
Aber die Kredite, die die Notenbanken vergeben, sind letztendlich staaliche Subventionen! Staatliche Subventionen an diejenigen, die fortlaufend allwissend erklären, das der Staat für die Wirtschaftsführung untauglich sei, das der Markt alles selbst reguliere - wie hieß noch mal an das schöne Wort Private Equity...!
Und schlimmer noch, nicht nur das die Bürger schließlich für private Bereicherung und Zerschlagung ihrer Arbeitsplätze ihre Steuergelder abgeben müssen, nein diejenigen, die die Sache verbocken, werden nicht nur nicht haftbar gemacht sondern reich beschenkt!
Dazu im Folgenden eine kleine Blütelese aus den Zeitungen eben dieser sogenannten "Neoliberalen":
Am 10. November schreibt ein Herr Steltzner in der FAZ über die Managerabfindungen als Goldene Fallschirme.
Darin können wir lesen:
" Was ist eine Abfindung? Früher einmal verstand man darunter eine überschaubare Finanzhilfe für den Übergang zwischen zwei Arbeitsplätzen. Heute werden Abfindungen zunehmend missbraucht, um Managern einen hohen Lebensstandard bis ans Ende ihrer Tage zu ermöglichen. Auch diese Managementmode treiben vor allem amerikanische Unternehmen voran, die zuvor stets die Vorteile der erfolgsabhängigen Vergütung gepriesen haben.

Der Chef von Merrill Lynch ist mit 160 Millionen Dollar nach Hause geschickt worden, nachdem die Bank acht Milliarden Dollar verspekuliert hat. Auch die größte amerikanische Bank hat mit Hypothekenanleihen spekuliert. Nun muss die Citigroup 15 Milliarden Dollar abschreiben - und der Chef verlässt mit einem goldenen Handschlag von 42 und einem Gesamtpaket von fast 100 Millionen Dollar seinen Arbeitsplatz.

Abfindungen auf zwei Jahresgehälter zu begrenzen
Wie auch immer die Gesamtpakete geschnürt werden, ob Teilbeträge als Barabfindung, Aktienbestandteil oder als Übernahme von Anwaltskosten bezeichnet werden, es bleibt ein schaler Nachgeschmack und ein Fazit: Das ist alles andere als eine erfolgsabhängige Vergütung. Neben Managern haben auch die Aufseher versagt, weil sie Verträge mit falschen Anreizen unterschrieben haben. Im Vertrauen auf die goldenen Fallschirme ist die Geschäftsführung viel zu große Risiken eingegangen. Opfer dieser verhängnisvollen Fehlsteuerung sind nicht die Manager, sondern Aktionäre und Mitarbeiter der Banken.

Ähnliche Fälle gibt es auch in Deutschland, aber nur in einem Fall werden amerikanische Dimensionen erreicht. Der Abschied von Jürgen Schrempp als Vorstandsvorsitzender von Daimler-Chrysler war nicht nur für das Unternehmen ein Glücksfall, sondern auch für ihn. Sein Rücktritt bescherte Daimler-Aktionären die langersehnten Kursgewinne. Ironie der Geschichte ist, dass derjenige, der mit seiner Vision der Welt AG gescheitert ist, vom Kurswechsel seines Nachfolgers am stärksten profitiert. Ungerührt hat Schrempp seinen Extrabonus von geschätzt 50 Millionen Euro eingestrichen.

Das ist ein Lehrstück dafür, dass in der Krise die Zahl der Aktienoptionen nicht aufgestockt und auch die Ausübungshürden nicht gesenkt werden dürfen. Vor diesem Hintergrund regt die Deutsche Corporate Governance-Kommission für gute Unternehmensführung an, Abfindungen auf zwei Jahresgehälter zu begrenzen. In der Praxis wird aber längst nicht alles als Abfindung definiert, was als solche zu sehen ist. Entscheidend ist, wie alle Details von Vorstandsverträgen zusammenwirken.
" ( F.A.Z., 10.11.2007, Nr. 262 / Seite 11)
Ein schönes Gesellenstück spielt sich daher in einem (alten) Bundesland ab: Das HANDELSBLATT schreibt am Dienstag, 13. November 2007, das die Finanzkrise die WestLB in die Verlustzone drücke.
"Die WesLB im Studel der Kapitalmarktkrise: Die Bank wird ihre Gewinnprognose wegen der erheblichen Kursverluste bei strukturierten Wertpapieren in den letzten Wochen nicht erfüllen. Für 2007 erwartet sie nun einen Millionen-Verlust statt dem vorhergesagten positiven Ergebnis. Die NRW-Landesregierung zeigt sich über die Entwicklung besorgt - und will schon bald über die Zukunft der Bank entscheiden. "
An der Meldung ist zweierlei interresant: Wertpapiere werden von den Banken "strukturiert" angeboten, damit Fälle des drastischen Wertverlustes vermieden werden! Das zum einen, und "Die Landesregierung werde das für die zweite Novemberhälfte erwartete Gutachten der Citigroup abwarten und dann über die Zukunft der Bank entscheiden" zum anderen, weil offenbar dem Gutachter der Teufel selbst den Stift führen wird! "Die aktuelle Entwicklung bei der Bank habe die Landesregierung "überholt"." - so weiter in der Meldung.




