Hauptsächliche Fangtechniken
Ringwaden-Fischerei
1 - Schnürleinengalgen
2 - Obere Randleine mit Auftriebskörper
3 - Untere Randleine mit Beschwerungen
4 - Schnürleine
Die Technik dieser Methode besteht darin, daß der geortete Fischschwarm von einer Netzwand umschlossen wird, indem das Schiff beim Einkreisen des Fischschwarms das Netz aussetzt. Ist dies geschehen, wird die Netzwand unten zusammengezogen, so daß der Fisch nicht mehr entweichen kann und in einer Art Beutel gefangen ist.
Die Ringwadenfischerei wurde auf solchen Fangplätzen betrieben, wo Fische in großen Schwärmen in oberflächennahen Schichten auftreten.
Fischerei mit Ringwaden geht bereits auf das Jahr 1826 zurück, als sie zum ersten Mal an der amerikanischen Ostküste beim Menhadenfang angewendet wurde.
Die Ringwadenfischerei wurde von einigen speziell dafür umgebauten Loggern betrieben. Gefischt wurde Hering und Makrele.
Mit der Ringwade hat ROS 129 im August 1967 einen Hol von 6000 Korb (!!!) gemacht. Dies war der größte Hol in der 40-jährigen Geschichte der Fischkombinates Rostock.
Anfang der 70er Jahre wurde die Ringwadenfischerei eingestellt.
Grundschleppnetz-Fischerei
1 - Kurrleinen
2 - Scherbretter
3 - Jager
4 - Auftriebskugeln
5 - Grundtaukugeln
6 - Höhenscherbrett
7 - Steert
Pelagische Schleppnetz-Fischerei
1 - Netzsondenkabel
2 - Vorgewichte
3 - Auftriebsmittel
4 - Grundtau
5 - Netzsonde
sonst wie bei Grundschleppnetz
Welche der beiden Methode angewendet wird, entscheidet der Fisch. Zeigt das Echolot einen Fischschwarm auf dem Grund an, wird die Grundschleppnetzfischerei angewandt, d.h., das Netz wird vom Schiff auf Rollen über den Meeresboden gezogen.
Schwimmen die Fische irgendwo zwischen Grund und Oberfläche, im sogenannten Pelagial, so wird pelagisch gefischt, d.h., das Netz wird vom Schiff in einer bestimmten Tiefe durch das Wasser gezogen.

Das Gemeinsame beider Fangmethoden besteht darin, daß 1 oder 2 Schiffe das Netz durch das Wasser ziehen. Dabei wird das Netz an 2 Trossen, den Kurrleinen, geschleppt.
Die horizontale Öffnung des Netzes wird entweder durch Scherbretter (bei der 1-Schiff-Schleppnetzfischerei) oder durch den seitlichen Abstand der Fangfahrzeuge (bei der 2-Schiff-Schleppnetzfischerei) gewährleistet. Auftriebskörper (Kugeln und Höhenscherbretter), die auf der Headleine des Netzes angebracht sind, und Beschwerungen am Grundtau (Ketten, Gewichte, Rollen und Bomben) bewirken zusammen mit dem Auftrieb des Netztuches die vertikale Öffnung des Schleppnetzes. Dabei ist die Größe der Netzöffnung das Kriterium für die Fängigkeit eines Schleppnetzes. Sie bestimmt zusammen mit der Schleppgeschwindigkeit das je Zeiteinheit befischte Wasservolumen.
Um einen kleinen Eindruck von der Größenordnung eines Schleppnetzes zu bekommen, hier einige Angaben eines pelagischen Großnetzes für leistungsstarke FVS:

Gesamtlänge: 250 m
Höhe: 60 m
Öffnungsbreite: 85 m
Fläche: 5100 m²
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