Radtour der Abteilung ski und wandern im tus BERNE am 12.Juli 2008











Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen – besonders dann, wenn der eine dort hin-fährt, wo er noch nie nicht gewesen ist!
Seit ewigen Zeiten wird bei ski und wandern im Juli nicht gewandert, sondern es findet eine Radtour statt. So auch in diesem Jahr, und auch das hat Tradition: Planung der Strecke und Abwicklung des Unternehmen wechselt in jedem Jahr. In 2008 war Ralf B. der Planer und – um es vorweg zu nehmen - es war eine ganz hervorragende Fahrradtour! – nach und durch Wilhelmsburg.

Samstag, der 12.Juli 2008, 8:30 Uhr, Treffpunk am St. Pauli-Elbtunnel, auch als Alter Elbtunnel bekannt. Wenig später begeben sich 18 Radfahrer und Radfahrerinnen im Personenaufzug (die PKW-Aufzüge sind am Wochenende nicht in Betrieb) nach unten in den Tunnel, wir sind fast allein.
Auf der anderen Elbseite geht es dann zügig in Richtung Wilhelmsburg über Reiherdamm, Rossdamm, Neuhöfer Straße. Bald sind wir an der Bonifatiuskirche, ein kurzer Halt, etwas trinken.
In Wilhelmsburg sind bereits allenthalben Vorbereitungen für die Internationale Gartenschau auf den Elbinseln Wilhelmsburg und Veddel zu erkennen
Wir fahren weiter nach Süden durch den Wilhelmsburger Rathauspark und den Wilhelmsburger Park, immer entlang der Wilhelmsburger Reichsstraße. Bald unterqueren wir letztere, gelangen nach Finken-riek, weiter bei Stillhorn unter der A1 hindurch und stehen nach kurzer Fahrt vor einer Informationstafel, die uns Auskunft über das Naturschutzgebiet Heuckenlock gibt. Wir bekommen einen Eindruck von dem interessanten Gebiet auf einem kurzen Abstecher durch das N.S.G.- Heuckenlock.
DIE SÜSSWASSERTIDE-ELBAUEN - EIN HAMBURGISCHES KLEINOD
Jeder kennt den Einfluss von Ebbe und Flut an den Küsten, hat schon von der wichtigen Rolle dieser wech-selnd unter Wasser stehenden Zonen für das gesamte Ökosystem Meer gehört. In Hamburg und angrenzend, zwischen Geesthacht und Glückstadt, findet sich eine einzigartige Ausprägung solcher Flächen: die Süßwas-sertide-Auen.
Statt des Salzwassers der Meere ist hier Süßwasser dem Einfluss der Gezeiten unterworfen. Zweimal täglich ändert sich so der Wasserstand und beeinflusst insbesondere die Uferbereiche der Elbe ganz erheblich. Die Auswirkungen reichen bis etwa 100 km flussaufwärts wovon nur die ersten 30 km bis Glückstadt noch einen Salzwassereinfluß aufweisen.
VIELFALT - Über Jahrtausende entwickelte sich hier ein europaweit einmaliger Lebensraum, die Süßwasserti-de-Aue mit Tideauwald, Süßwassertideröhricht und Süßwasserwatten. Die verschiedenen Biotope bieten Le-bensraum für eine Vielzahl von zum Teil seltenen Tieren und Pflanzen. Angefangen bei kleinsten Schnecken, Muscheln, Würmern und Krebsen bis hin zu Fisch- und Vogelarten. Strömungsberuhigte Bereiche von Buchten und Prielen sind Heimstätte unzähliger Kleinstlebewesen und wichtige Kinderstube für viele Jungfische.
Watt- und Flachwasserzonen bieten zahlreichen Enten- und Watvögeln ein reichhaltiges Nahrungsangebot, das auch von einer großen Zahl von Zugvögeln genutzt wird. Undurchdringliche Röhricht- und Auwaldbereiche sind ideales Nistgebiet für Singvögel. Von der guten Wasserversorgung und dem nährstoffreichen Schlick pro-fitieren viele Pflanzen. Zudem werden durch die Elbe im Auenbereich Pflanzensamen aus weit entfernt liegen-den Gegenden angespült, so dass sich hier eine hohe Artenvielfalt entwickeln konnte.
Die Süßwassertide-Elbauen beherbergen sogar einige botanische Raritäten, wie den Schierlings-Wasserfenchel oder die Wiebels-Schmiele, die weltweit nur in diesem eng begrenzten Raum vorkommen.
In Hamburg sind einige Teilbereiche der Süßwassertide-Elbauen als Naturschutzgebiete ausgewiesen: die Elbinsel Neßsand, die Wittenbergener Eibwiesen, das Heuckenlock, die Rhee, Schweenssand, Zollenspieker und die Borghorster Elblandschaft. In fünf dieser Gebiete sind wir, die GÖP, aktiv im Umwelt- und Naturschutz tätig.
(Aus dem Fleyer Hamburgs Elbauen – Naturschutzverband GÖPe.V)
Von hier ist nicht mehr weit bis zum Tideauen-Info-Zentrum Bunthaus in der ehemaligen Stackmeisterei an der Bunthäuser Spitze.
Auf Bildern, aus Texttafeln und kleinen Filmen erfahren wir etwas über die Süßwassertideauen der Elbe. Die Leiterin des Zentrums bringt uns Kaffe und einen Kuchen – eine Spende wird dafür erwartet – und das ist auch ganz in Ordnung. Wir sitzen bei herrlichem Sonnenwetter im Garten und bestaunen die "Weidensessel". Ein Abstecher zur Bunthäuser Spitze mit dem kleinen Leuchtturm bringt uns zum Wen-depunkt unserer Radtour, und wir lernen:
…..Oder der alte Leuchtturm an der Bunthäuser Spitze, mit der Hamburg im Jahre 1871 Preußen buchstäblich das »Wasser abgegraben« und den Hauptstrom der Elbe in Richtung Norden gelenkt hat.
(aus der Freizeit- und Fahrradkarte Wilhelmsburg – Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtent-wicklung und Umwelt)

