Bilder und Künstler aus Deutschland

Teil II



         Gerda Rotermund Ruineneinsamkeit 1947

Gerda Rotermund

Ruineneinsamkeit
Aus dem Zyklus "de Profundis"

1947 - 1952


Während des Studiums am Kunstgewerbemuseum Berlin von 1922 bis 1928 macht sie Reisen nach Paris und in die Provence. 1939 erringt sie einen halbjährigen Studienaufenthalt in Kassel für eine Frau - und damit ihren ersten großen Erfolg. 1940 erhält sie den Dürer-Preis der Stadt Nürnberg, bekommt Aufträge aber nur mit gerinsten Erlösen. Nach dem Krieg Porträts von Sowjetsoldaten, ab 1948 bis 1978 Dozentin der Volkshochschule Wilmersdorf für Grafik, Malerei und Kunstgeschichte. 1952 Kunstpreis der Stadt Berlin.



         Paul Schultz-Liebisch Alte Frau 1949

Paul Schultz-Liebisch

Alte Frau

Tusche 1949


Begonnen mit einer Lehre als Dekorationsmaler, seit 1928 Mitglied der ASSO, und Aufbau der Arbeiterzeichnerbewegung. Ausstellungsbeteiligung "Frauen in Not" von O. Nagel organisiert. 1932 Mitarbeit in der Internationalen Arbeiterhilfe. Nach 1933 Malverbot und von 1937 - 44 Tätigkeit im Ufa-Filmstudio Berlin. 1938 Beginn der illegalen Arbeit in der Widerstandsgruppe Uhrig, 1944/45 Kriegsdienst bei der Wehrmacht und desertiert, mit Hilfe niederländischer Freunde überlebt. Freischaffend ab 1945, Aufbau des Maler-Aktivs im Kulturbund Berlin-Wedding, Beteiligung an der 1. Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung in Dresden. Austritt aus der SED 1951, später Ausstellungen im In- und Ausland.



         noch keine Abbildung vorhanden

Conrad Felixmüller

Rummelplatz unter Trümmern

1946


Felixmüllers Schaffen ist anfangs von Einflüssen des Expressionismus bestimmt, den er sozialkritisch versteht. 1912 begann seine Ausbildung als Maler an der Kgl. Kunstakademie in Dresden, 1915 verlässt er die Akademie und arbeitet als freischaffender Künstler. Während des 1. Weltkrieges wirkte er als Graphiker für die Zeitschriften „Sturm”, „Aktion” und „Menschen”. Im Jahr 1919 Eintritt in die KPD. 1925 bis 1930 Studienreisen in die Schweiz, nach Frankreich und nach Belgien. 40 seiner Arbeiten sind 1933 in der Dresdner Ausstellung "Entartete Kunst" zu sehen. 1934 Umzug nach Berlin. 1937 wurden 151 Werke aus öffentlichem Besitz beschlagnahmt. 1941 in Berlin ausgebombt. 1944 zog der Maler nach Tautenhain, im selben Jahr Einberufung zum Kriegsdienst. Nach kurzer sowjetischer Kriegsgefangenschaft 1945 Rückkehr nach Tautenhain. 1949 erfolgt die Berufung zum Professor an die Martin-Luther-Universität in Halle. Nach seiner Emeritierung 1961, geht Felixmüller zurück nach Berlin. Ausstellungen in beiden Teilen Deutschlands sowie in Paris, Rom, Bologna und Florenz.



