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Einige interessante Fragen stellen sich schon angesichts der immer deutlicher werdenden Tatsache einer Katastrophen-Ökonomie.
HANDELSBLATT am 13.12.2007 :
Für den Handel über die Grenze sind die Kontrakte oft nicht geeignet. Vereinbarungen, die etwa in den USA als wasserdicht gelten, können sich in Deutschland als unverlässliche Geschäftsgrundlage erweisen. In solchen Abkommen schlummern daher Risiken, die für die Parteien (Vertragspartner, Vertragsparteien) weder erkennbar noch kalkulierbar sind.
Der engliche Kauderwelsch der "Fachleute" kann nicht mehr darüber hinwegtäuschen, das ihre Tätigkeit mehr dem chaotischen Herumfuhrwerken in einem Ameisenhaufen gleicht als kluger durchdachter Wirtschaftsführung.
Aber hier soll nur von Fragestellungen die Rede sein. Diese Fragen sind von einiger Besonderheit gekennzeichnet, wie schon in den Kapiteln zuvor. Es geht darum, das diese Fragen nicht gestellt werden, so als gäbe es sie garnicht. Es wird sogar sorgfältig vermieden, gegen sie zu polemisieren, denn das wäre wenigstens eine indirekte Behandlung des Themas. Kein Wirtschaftsforschungsinstitut widmet sich einer solchen Untersuchung krimineller Machenschaften. Keine Universität verlangt neugierig nach Auskunft über die hochkarätigen Sabotagevorgänge. Nicht eine einzige Partei widmet sich der Aufgabe, hier verbrecherische Seilschaften in aller Öffentlichkeit bloß zu stellen. Weil sich keiner an diese heißen Eisen heran traut, wird es dieses Kapitel auch nicht tun: die hier geäußerte Polemik gegen diese Fragestellungen sind als Schutz gedacht, in aller Deutlichkeit: Solche Fragen stellt man nicht!
Auf keinen Fall darf zum Beispiel die Frage: Warum (fast) zeitgleich (fast) gleiche Zahlen erscheinen? gestellt werden:
Am 23.10.2007 meldete die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND
zu einem Krieg, der eigentlich längst als gewonnen gemeldet wurde:

Kraftprobe um Finanzierung des Irak-Krieges
Präsident George W. Bush hat für die Kriegseinsätze im Irak und in Afghanistan eine zweistellige Milliardensumme beantragt...

Bush drängte das Parlament, weitere 46 Mrd. $ bis Weihnachten zu bewilligen. Allein der Krieg im Irak belastet den Staatshaushalt der Vereinigten Staaten mit etwa 10 Mrd. $ im Monat. Seit März 2003 wurden mehr als 455 Mrd. $ dafür ausgegeben. (FTD.de)
HANDELSBLATT, Dienstag, 13. November 2007

Bank of America schreibt Milliarden ab

Das wirkliche Ausmaß der US-Immobilienkrise kommt Stück für Stück ans Licht. Nun nimmt auch der zweitgrößte US-Finanzkonzern Bank of America Milliardenabschreibungen vor. Sollten sich die Marktbedingungen weiter verschlechtern, könnten sogar noch zusätzliche Wertverluste hinzukommen. ...

Insgesamt haben die großen US-Banken bisher wegen der Kreditkrise zusammen mehr als 45 Mrd. Dollar (31 Mrd Euro) an Wertverlusten bereinigigen müssen...

Das Gerede von der Notwendigkeit der Globalisierung (die real eine politische und wirtschaftliche Monokultur darstellt !) ist selbstverständlich (k)eine schwachsinnige Scholastik. Natürlich richtet jeder, der daran glaubt, Schaden an, und je überzeugter er glaubt, um so größerer Schaden wird es werden. Der Vorwurf, staatliche Lenkung geographisch definierter Wirtschaftsgebiete und nationale Wirtschaftskompetenz sei veraltet und falsch, hat sich sofort einzuprägen. Das kann man sogar gegen jede Vernunft. Zwar ist Welthandel schon seit mindestens zweitausend Jahre nachweisbar - aber das spielt keine Rolle. Auch die internationale Arbeitsteilung, die sich in Kapital-Form etwa im XVI. Jahrhundert herausbildete, ist nicht neu. Und Globalisierung in der Katastrophenform begegnet uns spätestens in den 20er Jahren des vorangegangenen Jahrhunderts, wie übrigens auch den geistigen Großvätern der heutigen Globalkatastrophen! Und so alt wie deren Zwangserfindungen zur allseitigen Privatisierung modern, so fault die Gedankenlosigkeit ihrer reichen (aber nicht schönen) Enkel und Urenkel. Die sind in der Regel mehr

JUNG ! - DYNAMISCH !    und    ERFOLGLOS !


