Einmal
im Jahr, zumeist Anfang Januar, führt uns eine längere
Reise nach Süddeutschland, wo Berge und (meist) der Schnee
höher sind. Früher war es der Bairische
Wald, wo Schneesicherheit, Ausflüge nach Tschechien und
günstige Preise lockten; seit einigen Jahren fuhren wir, teils mit
Bus, teils mit Bahn, nach Reit im Winkl, fast schon in Österreich.
Dort wird auch den Alpinen viel geboten, und für das kulturelle
Beiprogramm sorgen niemand Geringeres als Margot und Maria Hellwig (Hier geht's zur Fan-Homepage)
In diesem Jahr war es aber mal Oberstdorf.
Erste Nachrichten von Oberstdorf 2008
Rückblick auf 2006,
Reit 2007: Einmal ganz anders
Zum 5. Mail in Folge reiste die Ski- und Wanderabteilung zum
Wintersport nach Reit im Winkl, Landkreis Traunstein, Regierungsbezirk
Oberbayern, Chiemgauer Alpen. In diesem Jahr waren die Anmeldezahlen
etwas schwach, so dass wir statt im eigenen Omnibus mit der Bundesbahn
reisten. Dies kostete dann etwas weniger und das Gruppenticket 1.
Klasse war gleich teuer wie ein Sparticket 2. Klasse.
Ein Glück, das wir nicht nur eine Skiabteilung, sondern auch eine
Wanderabteilung sind. Wegen des allen Lesern noch bekannten milden
Winters war statt weißem Wintersport Wandern in grüner Natur
angesagt. Und zwar vom feinsten. Wanderwart Jürgen Burmester bot
sehr attraktive Touren an. Insgesamt 171 km Strecke bei 5.500 Metern
Steigung.
Es sei noch angemerkt, dass an den letzten drei Tagen etwas Schnee fiel, aber fürs Skifahren reichte es nicht.
Der Orkan Kyrill wütete besonders am Alpenrand und türmte
einige Waldstücke –auch in Reit und Umgebung- mit
umgeknickten mächtigen Bäumen auf. Nun sind wir Wanderer
keine Helden und alle in der diesjährigen Wandergruppe sind
älter als 60. Wir kamen mehrfach in ein solches
Baumtrümmerfeld und die Frage war „Weiter“ oder
„2 Stunden zurück“? Wir entschieden uns für das
„Weiter“. Hervorzuheben ist in der vordersten Reihe das
Waldaufräumteam unserer Jungschar: Gerd, Harald und Harry. Alle
drei hatten von ihren Ehefrauen Urlaub bekommen. Aber auch unsere Damen
haben sich beim Kampf gegen die Bäume mehr als wacker geschlagen,
insbesondere Oma Ingrid, Oma Irmgard, Oma Karin und Oma Regina.
Viele für teuere Reisen bekannte Veranstalter a la
„Adventure und Survival Tours“ etwa zu deutsch
„Abenteuer und Überlebensfahrten“ hätten unseren
Wanderwart Jürgen angeheuert. Alle Wanderer kamen unter
Baumstämmen, zwischen Tannengrün, durch Furten und
Querfeldein sicher und zufrieden und letztlich ganz suutje am Ziel an.
Unser Wunsch: Reiseveranstalter Ski und Wandern weiter so! Und für
jedes Alter und jede Situation zur richtigen Zeit die richtige
Lösung! Edelleistungen zu Zwergenpreisen. Sport und Gesund
für jedes Alter. Wanderer und Langläufer leben länger,
was an unserer Alterstruktur abzulesen ist.
Frank Giesselbach
Sechs Jahre war die Ski- und Wanderabteilung des tus BERNE nach Reit im Winkl gefahren. Von Jahr zu Jahr mit immer weniger Teilnehmern. Es kam der Wunsch nach einem Ortswechsel auf. Und so ist das diesjährige Ziel für 12 Tage in der 2. Januarhälfte 2008 Oberstdorf im Oberallgäu (Bayern), 815 m.ü.N.N.
Die Anreise mit der Deutschen Bahn AG gestaltet sich sehr angenehm: Kein Umsteigen und fast direkt vor die Hotelhaustür. Und das für nur 79 Euro/Person hin und zurück. Das Hotel Adler hat unsere Quartiermacherin, „Reiseleiterin“ und Vordenkerin Renate Franz sehr gut ausgesucht: Kulinarisch, lage- und zimmermäßig bestens.
Das Wetter ist wie im Frühling: Sehr viel Sonne, wenig Niederschlag. Die Schneeverhältnisse sind direkt im Tal mager, über 1.000 Meter Höhe sehr gut.
Die drei Alpin-Skifahrer kommen voll auf ihre Kosten. Lange gut zu erreichende abwechselungsreiche sonnige Abfahrten werden jeden Tag genutzt. Auch die sechs Ski-Langläufer sind jeden Tag unterwegs; überwiegend auf den immer frisch gespurten Höhenloipen. Für die acht Winterwanderer sind gut markierte und jeden Tag frisch präparierte Wanderwege in jeder Menge und Höhe vorhanden. Das Bus-Nahverkehrsnetz ist sehr lobenswert: Relativ preiswert durch eine 7-Tage-Walserfahrkarte; durch schnelle Busfolgen von 10 bis 20 Minuten sind alle sportlichen und touristischen Punkte schnell erreichbar. Besonders zu erwähnen ist das Kleinwalsertal mit Loipen, Wanderwegen und Pisten. Auch an einem Regentag nutzen wir die Karte, um kreuz und quer mit dem ÖPNV quasi kostenlos durch das Oberallgäu zu fahren (Sonthofen, Hindelang, Ober- und Unterjoch, Immenstadt).

Zur Krankenstatistik: Bereits in Hamburg verletzten sich Annemarie S im Haushalt (Daumen verstaucht) und Frank G durch Treppensturz. Beide wechseln von der Langlaufgruppe zur Wandergruppe. Ursel R bricht sich an ihrem ersten Vormittag auf der Piste den Fuß und wechselt vom Hotel ins Krankenhaus. Peter H hat noch viel Glück. Auf abschüssiger eisiger Wanderstrecke rutscht er aus und verstaucht sich das Handgelenk. Peter darf aber nach kurzem Krankenhausaufenthalt weiterwandern. Seine liebe Frau Elfriede H spendiert ihm als Trostpreis bei strahlendem Sonnenschein eine Fahrt auf das Nebelhorn mit Blick auf 400 Alpengipfel.

Wanderwart Jürgen Burmester hat für die Leistungsstatistik festgehalten: Die Ski-Langläufer haben 158 km Strecke und 2.666 Meter Höhe erfahren. Die Winterwanderer sind 149 km Strecke gegangen bei 2.800 Meter Höhenanstieg. Ein sportlich zufriedenstellendes Ergebnis.
Ein besonderes Highlight ist das von Helga Meier und Renate Franz organisierte Bergfest der Urlaubshalbzeit. Sie führen uns am späten Nachmittag nach getaner sportlicher Arbeit auf einen Aussichtsberg mit grandiosem Blick auf das beleuchtete Oberstdorf. Es gibt dort Glühwein, Feuerwerk und Fackeln für die „Nachtwanderung“ zurück ins Hotel.
Wer den ganzen Artikel gelesen hat, der weiss: Die Schweißperlen auf der Stirn der tus Berne-Sportler stammen von den sonnigen Aktivitäten des Tages und von dem guten Essen. Weiter so! Jedes Alter und jede Wintersportart und jeder sportliche Leistungsgrad wurden zufriedengestellt.
Frank Giesselbach / Fotos von Dietbert Pfullmann