         Fritz Winter In der Erde 1951

Fritz Winter

"In der Erde"

Öl auf Malkarton ; 1951

Winter zählt zu den wichtigsten abstrakten Künstlern der Nachkriegszeit. Angefangen als Bergmann bewirbt er sich 1927 um Aufnahme in das Bauhaus in Dessau mit 15 Zeichnungen. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich durch das Bemalen von Kacheln in einer Ofensetzerfirma, und erhält 1928 ein Stipendium der Stadt Dessau. 1937 werden alle Arbeiten Winters in der Aktion "Entartete Kunst" beschlagnahmt und aus den Museen entfernt. Der Künstler erhält Malverbot und wird 1939 eingezogen, nimmt als Soldat am Krieg gegen Polen und die Sowjetunion teil. Während dieser Zeit entstehen die Feldskizzen, für die späteren Triebkräfte der Erde , die 1944 nach einer Verwundung während eines Genesungsurlaubs entstehen. In russische Kriegsgefangenschaft 1945 vernichtet er mehrere hundert Zeichnungen. 1949 Entlassung aus der Gefangenschaft. Zurückgekehrt nach Dießen wird er Gründungsmitglied der Künstlergruppe "ZEN" in München. 1950 Begegnung mit Hans Hartung in Paris. 1953 Gastdozentur an der Landeskunstschule Hamburg und 1955 Professur an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Kassel.
Galerie Ludorff



         Hans Hartung Radierung 1953

Hans Hartung

"24"

Radierung 1953


1924 begann Hartung an der Universität in Leipzig Studien der Philosophie und Kunstgeschichte, wechselte an die Akademien der Bildenden Künste in Leipzig und Dresden. Er erarbeitete Linienkompositionen, von der Inspiration des Zufälligen geleitet und untersuchte das Spannungsverhältnis von Farbfläche und Linie. Hartung übersiedelte auf die Insel Menorca und 1932 nach Paris. 1938 Teilnahme an der Ausstellung "Twentieth century German Art" in den New Burlington Galleries London, die die in Deutschland verfolgte "entartete Kunst" vorstellte. 1939 Eintritt in die Fremdenlegion. 1945 Rückkehr nach Paris und nach sechsjähriger Unterbrechung erneut Beschäftigung mit malerischer Arbeit. 1946 Aufnahme in die französische Ehrenlegion. Ab 1949 Teilnahme an bedeutenden Ausstellungen in Paris, Brüssel, München und Basel. Auf der documenta in Kassel war Hartung 1955-64 vertreten. Mit dem "Prix Guggenheim" 1956 geehrt und als außerordentliches Mitglied an die Akademie der Künste in Berlin berufen. 1977 Mitglied der Académie des Beaux-Arts in Paris.

"Meiner Meinung nach ist die Malerei, die man die abstrakte nennt, kein Ismus, wie es deren in letzter Zeit viele gegeben hat, sie ist weder ein 'Stil' noch eine 'Epoche' in der Geschichte der Kunst, sondern einfach ein neues Ausdrucksmittel, eine andere menschliche Sprache - und zwar direkter als die frühere Malerei."

Galerie Boisseree



         Wolfgang Schulze (Wols)



Alfred Wolfgang Schulze (Wols)

Lóseau

Öl auf Leinwand (1945 ?)


Der gelernte Fotograf arbeitet 1932 am Afrika-Institut in Frankfurt, besucht das Bauhaus in Berlin und reiste nach Paris, wanderte ein Jahr später ganz nach Frankreich aus. Tätigkeiten in den folgenden Jahren als Fotograph in Frankreich und Spanien. 1935 Gefängnis, 1937 nahm er das Pseudonym Wols an. 1938 lernte er surrealistische Künstler, Schriftsteller und Schauspieler kennen. 1939 bis 1940 entstanden während der Internierung zahlreiche Aquarelle. In der Zeit des Krieges befand er sich auf ständiger Flucht vor dem Naziregime. 1942 gab es eine Ausstellung seiner Werke in New York. 1945 wurden Wols`Arbeiten in Place Vendôme in Paris ausgestellt. Wols illustrierte u.a. für Satre und Kafka.

Wolfgang Schulze
TACHISMUS (seit etwa 1945)

















zum Anfang Bilder nach 1945 (Teil I) Medaillen Bauernbilder Wilhelm Rudolph Federzeichnungen

zusammengestellt von
Hans Holger Lorenz
13.Februar 2009