Wir haben den Scheitelpunk unserer Radtour erreicht. Von hier geht es wieder retour.
Entlang der Norderelbe bis zum N.S.G. Rhee, dann in westliche Richtung nach Georgswerder.
Mit Interesse sehen wir uns das Zwerchhaus in der Schönefelder Straße an, ein großes Fachwerkhaus mit Zwerchgiebel.
Ein Zwerchhaus ist ein ein- oder mehrgeschossiger Aufbau eines geneigten Daches. Das Zwerchhaus hat ei-nen Giebel und ein eigenes Dach. Der Zwerchgiebel steht in der Flucht der Gebäudeaußenwand. Dadurch un-terscheidet sich das Zwerchhaus von der Gaube, die unabhängig von den Außenwänden auf dem Dach posi-tioniert ist. Das Dach des Zwerchhauses ist häufig als Satteldach ausgebildet. Dessen First verläuft quer (zwerch) zum Dachfirst des Hauptdachs. Entsprechend stehen die Traufen von Zwerchdach und Hauptdach rechtwinklig zueinander (hier nicht ganz eindeutig. DP).    (aus Wikipedia)
Einen kleinen Halt legen wir ein unter der Eisenbahnbrücke am Ernst-August-Kanal – es regnet!
Aber dann geht es unaufhaltsam zurück zum Ausgangspunkt. Nach ca. 38 Kilometern kommen wir wie-der am Alten Elbtunnel an. Wir haben keinen Rekord aufgestellt (wollten wir auch gar nicht!). Aber wir haben eine sehr schöne, interessante und informative Tour erlebt. Dafür Dank an Ralf.
Bei der Ankunft am Alten Elbtunnel – und damit an der Elbe – genießen wir bei strahlendem Sonnen-schein die schöne Aussicht auf die auf die Altstadt, die Speicherstadt, Hamburgs Kirchen, einfach schön!
Und weil wir nicht die einzigen Besucher der Hafenseite waren, gestaltete sich die Runter- und Rauffahrt mit dem Personen-Aufzug im Tunnel etwas zeitraubend!
Von den Landungsbrücken aus sind dann die meisten Teilnehmer und –innen mit der Bahn nach Hause gefahren. Einige wenige hatten immer noch nicht genug – und sind mit dem Fahrrad nach Berne gefah-ren.

Die Freizeit- und Fahrradkarte Wilhelmsburg, 1:20 000 gibt es für EUR 9,90 zu kaufen, z.B. bei Dr. Goetze



Dietbert Pfullmann

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