Der Morgenthau-Plan

zu einigen Besonderheiten in der
modernen deutschen Geschichte


     

Der Morgenthau-Plan

     

Es war ein Finanzminister der Vereinigten Staaten von Amerika, der sich im Sommer des Jahres 1944 einen Plan für die Zeit nach dem Sieg über das faschistische Deutschland ausdachte. Dieser Plan, von offener kleinbürgerlicher Wut getragen, enthielt die einzelnen Schritte nach der militärischen Besetzung Deutschlands. Das "Dritte Reich" sollte in mehrere Kleinstaaten aufgeteilt werden, davon in einen Süddeutschen Staat, in einen Norddeutschen Staat, weiterhin in mehrere Kleinststaaten und in eine Internationale Zone.
Der Norddeutsche Staat umfaßte einen Teil der ehemals preußischen Provinzen, Sachsen, und Thüringen. Die Gebiete östlich der Oder-Neiße waren von Deutschland abzutrennen. Der Internationale Zone hatte ihre Bestandteile im Ruhrgebiet, Rheinland, Nordwestdeutschland einschließlich des Kieler Kanals und einige angrenzender Gebiete. Der Süddeutsche Staat umfaßte die Gebiete Bayerns, Württemberg, Baden und einige weitere Kleinteile. Für ihn war eine Zoll-Union mit Österreich in Aussicht gestellt.
Weiterhin war geplant, das Saarland und die Gebiete zwischen Mosel und Rhein an Frankreich zu übergeben.
Insgesamt hatte Deutschland ein Agrarland zu werden, die Industrie war vollständig zu eleminieren, die Bergwerke zu schließen und Behörden zu dezentralisieren. Die Tätigkeit der Universitäten sollte eingestellt werden.

Dieser Plan, benannt nach dem Finanzminister Henry Morgenthau, wurde auf der II.Konferenz von Quebec vom 11. bis 16. September 1944 durch Franklin D. Roosevelt und Winston S. Churchill angenommen. (Wie wir heute wissen, blieben trotz Roosevelts späterer Distanzierung Elemente des Morgenthau-Planes in der Deutschlandpolitik der USA erhalten.) Am 27.September 1944 ging die Direktive an den amerikanischen Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Europa, Dwight D. Eisenhower. Solche Direktiven verfasste der Generalstab der US-Streitkräfte (Joint Chiefs of Staff). In ihrer ersten Fassung waren die Richtlinien für die kommende Besatzungspolitik in Deutschland zusammengefaßt und sie entsprachen den Entwürfen des US-Finanzministers Morgenthau.


Die reale Lage im Frühjahr 1945 entwickelte sich anders als noch im Herbst 1944 von den US-Behörden gedacht. Die siegreichen Truppen der Sowjetarmee stießen viel schneller als von den Amerikaner eingeschätzt werden konnte, nach Deutschland hinein. So mußte die Direktive am 26.April 1945 in eine zweite Fassung gebracht werden (Nr. 1067/6). Am 14.Mai 1945 erhielt Eisenhower schließlich die dritte und endgültige, vom Präsidenten Harry S. Truman gebilligte Fassung JCS 1067/8.

In dieser Direktive waren einige Veränderungen vorgenommen worden. Sie enthielt wichtige Festlegungen für eine rigorose Entmilitarisierung Deutschlands, zu Verhaftungen von Kriegsverbrechern und zur Entkartellisierung der Deutschen Industrie. Weitere Festlegungen betrafen die Demontage der Fabriken und eine Wirtschaftskontrolle.
Deutschland hatte als besiegter Feindstaat zu gelten, der wirtschaftliche Aufbau sollte nicht gefördert werden, alle Bestrebungen nach regionaler Autonomie waren zu unterstützen. In den Zerstückelungsplänen fanden sich die Anregungen des Morgenthau-Planes wieder, ebenso in den Lasten-Auflagen für die Nachkriegszeiten.
Die Zulassung politischer Aktivitäten wurde dem Ermessen des Oberbefehlshabers anheim gestellt, jedoch galt es, eine "Abkühlungsperiode" einzuhalten, um keine fortschrittlichen Bewegungen zulassen zu müssen, die sich mit den Überlebenden des antifaschistischen Widerstandes entwickeln könnten.
Die Direktive wurde im Herbst 1945 im "Department of State Bulletin" (Nr330) mit einem Hinweis auf die Priorität des Potsdamer Abkommens veröffentlicht. Sie trug bis zu ihrer Ersetzung durch die Direktive JCS 1779 vom 17.Juli 1947 ihre Gültigkeit.