Das Problem besteht nur darin, das niemand danach fragt, wer das nun eigentlich ist. Es wäre doch wirklich interessant zu wissen, warum ausgerechnet nach 15 Jahren wild herumfuchtelnden Privatisierens, das ging weltweit und betraf zuerst am schwersten die Länder des ehemaligen Ostblocks, hat sich dann aber auch auf hochindustriealisierte Länder mit ausgebauten gesetzlichen Lebens-und Besitzregeln ausgeweitet, also warum ausgerechnet auf diesem Höhepunkt der Privatisiererei der große Krach der Banken einsetzte? Nur wirtschaftstheoretisch ganz Naive glauben an das Gequatsche von der Schuld der kleinen Immobilienmakler in den tiefsten Provinznestern der USA.
Und noch interessanter wird, das ausgerechnet die, die den Privatisierungswahn am lautesten predigten, jetzt geradezu nach staatlicher Unterstützung schreien! Und das will keinem auffallen?
HANDELSBLATT 13.11.2007
Den Aktionären des schwer angeschlagenen britischen Baufinanzierers Northern Rock, drohen noch schwererer Zeiten. Bis zum ... müssen potenzielle Käufer ihre Angebote für die in Finanznot geratene Hypothekenbank auf den Tisch legen...

Northern Rock war Mitte September im Zuge der großen Kreditkrise in akute Liquiditätsnot geraten und musste mit einem Notfallkredite der Bank of England vor dem Kollaps gerettet werden. Bislang lieh die Zentralbank dem angeschlagenen Baufinanzierer mehr als 20 Mrd. Pfund.

Im Gespräch sind drei Käufer: der amerikanische Fonds JC Flowers, die Virgin-Gruppe ... und der Hedge-Fonds Cerberus. Alle sind bereit, erhebliche Summen in Northern Rock zu investieren, um das Institut zu stützen - allein JC Flowers soll sich eine Finanzierungslinie von 15 Mrd. Pfund für die Transaktion gesichert haben - allerdings würden die potenziellen Käufer das Eigenkapital der Bank mit nahezu Null bewerten, hieß es in Finanzkreisen. Es sei wahrscheinlich, dass ein Käufer lediglich das Kreditgeschäft und die Plattform von Northern-Rock übernehme. Die Aktionäre blieben in einer Restgesellschaft investiert, in der vor allem noch die milliardenschweren Rettungskredite der Bank of England verbleiben würden, die über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren abgewickelt werden sollen.
Das muß man so lesen:
der amerikanische Fond, der da kaufen will, hat sich 15 Mrd. Pfund geborgt! Die Fachsprache nennt das :
eine Finanzierungslinie sichern...
Von wem hat wer das Geld?
Mit dem geborgten Geld übernimmt der Fond die Geschäfte aber nicht die Schwierigkeiten der Geschäfte. Die Schwierigkeiten - also die Schulden, die übernimmt die Bank of England in der sogenannten Restgesellschaft!
An wen gehen die Schuldzahlungen?

Übrigens sollte dem Bundesbürger der Name CERBERUS aus vielen Privatisierungen kommunaler Wohnungsgesellschaften bekannt sein.


Gehe man dichter an die kriminellen Vorgänge:   Nachdem in der ehemaligen DDR sämtliche Produktionsanlagen "abgewickelt" (sprich zerstört!) wurden, weil unmodern und weil Strukturwandel not tat, auch der Einsatz von High Tech und der Umbau in eine Servic-Gesellschaft, die die Produktionsgesellschaft ablösen mußte usw. usf. griffen die sogenannten "ausländischen Investoren" nach den bis dahin noch im kommunalem Eigentum verbliebenen Wohnungen, Stadtwerken, Kliniken, Schulen usw.
Hier muß man, auch wenn es ein wenig vom Thema wegführt, eine ergänzende Bemerkung einfügen. Die genannten Einrichtungen wurden aus eigenständiger Kraft der Bevölkerung errichtet - errichtet aus den durch Kriegswirkungen und Bombardements zerstörten Ruinen. Ihnen half kein Marshall-Plan und kein Kredit aus anderen Ländern. Zugleich hatte die Bevölkerung noch die Kosten der Reparationen zu tragen, was der neuen kleinen Volkswirtschaft bestimmt nicht geholfen hatte. Vielleicht sah deswegen nicht alles so schön und spiegelnd aus, wie im West-Teil des Landes, das mit Dollar-Krediten als Schaufenster hübsch hergerichtet wurde. Diese Funktion hat die alte Bundesrepublik nach 1989 verloren und ihre Dekoration wurde zugenagelt mit Brettern der Globalisierung - sprich mit der Wirklichkeit der Monokultur. Seit dem fallen gute Renten weg und qualifizierte Ausbildungsplätze. Auch modernste Gewinn erwirtschaftende (!) Industriebetriebe werden geschlossen und ein funktionierendes Gesundheitswesen zerbröselt. Zur Zeit munkelt man über "Zusammenlegungen" von Forschungseinrichtungen und Universitäten zwecks vorteilhafter Synergieffekte ...u.s.w.