Darüber, das der Bundestag eine Investment-Gesetzänderung einbringt, das genau diese dubiosen Dinge nicht verhindert, wird kein Wort verloren. Dafür meldet der Dow Jones am 9.11.07

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Der Deutsche Bundestag hat am Donnerstagabend eine Änderung des ,Investmentgesetzes gebilligt, mit der die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fondsbranche gesteigert werden soll. Das im Bundesrat nicht zustimmungspflichtige Gesetz soll unmittelbar nach Verkündung im Gesetzblatt in Kraft treten, die im Winter erwartet wird. Der Gesetzentwurf enthält Maßnahmen zur Deregulierung, zur Modernisierung der offenen Immobilienfonds, zur Förderung von Produktinnovationen sowie verbessertem Anlegerschutz und Corporate Governance.


Vorgesehen ist unter anderem eine Aufhebung oder Vereinfachung bestimmter Informationspflichten. Geplant ist auch die Möglichkeit, dass offene Immobilienfonds von der bisherigen Verpflichtung zur täglichen Rücknahme abweichen, und eine Verpflichtung zur Einführung geeigneter Risikomanagementsysteme. Die Schaffung neuer Anlageklassen soll zudem die Markteinführung neuer Produkte ermöglichen. Mittels Infrastrukturfonds soll es möglich sein, in öffentlich-private Partnerschaftsprojekte zu investieren, und mit einem "Sonstigen Sondervermögen" soll die Nachfrage der Anleger nach innovativen "Nischenprodukten" künftig auch von regulierten Fonds bedient werden können.


Geplant ist zudem, Mikrofinanzfonds als neue Fondskategorie in das Investmentgesetz aufzunehmen. Durch Mikrofinanzfonds sollen sich Privatanleger an der Refinanzierung von Darlehen in Entwicklungs- und Schwellenländern beteiligen können, die von Mikrofinanzinstituten vergeben werden. Ein wichtiges Instrument der Refinanzierung von Mikrofinanzinstituten soll der Verkauf unverbriefter Darlehensforderungen wie Wechsel oder Schuldscheine sein. Deshalb wird für diese Fondskategorie die Möglichkeit geschaffen, mehr als 30%, jedoch höchstens 75% des Wertes des Fondsvermögens in solchen unverbrieften Darlehensforderungen von Mikrofinanzinstituten anzulegen.


Eine weitere Regelung sieht vor, dass künftig Immobiliengesellschaften Beteiligungen an anderen Immobiliengesellschaften erwerben können. Offene Immobilienfonds können somit "mehrstöckige" Immobiliengesellschaften kaufen. Zu den "erlaubten Nebentätigkeiten" von Kapitalanlagegesellschaften sollen zudem künftig auch Verträge über Basis- und Rürup-Renten gehören.


Die schönste Karneval-Überraschung hält jedoch die Berliner Zeitung parat:
Sie meldet am 11.11.2007:


Zitat aus Berliner Zeitung
11.11.2007 - 16:47 Uhr DJ US-Großbanken einig über Struktur des Auffangfonds - NYT

NEW YORK (Dow Jones)--Die drei größten Bankhäuser in den USA haben sich einem Zeitungsbericht zufolge nach langwierigen Verhandlungen über die Struktur des Auffangfonds geeinigt, mit dessen Hilfe die Kreditkrise gelindert werden soll. Der Fonds mit einem Volumen von mindestens 75 Mrd USD könnte bis Ende Dezember seine Arbeit aufnehmen, berichtete, die "New York Times" (NYT) am Wochenende in ihrer Internetausgabe unter Berufung auf eine informierte Person. Die Vertreter von Bank of America Corp, Citigroup Inc und J.P. Morgan Chase hätten sich nun auf eine vereinfachte Struktur verständigt.

Wir haben alle großen Hürden beseitigt", wurde die Person in dem Artikel zitiert. "Wir haben uns auf eine viel einfachere Struktur geeinigt, die auch praktikabel ist, anstatt eine optimierte Form für alle zu schaffen." Im Gegensatz zu früheren Plänen müssten Zweckgesellschaften jetzt nicht mehr die Zustimmung von mindestens 75% der Investoren einholen, um an den Fonds teilnehmen zu können. Offizielle Vertreter der Banken und des involvierten Finanzministeriums wollten der Zeitung keine Stellungnahmen geben.

Die potenzielle Wirkung des Fonds sei ungewiss, hieß es in dem Artikel. Die Lage an den Kreditmärkten habe sich rapide verschlechtert und einige Analysten schätzten die Situation schlimmer ein als ein Jahrzehnt zuvor, als der Hedgefonds LTCM kollabierte. Der Markt für forderungsbesicherte Wertpapiere - ob auf Hypotheken, Autofinanzierungen oder Kreditkarten bezogen - sei vollständig ausgetrocknet. Und so gut wie alle Zweckgesellschaften versuchten ihre Bestände zu verkaufen, in der Annahme, dass der geplante Auffangfonds nicht funktionieren wird.

Fortsetzung folgt!

































































































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Die Jahre 1922 bis 1932
Teil 2
Die Jahre 1946 bis 1953
Teil 3
Die Jahre nach 1989
Der Morgenthau-Plan Der Marshall-Plan Quellen
Literatur
Notizen zur deutschen Geschichte / 15. September 2010 / Hans Holger Lorenz / HLorenz500@aol.com