Wer war Henry Morgenthau?

Dieser 1891 in New York geborene Mann, dessen Vorfahren aus Deutschland stammten, galt als ein ziemlich enger Freund Roosevelts, womit seine innere Einstellung eigentlich charakterisiert ist. Für einen offensichtlich überzeugten Unterstützer der "New Deal"-Politik galt er zugleich als finanzpolitisch Konservativer. 1932 war er Roosevelts Wahlkampfberater und folgerichtig ein Jahr später Staatssekretär im Finanzministerium. 1934 avancierte er zum Finanzminister (bis 1945) der USA. In diesem Amt zählte der zur Fraktion der Interventionisten (Roosevelt; Hull u.a.), die sich im Gegensatz zu den Isolationisten für ein militärisches Engagement in Europa aussprachen und sich damit schließlich durchsetzen konnten. Kein geringes Motiv dürften dabei die Befürchtungen um die Kapitalanlagen in Europa gespielt haben. Beide Gruppierungen stimmten jedoch in der Ansicht überein, das eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen dem faschistischen Deutschland und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken den USA zugute kämen und der Krieg sich zu einem günstigen Geschäft machen ließe.
Nach Morgenthau wurde ein Plan für das Nachkriegs-Deutschland benannt, gegen den der amerikanische Außenminister C. Hull und der Kriegsminister der USA Stimson votierten. Auch der britische Außenminister A. Eden versuchte sich davon zu distanzieren. Offenbar gezielte Indiskretionen brachten den Plan scheinbar zu Fall. Die späteren Entwicklungen zum "Kalten Krieg" forcierten die Pläne des Generals Marhall.
Bevor Morgenthau Anfang 1967 starb, hatte er nur einige Bestandteile seines Planes verwirklicht sehen können, ihm war der "Marhall-Plan" zu sehr in die Quere gekommen. Aber wie wir heute sehen können, sind Morgenthaus Denkrichtungen für Deutschland nie ganz vom Planungstisch der US-Administration verschwunden. Seit der deutschen "Wiedervereinigung" 1989 entfallen alle Voraussetzungen des Marshall-Plans und lassen Morgenthau durchaus wieder aktuell werden.






Die "falschen Morgenthaus"    oder:    Der 2 Milliarden Dollar Coup! !

Im Umfeld US-amerikanischer Administrationen kann man, ihrer ganzen historisch ziemlich kurzen Geschichte hindurch, Kriminalität finden. So natürlicherweise auch um den Namen Morgenthau. Als von der britischen Kriminalpolizei Betrügereien aufgedeckt wurden, hatten diese eine Story zur Grundlage, die so unglaublich klingt, das sie fast schon wieder wahr sein könnte.
Sie führte zurrück in die Vereinigten Staaten der 1930er Jahre, Blütezeit der Gangs und Gangster. Wir erinnern uns, 1934 wurde Henry Morgenthau, der offensichtlich mit der ganzen Sache nichts zu tun hatte, Finanzminister.

Blicken wir zur selben Zeit nach China, sehen wir den Bürgerkrieg zwischen der Guomindang unter Tschiang Kai-schek auf der einen Seite und den Kommunisten unter Mao Tse-tung auf der anderen. Die Kommunisten hatten seit langem die Notwendigkeit einer Agrarrevolution erkannt und eine Bodenreform durchgeführt. Diese Landvergabe sicherte den Kommunisten die Unterstützung der Bauern gegen die "nationale Regierung" in Nanjing. An der Spitze der "Regierung" saßen Leute, die sich - auch durch viele US-Dollar - persönlich zu bereichern wußten und gar nicht daran dachten, die Lage der Bauern zu verbessern. Aber sie brauchten dringend umfangreiche Finanzspritzen für Waffenkäufe, weil die Kommunisten bereits eigene Staatsgebiete gründeten und vier Offensiven der Guomindangtruppen zurück geschlagen hatten.
Die notwendigen Geldmittel flossen und die gut bewaffneten Regierungstruppen zwangen die Bauernarmee 1934/35 zu deren legendär gewordenen "Langen Marsch" über 12000 km.

