Fieberkurve (Nr. 10, Januar 1996) Hier also der Nachtrag zum Marsh-Marigold-X-Mas-Bericht und der Anhang zu Kerstens Ergüssen über BUSCH. Neben all den grossen bekannten Acts im letzten Jahr war sein erster Live-Auftritt eines der schönsten und bedeutsamsten Ereignisse. Als die BUSCH-Debut-CD vor ca. einem ½ Jahr erschien, schwärmte Kersten mir mächtig vor und kam auch mit ganz heftigen Vergleichen. Irgendwie habe ich es nie geschafft, mir diese CD zu besorgen und hatte so erst 3 Tage vor der Party die Gelegenheit, dank Martin Petersdorf, einen Song von BUSCH zu hören. Das war "Woher, wohin?", und ich war sowas von ergriffen, beeindruckt und gerührt, Himmel! Daher also unbändige Vorfreude und Spannung, zumal er die CD im Alleingang eingespielt hat, und wir uns fragten, wie er das wohl live machen wird. Ohne den anderen Bands ihre hervorragenden Qualitäten absprechen zu wollen, stach der BUSCH-Auftritt aus den anderen 5 Bands heraus, nicht nur, weil alles eher ernst wirkte, er eigentlich keinen Shalali-Pop macht (soll gar nix heissen, ich liebe das Zeug), oder weil er nur 4- oder 5-mal geprobt hatte, er war so spürbar aufgeregt und nervös ("Ich weiss nicht, ob ich nervös war, ich weiss eigentlich gar nicht, ob ich dabei war."), stand kaum still, sein Gesicht zeigte beim Singen mir wohl bekannte Gefühle, einziges Bühnengespräch bestand aus "Was, jetzt schon? Na gut.", und nach dem letzten Song gab es ein hörbares "Danke". Beim nachfolgenden Gespräch bestritt er das allerdings ganz heftig und wollte uns einreden, er hätte nach jedem Song "Danke" gesagt, zumindestens zu sich selbst, ja, ja. Dieses "Fragen beantworten" war auch ganz witzig, erst meinte er, dass er befürchtet, auf dem Tape werden nur wir zu hören zu sein und von ihm Gestammel und Gestotter, das sei doch Verschwendung und schade um die Batterien, aber wir blieben hart, und nach einem Besuch der nebenliegenden Pizzeria, die eben geschlossen wurde, suchten wir uns backstage ein Plätzchen, was wir auf der Treppe fanden, die zwar ab und zu auch benutzt wurde, hielt sich aber in Grenzen. Kleine Unterbrechungen gab es noch durch Carsten, der 'ne Gitarrensaite schnorren wollte, den BUSCH-Bassisten, der "lecker Foto" machen musste, und Dennis brauchte irgendein Kabel, und zwischen diesen Begebenheiten gab Mika sein erstes "Interview", zumindestens in der mündlichen Form. Während er abwechselnd seinen Schal und seine Schnürsenkel zerfingerte, erzählte er von Tom Liwa ("ein heller Kopf"), der als einziger damals auf seine Demos reagierte, dass seine neue Scheibe eigentlich fertig ist, er aber durch seine Proben mit der Band auf den Geschmack gekommen ist, mit einem echten Drummer zu spielen, und dafür müsste man dann doch ins Studio gehen, braucht aber mehr Zeit und Geld, er mag auch weiterhin live spielen, es macht Spass und hat ja auch einen gewissen PR-Effekt, obwohl er etwas bedauert, dass er live unmöglich alles alleine spielen kann. Die Fotos sind mir beim Gig abhanden gekommen, aber die Musik ist sowieso viel wichtiger, und die gibt's bei Marsh-Marigold zu kaufen. Bitte! Danke! (Susie) |