Während hierzulande jeder Besitzer eines Autos mit Namen und Adresse sofort ermittelt werden kann, und das ist nicht nur aus Steuergründen wichtig, sondern auch bedeutsam bei der Klärung von Schuldfragen, falls ein Unfall eingetreten ist, gilt das z.B. für den Besitz von Wohnungen ganzer Stadteile (oder sogar Städte !) nicht! Niemand scheint mehr genau zu wissen, wann an wen Wasserwerke "verkauft" wurden oder Elektrizitätswerke ihre Besitzer wechseln! Ganze Bereiche verschwinden aus kommunalem oder gar staatlichem Besitz! Sie verschwinden ins namenlose - sind weg, einfach so!
Aber es sind Werte, anfangs mehrstellige Millionen, dann mehrstellige Milliarden Vermögen, die gänzlich "verdunsten" - und keiner stellt die Frage: Wohin verschwinden diese Werte?
Und wenn da die Rede von so großen Geldmengen ist, dann müßten diese gerade auf einer Bildfläche des "freien Marktes" wieder auftauchen. Dieses Geld müßte irgendwo in irgendeiner Form wieder in Erscheinung treten.
Wo tauchen die verschwundenen Vermögenswerte eventuell auf? , diese Frage zu stellen, ist politisch nicht korrekt!
   
Präsident Bush, ein Prophet der freien Marktwirtschaft, hat seine alten Freunde an der Wall Street beruhigt und ein wirtschaftliches Nothilfepaket angekündigt. Damit will er das in den Keller gefallene "Vertrauen der Investoren und Konsumenten" wiederherstellen. Wie üblich sollen die Verluste dabei sozialisiert werden, nachdem in den Jahren zuvor die Riesengewinne strikte Privatsache waren. Das Nothilfepaket ... soll sich auf etwa 120 Milliarden Dollar belaufen und in Form von Steuergeschenken reichen Investoren und Firmen die Möglichkeit geben, ihre Verluste schneller abzuschreiben.
Junge Welt am 19.Janur 2008
   

Woher nimmt der Mann das viele Geld? Er führt ziemlich teuren Krieg mit 10 Mrd.Dollar pro Monat, und verschenkt gleichzeitig 120 Mrd. Dollar als Steuerrückgaben! Sicher könnte ein Wirtschaftsinstitut solche Fragen stellen, aber es würde dann nicht mehr lange finanziert werden. Auch die Polizei könnte dem nachgehen, aber die permanente Reduzierung ihrer Stellenzahl, die nicht nur wie Einladungen an Verbrecher klingen, sondern auch beruhigende Versicherungen für die Mafiosi jeglicher couleur sind, wirkt wie Klebeflaster auf Augen und Ohren jedes Polizisten. Über den Forschungsdrang der Universitäten mag man schon garnicht mehr nachdenken, da erfindet man täglich die uralten Gesetze der Privatisierung neu und das seit hundert Jahren, Ausnahmen bestätigen die Regel.
Deswegen geben die angesehene Fachleute solche Bemerkungen von sich: der eine ist bekannt für Rentenklau und der andere ließ sich ein paar Milliönchen auszahlen und ein Staatliches Gericht abblitzen:


HANDELSBLATT 17.11.07
Rürup erwartet keine "systematische Bankenkrise"

Junge Welt 14.11.07
Ackermann rechnet mit Normalisierung


Zwei Wochen später wird sich anderes ankündigen!

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HANDELSBLATT 28. November 2007

KfW gerät in den Sog der IKB-Krise

Rettung der Industriebank IKB ist weitaus teurer als bisher angenommen. Der Großaktionär, die staatseigene Förderbank KfW, muss weitere 2,3 Mrd. Euro an Risiken zurückstellen...

Das Engagement über außerbilanzielle Zweckgesellschaften im US-Hypothekenmarkt brachte die IKB Ende Juli in Schieflage. Die KfW, die 38 Prozent an der Bank hält, und die gesamte Branche sprangen daraufhin ein.


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Man stellt sich natürlich nicht sofort die Frage nach außerbilanziellen Zweckgesellschaften in den USA. Und das bei einer Staatsbank wie die KfW eine sein soll!


Noch ein kleiner Hinweis vielleicht - hat man das gestohlene Vermögen z.B. aus der Privatisierung der Wohnungen verbraucht, ist man damit fertig. Dann geht man ans Eingemachte der Sparkassen und Landesbanken! Vielleicht probiert man es da erst einmal mit der - Postbank - eventuell... ?

Es klingt wie Mitleid mit dem Bürger, wenn ein parlamentarische Geschäftsführer im Bundestag sagt:

       
"...zudem führe die Globalisierung der Finanzmärkte dazu, dass die Haftung der Steuerzahler viel dramatischer ausfalle als noch vor einigen Jahren."

HANDELSBLATT 13. Februar 2008
       


Aber dann kommt der entscheidende Satz:

"Die Diskussion um die Zukunft der öffentlichen Banken
in Deutschland ist eröffnet."



Lesen Sie in der nächsten Abteilung: Wie kommt "Fond namenlos", genannt "ausländischer Investor" an das Geld der vielen kleinen Leute in den bundesdeutschen Landesbanken und Sparkassen?

FORTSETZUNG FOLGT!

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Die Jahre 1922 bis 1932
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Teil 3
Die Jahre nach 1989
Der Morgenthau-Plan Der Marshall-Plan Quellen
Literatur

Notizen zur deutschen Geschichte / 06.10.2010 / Hans Holger Lorenz / HLorenz500@aol.com