Doch woher kam das Geld? Diese Frage ist historisch noch nicht korrekt beantwortet. Aus dem 1918 besiegten Deutschland konnte es nicht gekommen sein, mit diesem Land hatte man andere Pläne, die sich offenbar gegen die Sowjetunuion richten sollten. Die Allierten aus dem I.Weltkrieg waren immer noch an die USA verschuldet, und die Vereinigten Staaten mühten sich selbst um die Beseitigung einer Massen-Arbeitslosigkeit.
Es ist also durchaus möglich, das man Anleihen heraus gab - unter Umständen auch einige ungedeckte. Für Gangster klingt eine solche Situation durchaus erfolgversprechend.

Also die Legende besagt, das der damalige US-Geheimdienst die Bonds herrausgab, irgendwo drucken ließ und damit echtes oder unechtes Geld herrein holte, um die Waffen für Tschiang Kai-schek "bezahlen" zu können. Glücklicherweise wurden die Kriegswirren in Asien immer unübersichtlicher, die Invasion der Japaner in China trug das ihre bei, das viele dieser Wertpapiere verloren gingen. Rein zufällig ähnelt diese Sachlage der der Wertpapiere aus dem Deutschland der 1920er Jahre! Und ganz gewiß ähnlich diesem Schicksal begannen diese wie jene Bonds nach 1989 auf internationalem Parkett wieder aufzutauchen!

In Asien jedenfalls hatten in den Jahrzehnten nach 1945 viele Anleger diese "Morgenthaus" genannten Obligationen infolge ihrer politischen Wertlosigkeit zu aüßersten Billigpreisen aufgekauft, wir erinnern uns, die Chinesische Volksrepublik wurde 1949 gegründet. Als die Laufzeit der ziemlich wertlosen "Morgenthaus" endete, wollten die Erben der einstigen Anleger ihre Bonds selbstverständlich in den USA einlösen. Dort wurde ihr Begehren abgeschmettert mit dem simplen Vermerk: "Fälschung!". Sonst hätten die USA vermutlich mehr als zwei Milliarden US-Dollar auszahlen müssen.
Doch der Krimmi ist noch nicht zu Ende. Jetzt wurden die Anwälte der Anleger aktiv, geldgeil wie die Besitzer der Bonds, begannen sie Streit mit den amerikanischen Staatsbehörden zu suchen. Die suchten nun ihrerseits weiter und fand die Zertifikate in einer Londoner Bank, schön gesichert und gekennzeichnet - allerdings falsch markiert. Es kam also zu Verhaftungen und Selbstmordgeschichten, eben so zu allem, was zu einer guten amerikanischen Story gehört.
Nur der Zeitpunkt der Offenbarung der Zahlungsverweigerung läßt ein wenig stutzen? Welches Jahr schrieb man damals als Datum der Auszahlungen? 2004? oder 2005?

Die sogenannte "Globalisierung" erschien also viel früher auf der Tagesordnung der Welt, als man uns heute glauben machen will und mit ihr selbstverständlich die Internationalität des Gangstertums. Hoffentlich beschützen uns die modernen Kriminalbehörden davor, das es nicht etwa um 2057 heißt, zur Jahrhundertwende habe ja der Irak-Krieg stattgefunden und die Anlagen der deutschen Bundesbürger, die dann vielleicht "Riesters" genannt werden, seien schon immer "fraudulent" gewesen...














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Notizen zu einigen Besonderheiten in der modernen deutschen Geschichte / Dipl.-Ing. Hans Holger Lorenz / begonnen 15.November 2008 / 02.11.2010 / WB-To